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Letzte Aktualisierung: 20.01.2022

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Umsatzeinbruch um 40 Prozent beim Gastgewerbe

DEHOGA: „Die Lage ist sehr ernst.“

von Karl-Heinz Stier

(03.12.2021) Nach einer aktuellen Umfrage bei 1 200 DEHOGA-Unternehmen wurde allein im Monat November ein Umsatzverlust von 40 Prozent im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 festgestellt. Viele Betriebe könnten aktuell wirtschaftlich gar nicht mehr rentabel arbeiten, so der hessische DEHOGA–Vorsitzender Julius Wagner.

Gut 62 Prozent der Hoteliers und Gastronomen käme mit der Umsetzung der 2GRegel grundsätzlich zwar zurecht. Aber mit der Streichung der 2G-plus-Option am Sonntag, dem 5. Dezember 2021, wodurch gerade kleinere Betriebe geimpfte oder genesene Gäste mit zusätzlichem Test ohne Abstandspflicht hätten bewirten können, ist für viele Betriebe eine Öffnung im Dezember nicht mehr darstellbar.

Auch Clubs und Discotheken, die bisher geimpfte oder genesene Gäste mit einem zusätzlichen Test sicher einlassen konnten, müssten ab dann wieder Abstände und Maskenpflicht einführen. Damit würden gerade junge Leute ausbleiben und sich vermehrt im unkontrollierten privaten Bereich treffen. Wagner verweist auf die schlechten Erfahrungen, die man über Monate mit genau diesen Zuständen gemacht habe: „Das kennen wir schon: Partys auf abgelegenen Geländen, in Kellern und im Privaten ohne Kontrolle eines Impfstatus oder zusätzliche Tests“, so Wagner weiter.

Durch eine Flut an Stornierungen in der Gastronomie insbesondere von Weihnachtsfeiern, aber auch von Kurzurlauben in den Hotels für die kommenden Dezembertage sei die Aussicht auf die letzten Wochen des Jahres für die Mehrheit im Land noch dramatischer. Kein Wunder also, so der Verband, dass sich über 35 Prozent der Unternehmer in der jetzigen Lage Klarheit durch einen Lockdown wünschen. Demgegenüber sei das für gut 44 Prozent der Befragten keine Option.

„Das Gastgewerbe will mehrheitlich geöffnet bleiben und arbeiten dürfen. Doch das muss in wirtschaftlich vernünftigen Rahmenbedingungen geschehen. Und das wird zusehends fragwürdiger“, so Wagner. Umso wichtiger sei es jetzt, dass weitere finanzielle Unterstützung der betroffenen Branchen erfolge. Die aktuellen wichtigen Wirtschaftshilfen in Form des Fixkostenersatzes seien dem Grunde nach gut, aber es sei jetzt schon absehbar, dass sie gemäß ihrer Konstruktion nicht ausreichen werden, die Umsatzverluste im Gastgewerbe aufzufangen.

Der Ruf nach Klarheit und entsprechend entschlossenem politischen Handeln sei in der Branche deutlich hörbar. Die kurzfristigen Änderungen geltender Regelungen und die vollkommen fehlende Planungssicherheit sorgten für spürbare Erschöpfung in den Betrieben. Etwas weniger als ein Viertel der Unternehmen des Gastgewerbes spricht sich derweil gegen eine allgemeine Impfpflicht in Deutschland aus.