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Letzte Aktualisierung: 01.04.2020

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VDK beteiligt sich am Equal Pay Day

VdK fordert: Lohnlücke zwischen Frauen und Männern endlich schließen!

von Philipp Stielow

(12.03.2020) Beim Equal Pay Day am 17. März ist auch der VdK dabei.

„Wieder ist ein Jahr vergangen, und noch immer verdienen Frauen deutlich weniger als Männer. Dass die Lohnlücke zwischen den Geschlechtern unverändert bei 21 Prozent liegt, ist eine Ungerechtigkeit, die endlich beseitigt gehört", sagt der Landesvorsitzende des Sozialverbands VdK Hessen-Thüringen, Paul Weimann. Deshalb werden sich VdK-Mitglieder an mehr als 50 Orten in Hessen und Thüringen am internationalen Aktionstag beteiligen und für mehr Lohngerechtigkeit auf die Straße gehen.

Nach Ansicht des VdK reichen die vorhandenen Instrumente nicht aus, um die Benachteiligung der Frauen in der Arbeitswelt wirksam zu bekämpfen. So verpflichtet das „esetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen" Betriebe zwar zur Offenlegung ihres Gehaltssystems, doch ist damit nicht automatisch auch ein Rechtsanspruch auf Angleichung der Vergütung verbunden. Außerdem gilt das Gesetz nur für größere Betriebe, genau wie das Recht, von einer Teilzeitbeschäftigung zu einer Vollzeitstelle zurückzukehren. In Hessen zum Beispiel haben rund 90 Prozent aller Betriebe weniger als zehn Mitarbeiter und bleiben daher von beiden Vorschriften unberührt.

Hinzu kommt, dass viele Frauen im Gesundheitswesen und im sozialen Bereich tätig sind, in Berufssparten also, in denen vergleichsweise niedrige Gehälter gezahlt werden. Auch im Privaten sind sie es vor allem, die sich um Kindererziehung und pflegebedürftige Angehörige kümmern. Zu schaffen ist das meist nur mit einer Reduzierung der Arbeitszeit, was zu erheblichen Einbußen beim Einkommen und der Rente führt. „Frauen leisten in vielen Bereichen extrem wichtige und wertvolle Arbeit, die ideell wie finanziell dringend aufgewertet werden muss", sagt Paul Weimann. „m Gleichheit zwischen Männern und Frauen herzustellen, reichen einzelne Maßnahmen nicht aus. Dafür bedarf es eines grundsätzlichen Umdenkens und vieler einzelner Reformen", erklärt der Landesvorsitzende.

Deshalb fordert der VdK unter anderem eine Heraufsetzung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12,80 Euro, das Recht auf Wiederaufnahme einer Vollzeittätigkeit unabhängig von der Betriebsgröße, eine flächendeckend kostenfreie Kinderbetreuung und die Entlohnung häuslicher Pflege analog zum Elterngeld.

www.vdk.de/hessen-thueringen