Umhüllender Raumklang. Orchesterkonzerte beim Kronberg Festival 2024
Foto: Andreas Malkmus, KronbergAcademy
Mit gleich zwei Konzerten eröffnet das Hamburger „Ensemble Resonanz“ am 20. September das Kronberg Festival. Mit seinem „Principal Guest Conductor“ Riccardo Minasi präsentiert das für originelle und erfrischende musikalische Interpretationen bekannte Kollektiv Wolfgang Amadeus Mozarts Sinfonia concertante mit den jungen Solisten Stella Chen und Matthew Lipman sowie Mozarts lebhafte Prager Sinfonie, die von den Schönheiten der „Goldenen Stadt“ erzählt. Im zweiten Konzert des Tages lenkt Cellist Jean-Guihen Queyras mit Anton Krafts Cellokonzert C-Dur den Blick auf einen vergessenen Komponisten der Klassik und das Ensemble Resonanz entführt mit Ludwig van Beethovens 3. Sinfonie „Eroica“ in die Zeit der Französischen Revolution, in der Beethoven bei der Komposition seiner um einen Helden kreisenden Sinfonie wohl ursprünglich Napoleon im Sinn hatte.
Die Funken sprühen nur so am 28. und 29. September in den vier „Funkenflügen“ des Chamber Orchestra of Europe– ein exzellentes Auswahlensemble, zusammengesetzt aus den besten Solomusikern europäischer Orchester. In den ersten beiden Funkenflügen liegt der Programmschwerpunkt auf Haydn und Beethoven: So ist etwa Beethovens Klaviersonate d-Moll „Der Sturm“ – inspiriert von Shakespeares düsterem Bühnenstück gleichen Namens – in der Darbietung von Altmeister András Schiff zu erleben. Im „Funkenflug II“: Beethovens heiter-idyllisches 4. Klavierkonzert G-Dur op. 58, das ganz abseits der Klischees des ‚Titanen‘ lyrische Stimmungen in den Vordergrund stellt.
„Funkenflug III“ bietet Bachs 2. Orchestersuite h-Moll mit der bekannten, leichtfüßig dahineilenden „Badinerie“ und Felix Mendelssohns Violinkonzert e-Moll op. 64 mit Solist Stephen Waarts, Alumnus und langjähriger Verbundener der Kronberg Academy. Dunkle Leidenschaften entfachen schließlich in „Funkenflug IV“ Sir András Schiff und das COE mit Mendelssohns „Schottischer“ Sinfonie, in der die Weite und Rauheit der schottischen Landschaft hörbar werden, und dem wohl beliebtesten Klavierkonzert von Johann Sebastian Bach (Nr. 1 in d-Moll).
In den zwei Abschlusskonzerten des Festivals am 3. Oktober, die das hr-Sinfonieorchester bestreitet, schließt sich der programmatische Bogen vom Festival-Eröffnungskonzert mit Mozarts „Prager“ Sinfonie zurück nach Tschechien – hier kann man, passend zum 200. Geburtstag Bedřich Smetanas im Jahr 2024, dessen bekannte „Moldau“ fließen hören. Außerdem auf dem Programm: Peter Tchaikovskys „Rokoko-Variationen“ mit Cellosolist Jaemin Han und Max Bruchs 1. Violinkonzert mit dem Geiger Guido Sant’Anna – Preisträger des renommierten Lotto-Förderpreises des Rheingau Musik Festivals 2024.
Zudem werden beim Kronberg Festival spannende Einblicke in die Hintergründe großer Musikwerke geboten: So etwa bei dem Vortrag „Dvořáks Cellokonzert“ mit Dr. Annette Oppermann vom G. Henle Verlag, der am Mittwoch, 25.09., 14:00-14:45 Uhr im Carl-Bechstein-Saal des Casals Forums stattfinden wird (Vortrag in englischer Sprache).
Im Jahr 2024 hat die Kronberg Academy ihr Festival unter das Motto „Weitergabe des Feuers“ gestellt. Folgend dem bekannten Sinnspruch „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers“, möchte die Akademie bei diesem Festival ein Podium bieten, Feuer und Flamme weiterzugeben: Zwischen den Musikern auf der Bühne, von Alt zu Jung beim Unterricht in den Meisterkursen und natürlich von den auftretenden Künstlern ans Publikum.
Alle oben genannten Konzerte finden im Großen Saal des Casals Forums statt. Das vollständige Programm findet sich auf www.kronbergacademy.de. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Karten sind über die Webseite der Kronberg Academy, per Telefon unter (06173) 783377 oder Mail unter karten@kronbergacademy.de sowie im Kartenbüro, Beethovenplatz 1, 61476 Kronberg im Taunus zu erwerben.
Die Kronberg Academy gilt heute als eine der wichtigsten Begegnungs- und Ausbildungsstätten für junge Geiger, Bratschisten, Cellisten und inzwischen auch für junge Pianisten: Mitten in Europa versammelt sie eine Weltauswahl der begabtesten jungen Musikerinnen und Musiker und bringt sie mit den großen Künstlern unserer Zeit zusammen. In den Kronberg Academy Studiengängen arbeiten junge Solisten das ganze Jahr über intensiv mit großen Musikern und können einen Bachelor- und Masterabschluss erwerben. Die Veranstaltungen der Kronberg Academy bieten jungen Künstlern eine gemeinsame Bühne mit ihren Vorbildern und dem Publikum die Gelegenheit, in diese besondere Atmosphäre mit einzutauchen. Mehrmals im Jahr gehen Studierende der Kronberg Academy gemeinsam „on Tour“ und treten auf internationalen Bühnen zusammen auf. Das Credo des großen Cellisten und Kämpfers für den Frieden Pablo Casals, dass Kunst, Menschlichkeit und die Würdigung der Natur untrennbar zusammengehören, ist der Leitgedanke der Ausbildung und des musikalischen Geschehens im neuen Casals Forum, dem ersten Konzertsaal mit Studienzentrum in Europa, der CO2-neutral betrieben werden kann.
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