Veranstaltungen in der Frankfurter Leonhardskirche
Mit der Eröffnung der Nordvorhalle von St. Leonhard ist die Restaurierung einer der schönsten Frankfurter Kirchen abgeschlossen. Nicht nur Hauptsehenswürdigkeiten des mittelalterlichen Frankfurts sind nun wieder zugänglich: die beiden romanischen Kirchenportale und das hängende Gewölbe. Es gibt auch Neues zu entdecken: mittelalterliche Wandmalerei, die bei der archäologischen Ausgrabung gefundenen Fragmente des Heiligen Grabes, den Blick in die romanische Apsis des Nordturmes.
Foto: Uwe Dettmar
Das behutsame Restaurierungskonzept hat einen besonderen Raum entstehen lassen. Vor allem originaler Bestand sollte sichtbar werden, manches blieb als Fragment stehen, um die Geschichte des Raumes spürbar zu machen. Den Abschluss der Halle bildet die neu geöffnete Heilig-Grab-Kapelle.
Ein kulturelles Rahmenprogramm erweckt diesen besonderen Ort im September musikalisch und szenisch zum Leben. In Zusammenarbeit mit Andreas Weith, dem Kirchenmusiker an St. Leonhard, und Schauspielern des Freien Schauspielensembles sowie des Theater Willy Praml lädt das Frankfurter Dommuseum ein zu zwei Kammerkonzerten und einer szenischen Lesung in St. Leonhard:
Am Sonntag, 6. September, 17.00 Uhr, interpretieren der international renommierte Countertenor Franz Vitzthum und Markus Flaig am Akkordeon Musik unterschiedlichster Epochen. Der Bogen spannt sich von kunstvollen Motetten der Renaissance über Werke von Purcell, Schubert und Brahms bis zu Francis Poulenc.
Über Markus Flaig und Franz Vitzthum
Der in Frankfurt und Umgebung als Sänger bekannte Markus Flaig spielt seit vielen Jahren auch Akkordeon und ist von den Möglichkeiten dieses Instruments begeistert. „Es kann wie ein Melodieinstrument Linien beseelen und diese gleichzeitig begleiten. Es kann laut, aber vor allem auch sehr schön leise und eröffnet für die Begleitung barocker Sololiteratur ganz neue Möglichkeiten“, erläutert Flaig.
Franz Vitzthum und Markus Flaig kennen und schätzen sich seit vielen Jahren als Sängerkollegen, besonders verbindet sie ihre Liebe zur Sprache. Ihre jahrelange Erfahrung mit sogenannter „Alter Musik“ und ihre Experimentierfreude führen nun zu einer ganz neuen Klangkombination. Vitzthums hellwarmer Countertenor verbindet sich mit den tiefgründigen Klängen des Akkordeons und so entsteht flexible barocke Klangrede im besten Sinne.
Mitwirkende: Franz Vitzthum (Countertenor), Markus Flaig (Akkordeon)
Sonntag, 13. September, 17.00 Uhr – Theatralische Lesung mit Musik - Der Ackermann und der Tod
Zu den Neuentdeckungen in der Nordvorhalle zählt auch mittelalterliche Wandmalerei. Das Fragment einer Szene zeigt den Tod, der die Worte spricht: „alles [geht] durch meine Hand“.
Diese Entdeckung ist der Anlass für die Lesung eines berühmten mittelalterlichen Textes: des um 1400 von Johannes von Tepl verfassten Streitgesprächs zwischen dem Autor, der seine geliebte Ehefrau verliert, und dem Tod. Im Anschluss an die Lesung wird das Malereifragment vorgestellt.
Einführung: Bettina Schmitt (Dommuseum). Mitwirkende: Reinhold Behling und Axel Gottschick. Musikalische Begleitung: Judith Freise (Barockgeige) und Toshinori Ozaki (Laute). Dauer: ca. 70 Minuten
Sonntag, 27. September 2026, 17.00 Uhr – 2. Arkadenkonzert - „Bass, Basso, Bassoon“
Musik für zwei Fagotte und Orgelbegleitung von Georg Philipp Telemann, Antonio Vivaldi und Johann Baptist Vanhal
Mitwirkende: Henrike Kirsch und Jeremias Weith (Fagott), Torsten Mann (Orgel)
Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Um Spenden wird freundlich gebeten.
Für die Teilnahme an der Lesung am Sonntag, 13. September 2026, 17.00 Uhr, wird um vorherige Anmeldung gebeten unter fuehrungen@dommuseum-frankfurt.de oder T (069)800 87 18 293.
Hinweis: Am Mittwoch, 16. September, 16.00 Uhr, stellt Dr. Michael Matthäus in der Privilegienkammer des Instituts für Stadtgeschichte die Stiftungsurkunde von St. Leonhard vor: das von Friedrich II. unterzeichnete Privileg 1 von 1219. Im Anschluss gibt es eine Führung zu den romanischen Spuren an St. Leonhard.
Anmeldung und Informationen: fuehrungen@dommuseum-frankfurt.de
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