Kultur

Thieß Brammer debütiert als Parzival in Bad Hersfeld

Der Parzival ist gefunden: Thieß Brammer – Jahrgang 1990 und Schüler der renommierten Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin – wird in der Jubiläumssaison der Bad Hersfelder Festspiele in der Rolle des Parzival unter der Regie von Michael Schachermaier auf der Bühne der Stiftsruine debütieren.

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Thieß Brammer und Michael Schachermaier
Foto: Bad Hersfelder Festspiele / P. Ißbrücker

Die Parzival-Fassung von Michael Schachermaier erfährt in der Jubiläumssaison 2026 ihre deutsche Uraufführung. Der Stoff geht auf einen Versroman von Wolfram von Eschenbach aus dem frühen 13. Jahrhundert zurück. Die Suche nach dem sagenumwobenen Gral steht im Mittelpunkt, vordergründig dem Glückseligkeit bringenden Kelch des Letzten Abendmahls von Jesus und seinen Jüngern.

Schachermaier über den Hauptdarsteller Thieß Brammer: „Als der Gedanke aufkam, Parzival oder Die Suche nach dem heiligen Gral in Bad Hersfeld auf die Bühne zu bringen, war für mich sofort klar, die Titelrolle nur mit Thieß Brammer besetzen zu können. Aus vorherigen gemeinsamen Arbeiten ist ein großes Vertrauen, eine Neugier, eine gemeinsame künstlerische Sprache vorhanden. Thieß Brammer schafft es, widersprüchliche Figuren in ihrer ganzen Vielschichtigkeit zu erschaffen und zu erfassen. Er schafft es, sich dem Publikum und darüber hinaus sich selbst zur Gänze auszuliefern, kraftvoll und weich zugleich. Thieß ist ein höchst emphatischer Schauspieler und genau deshalb muss gerade er Parzival in Bad Hersfeld sein. Ich freue mich darüber, diese gemeinsame Reise nicht nur mit einem ungemein talentierten Spieler antreten zu dürfen, sondern auch mit einem Freund!“

Parzival-Hauptdarsteller Thieß Brammer – bislang Ensemble-Mitglied am Freiburger Theater und unter anderem aktiv an der Berliner Volksbühne wie auch am Theater Oberhausen – ergänzt mit Blick auf seine Premiere in der Stiftsruine: „Was ich für mich und die Zuschauer wünsche ist, dass wir einen schönen Abend verbringen, mit ein bisschen mehr Hoffnung dieses tolle Gemäuer verlassen und uns mit mehr Mut auf die Suche begeben. Was auch immer wir gerade in unseren Leben suchen wollen.“ Er werde alles daransetzen, den Erwartungen dieser tollen und anspruchsvollen Rolle gerecht zu werden und in der Auseinandersetzung mit dem Thema hoffe auch er, etwas für sich persönlich zu finden, so der 35-Jährige, dem man schon beim ersten Anblick den jungen Parzival abnimmt.

Zur Person Thieß Brammer:
Thieß Brammer, 1990 in Berlin-Kreuzberg geboren, aufgewachsen in Schleswig-Holstein, fand bereits im Alter von 14 Jahren im Theaterjugendclub des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters seine Leidenschaft für die Schauspielerei. Im Jahr 2011 folgte seine Schauspielausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. In dieser Zeit stand Brammer innerhalb seines Studiums bereits an der Volksbühne Berlin in Titus Andronicus (Regie: Sebastian Klink) von Shakespeare auf der Bühne.

Nach seinem Abschluss 2015 folgte er dem Ruf des Theaters Oberhausen unter der Intendanz von Peter Carp, wo er zwei Spielzeiten fest engagiert war. Zur Spielzeit 2017/18 wechselte er mit dem Intendanten gemeinsam ans Theater Freiburg und war dort bis Sommer 2025 festes Ensemblemitglied. Nach seinem zehnjährigen Bühnenjubiläum folgte nun die Einladung zur Rolle des Parzival bei den Bad Hersfelder Festspielen. 

Der kommenden Arbeit der Bad Hersfelder Festspiele 2026 liegt bereits eine fruchtbare vergangene Zusammenarbeit mit Michael Schachermaier zu Grunde. Diese freundschaftliche und kreative Zugewandtheit geht bereits in das Jahr 2016 zurück, in dem der Regisseur und Oberspielleiter der Bad Hersfelder Festspiele am Theater Oberhausen „Die unendliche Geschichte“ inszenierte. Fortgeführt wurde die Kooperation 2020 mit der Produktion „Das Kalte Herz“ am Theater Freiburg.

Thieß Brammer arbeitete u. a. mit Amir-Reza Koohestani, Christina Tscharyiski, Lily Sykes und Ewelina Marciniak zusammen. Am Theater Freiburg spielte er ferner die Rolle des Faust in Goethes „Faust“ in einer hybriden Virtual Reality-Inszenierung, die während der Corona-Pandemie beim SEGA Filmfestival in New York gezeigt wurde. Weiter glänzte Brammer als Petrucchio in Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ sowie in der Hauptrolle des Josef K. in Franz Kafkas „Der Prozess“. Außerdem wirkte er in Herbert Fritschs Werk „Rauflust oder Fifty Shades of Green“ mit. Gerade gastierte Brammer erstmals am Vorarlberger Landestheater in Bregenz in Johannes Leppers „Macbeth“. Darüber hinaus ist Brammer in Kino und Fernsehproduktionen wie „Unruhezeiten“ und dem polnischen Kinofilm „Cudowne zycie“ zu sehen.