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Uraufführung: „Im Spiegel der Angst“. Intensive musikalische Auseinandersetzung mit Texten von Luther bis Bachmann

Evangelische Auftragsarbeit wird am 20. Oktober in Mainzer Christuskirche mit dem Bachchor gezeigt

Ein einzigartiges musikalisches Erlebnis erwartet Besucherinnen und Besucher in der Mainzer Christuskirche (Kaiserstraße) am 20. Oktober um 19.30 Uhr. Der Bachchor Mainz und das Mutare Ensemble Frankfurt sowie Maren Schwier (Sopran), Christian Rathgeber (Tenor) und Hans Christoph Begemann (Bariton) präsentieren unter der Leitung von Ralf Otto das neue Werk des zeitgenössischen Komponisten Gerhard Müller-Hornbach.

Das Auftragswerk der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau anlässlich des 500. Jahrestags der Reformation trägt den Titel „Im Spiegel der Angst“. Es ist musikalische Komposition und Inszenierung eines literarischen Dialogs zugleich. Dabei kommen Mut machende Beispiele dafür in den Blick, wie die Befreiung von Angst innere und äußere Grenzen überwinden und Erstarrungen lösen kann. Am Vorabend der Uraufführung lädt am 19. Oktober um 19 Uhr bereits die Evangelische Akademie in die Mainzer Christuskirche zu einem hochkarätigen Symposium ein. Unter anderem wird sich der Schriftsteller Feridun Zaimoglu („Kanak Sprak“, „Evangelio“) dem Thema Angst stellen. Zugleich findet an diesem Abend eine erste Werkeinführung in die Komposition statt.

Luthers Ängste im musikalischen Zentrum
Der Frankfurter Komponist Gerhard Müller-Hornbach stellt die Auseinandersetzung mit Angst und die Angstbewältigung in den Mittelpunkt seines neuen Werkes. Er beleuchtet die Auswirkungen von Angst im Leben des Reformators Martin Luther anhand von fünf Episoden aus dessen Biographie. Hornbach spannt dabei einen Bogen vom Gewittererlebnis Luthers, das ihn ins Kloster führte, bis zu seiner Ambivalenz gegenüber Fremden. Dabei blickt Hornbach auch kritisch auf Luthers bis heute hochumstrittenen Texte gegen Andersgläubige. Sie waren unter anderem geprägt von der furchtbesetzten Vorstellung, im Kampf gegen das osmanische Reich würde sich ein drohendes Ende der Welt ankündigen.

Vielstimmiger Raum von Texten und Klängen
Als spiegelnder und kommentierender Kontrapunkt in dem Stück begegnet Luthers Erfahrungshorizont einer Vielfalt von Sichtweisen aus ganz anderen historischen und kulturellen Zusammenhängen. So sind auch Texte des US-amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King, des Dichters Gotthold Ephraim Lessing und von Autoren wie Erich Fried oder Ingeborg Bachmann in Musik umgesetzt. Dabei begeben sich Zuhörerinnen und Zuhörer in einem vielstimmigen Raum unterschiedlichster und teilweise entgegenstehender Sichtweisen gemeinsam auf die Suche nach „Entängstigung“. Hornbach lässt damit ein ungemein aktuelles gesellschaftliches Thema auf seine Weise anklingen.

Zum Komponisten Gerhard Müller-Hornbach
Das musikalische Schaffen von Gerhard Müller-Hornbach (Jahrgang 1951) umfasst viele unterschiedliche Gattungen, von Solowerken und Kammermusik über Orchesterkompositionen und Oratorien bis hin zu Werken des Musiktheaters und zur Filmmusik. Immer wieder entstanden auch an die wichtigen menschlichen Fragen unserer Zeit rührende Werke.

Symposium mit Werkeinführung am 19. Oktober
Was bedeutet Angst für den Einzelnen und für die Gesellschaft? Und was kann christlicher Glaube zum Umgang mit Ängsten beitragen? Unter anderem diesen Fragen geht das Symposium mit Werkeinführung bereits am Vorabend der Uraufführung nach. Am 19. Oktober um 19 Uhr sind musikalischen Impressionen und interdisziplinäre Impulse in der Mainzer Christuskirche zu hören. Gäste sind Feridun Zaimoglu (Autor des Lutherromans „Evangelio“, Kiel), Prof. Dr. Christiane Tietz (Evangelische Theologin, Zürich), Prof. Dr. Borwin Bandelow (Vorsitzender der Gesellschaft für Angstforschung, Göttingen) und Komponist Gerhard Müller-Hornbach.

Der Eintritt zum Symposium mit Werkeinführung am 19. Oktober ist frei.

Karten für die Uraufführung am 20. Oktober sind zum Preis ab 10 Euro erhältlich unter kartenverkauf@bachchormainz.de und http://www.ztix.de/event.php/101082/

www.bachchormainz.de