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Traditionelle Landwirtschaft auf den Balearen

Die traditionelle Landwirtschaft prägt seit Jahrhunderten das Landschaftsbild der Balearen und ist ein wesentlicher Bestandteil der kulturellen Identität der Inseln. Gleichzeitig leistet sie einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Klimaschutz sowie zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Um landwirtschaftliche Betriebe zukunftsfähig aufzustellen und die nachhaltige Entwicklung des Agrarsektors zu fördern, werden auf Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera gezielt Projekte aus den Mitteln der Steuer für nachhaltigen Tourismus (ITS) umgesetzt.

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Productos agrícolas
Foto: Valentina Mora

Insgesamt fließen rund 17,93 Millionen Euro aus der ITS in sieben Landwirtschaftsprojekte. Die Maßnahmen reichen von der Förderung des ökologischen Landbaus über die Diversifizierung traditioneller Anbauformen bis hin zur Modernisierung landwirtschaftlicher Betriebe, Innovationen im Agrarsektor sowie einer nachhaltigeren Tierhaltung. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft zu stärken und gleichzeitig die einzigartigen Natur- und Kulturlandschaften der Balearen langfristig zu erhalten.

Nachhaltige Landwirtschaft als Grundlage für den Erhalt der Inseln
Ein wichtiger Baustein ist die Förderung der ökologischen Landwirtschaft. Mit einem ITS-Budget von 750.000 Euro wurde Landwirten und Viehhaltern der Einstieg beziehungsweise die Ausweitung ökologischer Bewirtschaftungsformen ermöglicht. Das Projekt wurde erfolgreich umgesetzt und mit mehr als 524.530 Euro finanziert. Der Verzicht auf synthetische Pestizide und Düngemittel schützt Böden und Grundwasser, trägt zur Erhaltung der Artenvielfalt bei und unterstützt die Anpassung an die Folgen des Klimawandels.

Ebenso im Fokus steht die Diversifizierung traditioneller Landwirtschaftsbetriebe. Bereits 2017 wurde hierfür ein Förderprogramm mit 1,5 Millionen Euro aufgelegt, das den Anbau vielfältiger Kulturen auf den Balearen stärkte und traditionelle Betriebe bei ihrer nachhaltigen Entwicklung unterstützte. Mehr als 1,1 Millionen Euro wurden im Rahmen dieses Projekts investiert.

Vielfalt auf den Feldern schützt Landschaft und Biodiversität
Aufbauend darauf wurde 2018 ein weiteres umfangreiches Förderprogramm mit einem Investitionsvolumen von drei Millionen Euro umgesetzt. Ziel war es, die traditionelle Agrarlandschaft zu erhalten und gleichzeitig die wirtschaftliche Zukunft landwirtschaftlicher Betriebe zu sichern. Rund 2,89 Millionen Euro flossen in Maßnahmen wie die Förderung von Mischkulturen, den Erhalt von Waldflächen innerhalb landwirtschaftlicher Betriebe, den Schutz der Bodenfruchtbarkeit sowie die Sicherung natürlicher Vegetation.

Darüber hinaus unterstützt das Programm die Vermarktung regionaler Produkte über Qualitätsmarken sowie die Neuanpflanzung traditioneller Obstsorten. Insgesamt profitieren rund 1.200 landwirtschaftliche Betriebe von den Maßnahmen, während etwa 40.000 junge Obstbäume zur langfristigen Sicherung der traditionellen Kulturlandschaft gepflanzt werden.

Regionale Produkte nachhaltig stärken 
Auch die öffentliche Gemeinschaftsverpflegung spielt eine wichtige Rolle für die regionale Landwirtschaft. Im Rahmen eines ITS-Projekts wurden nachhaltige und soziale Beschaffungsmodelle für öffentliche Einrichtungen entwickelt. Dafür stellte die ITS rund 500.000 Euro bereit, von denen mehr als 486.000 Euro umgesetzt wurden.

Das Projekt analysierte unter anderem die Lebensmittelversorgung öffentlicher Einrichtungen, untersuchte regionale Lieferketten und erarbeitete Grundlagen, um künftig verstärkt lokale, ökologische sowie handwerklich erzeugte Produkte in öffentlichen Küchen einzusetzen. Gleichzeitig wurden Potenziale und Entwicklungsbedarfe der regionalen Agrar- und Lebensmittelwirtschaft erfasst.

Innovation und Modernisierung sichern die Zukunft des Agrarsektors
Neben klassischen Fördermaßnahmen investiert die ITS gezielt in Innovationen. Mit zwei Millionen Euro wird das Programm „Kooperation und Innovation im Agrarsektor“ unterstützt. Ziel ist es, neue Kooperationsprojekte zwischen landwirtschaftlichen Betrieben zu fördern, Innovationen schneller in die Praxis zu übertragen und die Wettbewerbsfähigkeit sowie Rentabilität der Landwirtschaft auf den Balearen nachhaltig zu verbessern.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Modernisierung landwirtschaftlicher Betriebe und ihrer Anpassung an den Klimawandel. Für dieses 2023 gestartete Projekt stehen sechs Millionen Euro aus der ITS bereit; bislang wurden bereits rund 4,41 Millionen Euro umgesetzt. Insgesamt stehen Fördermittel in Höhe von 8,6 Millionen Euro zur Verfügung, um Investitionen in moderne, klimaresiliente Betriebe zu ermöglichen.

Mit Blick auf die besondere Bedeutung der Land- und Forstwirtschaft – sie umfasst rund 87 Prozent der Gesamtfläche der Balearen – sollen Produktivität, Ressourceneffizienz und Umweltverträglichkeit gleichermaßen verbessert werden.

Nachhaltige Tierhaltung weiterentwickeln
Ergänzt wird das Maßnahmenpaket durch ein weiteres, 2023 gestartetes Projekt zur nachhaltigen Entwicklung der Viehwirtschaft mit einem ITS-Fördervolumen von rund 4,18 Millionen Euro. Ziel ist es, die Wirtschaftlichkeit der Betriebe zu erhöhen und gleichzeitig ökologische Standards weiter auszubauen.

Geplant sind unter anderem Maßnahmen zur Optimierung der Tierfütterung, gemeinschaftliche Beschaffung von Futtermitteln, die Digitalisierung betrieblicher Abläufe sowie die Entwicklung eines speziell auf die Balearen zugeschnittenen Modells zur Berechnung des ökologischen Fußabdrucks landwirtschaftlicher Betriebe. Zudem soll die Zusammenarbeit zwischen Viehhaltern intensiviert und die kontinuierliche Weiterbildung der Fachkräfte gefördert werden.

Nachhaltige Landwirtschaft als Investition in die Zukunft
Mit insgesamt sieben Landwirtschaftsprojekten setzt die Steuer für nachhaltigen Tourismus gezielt Impulse für eine zukunftsfähige Landwirtschaft auf den Balearen. Gemeinsam tragen sie dazu bei, traditionelle Bewirtschaftungsformen zu erhalten, Innovationen voranzutreiben, regionale Wertschöpfung zu stärken und die natürlichen Lebensgrundlagen der Inseln für kommende Generationen zu bewahren.

Die Projekte verdeutlichen zugleich den Anspruch der Steuer für nachhaltigen Tourismus, Einnahmen aus dem Tourismus gezielt in Maßnahmen zu investieren, die den Inseln langfristig zugutekommen. Eine intakte Kulturlandschaft, eine nachhaltige Landwirtschaft und hochwertige regionale Produkte sind nicht nur wichtige Grundlagen für den Klima- und Naturschutz, sondern prägen auch das authentische Reiseerlebnis auf den Balearen. Davon profitieren sowohl die Bewohnerinnen und Bewohner als auch die Gäste der Inseln: Die Investitionen stärken die Attraktivität der Destination, fördern einen verantwortungsvollen Tourismus und leisten einen Beitrag dazu, dass die Balearen auch künftig als lebenswerter Natur- und Kulturraum erhalten bleiben.

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