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Letzte Aktualisierung: 29.05.2024

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Tipp für einen Abstecher bei einem Goethe-Spaziergang im Werther-Jahr 2024

Das Grab von Theodor Kestner auf dem Frankfurter Hauptfriedhof

von Pfarrer Jeffrey Myers

(06.05.2024) 250 Jahre ist es mittlerweile her, dass Goethes berühmter Briefroman erschienen ist und schnell zum Bestseller wurde. „Die Leiden des jungen Werthers“ (1774) machte Goethe im Alter von 25 Jahren schlagartig europaweit berühmt. Der noch heute mitreißende Briefroman über unerfüllte Liebe ist neben dem „Faust“ das berühmteste Werk des großen Klassikers und gilt als Schlüsselwerk der deutschen Literaturgeschichte.

Prof. Dr. med. Theodor Friedrich Arnold Kestner (1779 - 1847) war Sohn der Charlotte Sophie Henriette Kestner, geb. Buff, Goethes Jugendfreundin „Lotte“ und das Vorbild der Lotte in Goethes „Werther“. Der ältere Bruder Georg (1774 - 1867) war Goethes Patenkind.

1804 ließ sich Kestner auf Vermittlung Goethes in Frankfurt als Arzt nieder. Hier wurde er 1813 Professor an der medizinisch-chirurgischen Spezialschule an der Senckenbergischen Stiftung, 1814 Stadtarzt von Frankfurt.

1815 war Goethe zu Gast bei Kestner. In seinem Reisebericht fordert Goethe, im Sinne Kestners, die Einrichtung eines Lehrstuhls für Physik und Chemie in Frankfurt. Kestner gehörte zu den Mitbegründern der Polytechnischen Gesellschaft um 1816. Ebenfalls war er Mitbegründer des Physikalischen Vereins (1824 – in diesem Jahr vor 200 Jahren) und des Ärztlichen Vereins (1845).

Seine Frau Christine Kestner, geb. Lippert, war eine Tochter des Hoteliers Johann Christoph Friedrich Lippert, der den „Englischen Hof" (Hotel d'Angleterre ), Roßmarkt 13-15 (1904 abgerissen), erbaute. Dort pflegte kein Geringerer als der Philosoph Arthur Schopenhauer zu speisen. Im vornehmen Englischen Hof soll Schopenhauer einmal angesprochen worden sein: „Herr Doktor, Sie essen ja wirklich für zehn!" Dem stimmte er zu, „aber ich denke auch für zehn!". Im Übrigen: Unweit vom Grab Kestners am Frankfurter Hauptfriedhof fand Arthur Schopenhauer seine letzte Ruhestätte (Gewann A 24),

Auf dem Grab Kestners (Gewann A 96) steht als Inschrift:
Hier ruht ein Sohn von Werthers Lotte Dr. med. Theodor Kestner Stadtphysikus und Professor in Frankfurt 1779 - 1847

Marie Christine Kestner geb. Lippert 1790 - 1839

Pfarrer Jeffrey Myers