Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 07.04.2020

Werbung
Werbung

Trotz Frost kaum Reif und Eis

Sibirische Luft und Sonnenstand Verursacher

von Matthias Habel

(26.03.2020) Vielleicht ist es dem einen oder anderen schon aufgefallen: Trotz verbreitet frostigen Nächten gibt es morgens kaum Raueis auf den Wiesen.

Auf den Wiesen findet sich trotz der nächtlichen Minusgrade derzeit morgens kaum Raureif.
Foto: WetterOnline
***

Auch die Pfützen frieren bei deutlichen Minusgraden vielfach nicht zu. Doch für beide Phänomene gibt es einfache Erklärungen.

Sibirische Kontinentalluft 
Das sonnige Hochdruckwetter mit vielfach klarer und sauberer Luft hält noch bis zum Ende der Woche an. Sonne, blauer Himmel und Nachfrost begleiten uns also weiterhin. „Der morgenliche Spaziergänger kann zurzeit feststellen, dass sich über Nacht weder Reif auf den Wiesen noch Eis auf den Pfützen gebildet hat, obwohl ausreichende Minusgrade herrschten. Gründ dafür sind die Luftfeuchtigkeit und der Sonnenstand“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. „Reif entsteht, wenn sich das gasförmige Wasser in der Luft bei frostigen Temperaturen an Gegenständen anlagert. Dafür wird jedoch eine hohe Luftfeuchtigkeit gebraucht, die man im Winter normalerweise auch hat. Die derzeit in Deutschland vorherrschende sibirische Kontinentalluft ist dagegen sehr trocken, wodurch nicht genug Feuchtigkeit für den Raureif zur Verfügung steht“, erläutert Habel. 

Märzsonne schon stark
Auch für das fehlende Eis auf Pfützen und Gewässern gibt es eine einfache Erklärung. „Nach den sonnigen Tagen mit der schon kräftigen Märzsonne ist der Boden und damit auch das Wasser nachts viel zu warm für die Eisbildung. Auch zwölf Stunden mit ordentlichen Minusgraden reichen meist nicht aus, um den Boden und das Wasser ausreichend abzukühlen.“, weiß der Meteoroge. 

Ausblick
Nach kurzer Erwärmung lässt der Märzwinter noch mal seine Muskeln spielen. Besonders im Süden kann es sogar weiß werden. Nächste Woche übernimmt wieder ein Hoch die Regie. Die Temperaturen bleiben allerdings verhalten.

Hoch JÜRGEN zieht sich in den kommenden Tagen langsam zurück. Dadurch zieren zunehmend Wolken den blauen Himmel. Es bleibt jedoch trocken. Am Tag wird es mit Spitzenwerten bis zu 17 Grad milder, auch in den Nächten friert es seltener. Das Wochenende beginnt noch recht freundlich. Ein auf Nord drehender Wind kündigt aber schon den nächsten Kälterückfall an. Der Sonntag bringt bei einem kräftigen Wind dann besonders in der Südhälfte wohl häufiger Niederschlag. Dabei sinkt die Schneefallgrenze von Norden her immer weiter ab. 

Nach derzeitigem Stand startet die neue Woche im Süden mit einer weißen Überraschung. Auch in anderen Landesteilen sind ein paar Flocken nicht ausgeschlossen. Spitzenwerte von rund 5 Grad und ein böiger Wind erinnern landesweit eher an den Spätwinter. Im weiteren Wochenverlauf verdrängt Hoch KEYWAN die Wolken und es setzt sich wieder trockenes und vielfach sonniges Wetter durch. Mit den Temperaturen geht es dabei nur zögernd bergauf. Besonders im Norden bleibt Regen bis in den April hinein so erst einmal Mangelware.  

Wie sich die Temperaturen in Zahlen entwickeln, erfährt man auf www.wetteronline.de, mit der WetterOnline App oder durch einen Blick auf die neue Wetterstation wetteronline home. Mit dem Alexa-Skill von WetterOnline sowie dem Skill für den Google Assistant können Wetterinfos auch über die digitalen Helfer abgefragt werden.

https://www.wetteronline.de