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Letzte Aktualisierung: 03.12.2020

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Tief durchatmen in Lissabon

Grüne Oasen laden zum Krafttanken und Entspannen ein

von Ilse Romahn

(04.11.2020) Lissabon ist in diesem Jahr „Grüne Hauptstadt Europas“. Dass dieser Titel der Europäischen Kommission mehr als verdient ist, merken Besucher sowohl beim Spaziergang durch die Stadt als auch beim Erkunden ihrer näheren Umgebung.

Parque Eduardo VII in Lissabon
Foto: NiT
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Großzügige Parkanlagen und botanische Gärten inmitten des lebendigen Stadttreibens laden zum Entspannen ein, während üppige Natur- und Kulturlandschaften vor die Tore der Stadt locken. 

Mündungsdelta des Tejos
Kaum vorstellbar, dass sich unmittelbar vor der Stadt ein Naturschutzgebiet befindet. Das Gebiet am Mündungsdelta des Tejos ist das größte Feuchtbiotop in Lissabon und mit Schlick und Sumpf durchsetzt. Zugvögel rasten hier auf ihren langen Flügen, andere Arten leben das ganze Jahr in der Gegend. Im Herbst ist die Ankunft tausender Flamingos ein Schauspiel von einzigartiger Schönheit und bietet den Besuchern einen überwältigenden Anblick. Auch andere Bewohner sind beeindruckend: In den Salinen, die heute kaum noch bewirtschaftet werden, geben sich Stelzenläufer, Rotschenkel, Grünschenkel und Säbelschnäbler ein Stelldichein, während sich an der Uferzone in Alcochete Reiher und Adler tummeln. So wird es beim Spaziergang am Südufer des Tejos nie langweilig und das nicht nur für Vogelbeobachter. Auch Aktivurlauber kommen hier beim Wandern, Klettern oder Kanu-Fahren auf ihre Kosten. 

Naturpark Arrábida
Urlauber finden aber auch im Parque Natural da Serra da Arrábida ein traumhaftes Stück Natur. Zwischen dem Grün des Gebirges und dem Blau des Meeres gelegen, eignet sich das Gebiet bestens für diverse Ausflüge. Zahlreiche Wander- und Radrouten führen durch den Naturpark und gewähren Einblick in die einzigartige Vegetation und die bis zu 380 Meter hohe Steilküstenlandschaft. Von dort aus bietet sich ein eindrucksvolles Panorama: Das Gebirge, das sich wie eine grüne Mauer vor dem Atlantik aufbaut, schützt kleine weiße Sandbuchten, in denen das Meer sehr ruhig ist – ein beinahe magischer Kontrast.

Sintra und Mafra
Ebenfalls eine attraktive Mischung offenbart sich den Besuchern beim Ausflug in den Ort Sintra. Hier entfalten sich üppige Landschaften mit prachtvollen Bauwerken, darunter Herrenhäuser und Paläste. Die umliegende Hügellandschaft der Serra de Sintra ist saftig grün und dicht bewaldet. 1995 wurde die Stadt von der UNESCO zur Kulturlandschaft und zum Weltkulturerbe ernannt. Über viele Jahrhunderte war sie Sommerresidenz der portugiesischen Könige. Ein Highlight ist der Palácio Nacional da Pena aus dem 19. Jahrhundert, der auf einem Hügel thront und die Besucher mit seiner märchenhaften Architektur und herrlichen Ausblicken verzaubert. Ebenfalls beeindruckend ist der Nationalpark Tapada Nacional de Mafra. Er ist für Outdooraktivitäten wie Wandern und Radfahren, aber auch zur Beobachtung von Flora und Fauna in der Region geeignet. Auf einer Wanderung können nicht nur viele Wildtiere beobachtet werden, sondern der Nationalpark ist auch reich an Korkeichen, Pinien, Eukalyptus- und Olivenbäumen. Nach einem kleinen Aufstieg haben Besucher einen wunderschönen Blick auf die Kleinstadt Mafra und das Tal.

Oasen zum Krafttanken im Stadtzentrum
Parque Eduardo VII
Eine Erkundungstour Lissabons kann durch die vielen zauberhaften Eindrücke ebenso berauschend wie anstrengend sein. Da tut eine Auszeit in einer der vielen Grünanlagen der Stadt gut. Beispielsweise im Parque Eduardo VII: Mit seiner Lage mitten im Stadtzentrum direkt am Praça Marquês de Pombal ist der Park besonders gut zu erreichen. Umgeben von symmetrischen Hecken warten hier mit Rosen bepflanzte Grünflächen sowie verschiedene Wasserspiele auf die Besucher. In zwei Gewächshäusern können außerdem zahlreiche exotische Pflanzen entdeckt werden. Doch damit nicht genug: Als Krönung genießen die Gäste vom Park aus eine traumhafte Aussicht über die gesamte Stadt. 

Botanischer Garten Ajuda
Einer der ältesten botanischen Gärten Portugals ist der Botanische Garten Ajuda. Auf Befehl des Marquês de Pombal wurde er 1768 auf dem Gelände des Ajuda-Palastes angelegt. Er sollte die Bildung der portugiesischen Prinzen erweitern. Mit seinen über 5.000 Arten ermöglichte er das Studium unterschiedlichster Pflanzen, die aus Europa und den Überseegebieten stammten. Es wurden sogar Expeditionen nach Angola, Brasilien und Kap Verde ausgesendet, um Samen und Pflanzen zu sammeln, so dass der Garten wuchs und gedeihte. Heute bewundern hier die Besucher im oberen Bereich mehrere Seen, zahlreiche tropische Bäume und exotische Pflanzen sowie einen duftenden Aromagarten.

Estrela-Park
Der Estrela-Park gehört zu den beliebtesten Anlagen der Stadt. Im Sommer treffen sich hier zahlreiche junge Lissabonner Familien zum Picknick, es locken Filmvorführungen, Open-Air-Jazzfestivals, Antiquitäten- und Weihnachtsmärkte in dieses grüne Kleinod. Hier fühlen sich Sportler und Sonnenanbeter, Erwachsene und Kinder, Touristen und Lissaboner gleichermaßen wohl und es herrscht eine heitere Atmosphäre. Der Park gegenüber der gleichnamigen Basilika wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut. Königin Maria II. führte hier gerne die Infanten aus. Auch heute liebt es der Nachwuchs, sich auf den zahlreichen Spielplätzen der Anlage zu vergnügen oder Enten, Schwäne und Gänse am See zu beobachten. Zudem wachsen hier auch seltene Pflanzen wie Jaracandas, kanarische Drachenholzbäume oder Araukarien, die jedes Botaniker-Herz höherschlagen lassen. 

Turismo de Lisboa