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Letzte Aktualisierung: 22.11.2019

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Verantwortungsbewusste Digitalisierung

von Helmut Poppe

(05.11.2019) Sinemus und Brühl unterzeichnen Kooperationsvereinbarung zum Aufbau eines Hessischen Kompetenzzentrums für verantwortungsbewusste Digitalisierung.

Die Hessische Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung, Prof. Dr. Kristina Sinemus, hat gestern in Darmstadt gemeinsam mit der Präsidentin der Technischen Universität Darmstadt, Prof. Dr. Tanja Brühl, die Kooperationsvereinbarung für die Einrichtung eines Hessischen Kompetenzzentrums für verantwortungsbewusste Digitalisierung unterzeichnet. Es soll als Netzwerk die Forschungsexpertise im Land zu wesentlichen Fragestellungen des digitalen Wandels in der Gesellschaft bündeln und stärken.

Mit der Forschungsarbeit dieses Kompetenzzentrums soll ein zentrales Vorhaben des Koalitionsvertrages umgesetzt und damit ein tragender Pfeiler der Digitalisierungs- und KI-Strategie der Hessischen Landesregierung ausgestaltet werden. Ziel ist es, die Chancen der Digitalisierung für den Menschen zu nutzen und intelligente Lösungen in allen Anwendungsbereichen zu entwickeln, ob Wirtschaft und Arbeit, Mobilität und Wohnen, Medizin und gesellschaftliche Teilhabe. Neben der Innovations- und Technologieförderung, der Forschung und Entwicklung, der Fachkräfteausbildung und Gründerförderung werden nun auch die ethischen, rechtlichen und gesellschaftspolitischen Aspekte in den Mittelpunkt gerückt. Die Forschungsergebnisse sollen Impulse für die Gestaltung der Digitalisierung geben und den gesellschaftlichen Diskurs zu Chancen und Herausforderungen neuer Technologien vertiefen.

Kristina Sinemus: „Die Digitalisierung soll dem Menschen dienen, nicht umgekehrt. Deshalb müssen wir den Menschen im digitalen Wandel auch in den Mittelpunkt von Forschung und Innovation stellen – im Dialog, interdisziplinär und vernetzt mit all unserer Expertise. Das Hessische Kompetenzzentrum für verantwortungsbewusste Digitalisierung soll anhand übergreifender Forschungsprojekte, ethische, rechtliche, psychologische, ökonomische, ökologische und technische Aspekte der Digitalisierung in unserem Land ausloten. Gemeinsam mit dem ‚Rat für Digitalethik‘ soll es als Impulsgeber für Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft eine am Menschen orientierte Gestaltung des digitalen Wandels befördern.“ Sie dankte der Technischen Universität Darmstadt für die tatkräftige Unterstützung bei der Einrichtung des Kompetenzzentrums, das zu einem übergreifenden Netzwerk von universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Hessen ausgebaut werden soll.

 Präsidentin Prof. Dr. Tanja BRÜHL: „Das neue virtuelle und interdisziplinäre Zentrum passt hervorragend zur TU Darmstadt und zwar in mehrfacher Hinsicht: Die TU Darmstadt arbeitet fachlich interdisziplinär und räumlich grenzüberschreitend mit Partnern zusammen – mit anderen hessischen Hochschulen, mit Akteuren aus Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaftsinstitutionen. Technik und Verantwortung zusammen denken – das stellt die TU Darmstadt seit Jahrzehnten in Forschung und Lehre immer wieder konkret unter Beweis. Schließlich zählen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz zu unserem national und international sichtbaren Forschungsprofil. Daher ist die TU Darmstadt der natürliche Ort, um Digitalisierung und Verantwortung zu verknüpfen und die Forschungsergebnisse in die Gesellschaft zu tragen.“

Den Aufbau des Zentrums wird die TU-Professorin Ruth Stock-Homburg als Gründungsdirektorin leiten, die als Expertin dem „Rat für Digitalethik“ der Hessischen Landesregierung angehört und mit den konzeptionellen Vorarbeiten für die Ausgestaltung des Forschungsfeldes beauftragt wurde.

 Prof. Dr. Dr. Ruth STOCK-HOMBURG: „Der digitale Wandel stellt eine einzigartige Chance für unsere Gesellschaft und für Hessen dar, über die wir unser tägliches Leben und Arbeiten innovativ und nachhaltig verändern können. Um diese Chance zu gestalten, hat das neu gegründete Hessische Kompetenzzentrum für verantwortungsbewusste Digitalisierung zum Ziel, Digitalisierung von Beginn an, also „by design“, aus ethischer, rechtlicher, psychologischer, ökonomischer, ökologischer und technischer Perspektive verantwortungsbewusst und nachhaltig zu erforschen und mitzugestalten. Über die Etablierung eines hessenweiten Netzwerkes können wir hessenweite Forschungskompetenz bündeln und wichtige Impulse für die Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik liefern.“

Für den Start im Jahr 2019 stellt die Hessische Landesregierung dem Kompetenzzentrum 300.000 € zur Verfügung. In den Folgejahren ist eine Grundfinanzierung von 2,1 Mio. € vorgesehen, die in Abhängigkeit vom Entwicklungsstand und Forschungsumfang des Kompetenzzentrums aufgestockt werden kann. Auch der Aufbau von Kooperationen und die Einwerbung von Drittmitteln für Einzelvorhaben über Hessen hinaus soll hierbei angestrebt werden.