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Letzte Aktualisierung: 12.08.2020

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Theatersommer der Burgfestspiele Bad Vilbel

von Ilse Romahn

(06.07.2020) Intendant Claus-Günther Kunzmann und Bürgermeister Dr. Thomas Stöhr freuen sich, dass es nun doch zwei Premieren-Inszenierungen auf der Burghofbühne in diesem Sommer gibt.

Die beleuchtete Burg
Foto: Burgfestspiele Bad Vilbel
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Nachdem vor zwei Wochen Hessens Verantwortliche aus dem Corona-Kabinett weitere Lockerungen verkündet haben, die einen Theaterbetrieb in der Burg doch ermöglichen, haben die Burgfestspiele mit Hochdruck an der Realisierung eines Theatersommers 2020 gearbeitet.

Klar war, dass die  'normalen' Burgeinbauten nicht zu verantworten wären für die Kürze der Vorstellungszeiten. Nun steht eine sehr kurzfristig geplante Tribüne im Burghof, die im Prinzip 423 Plätze aufbieten kann, infolge der nach wie vor geltenden 1,5 m-Abstandsregel aber derzeit ca. 180 Gäste Karten pro Vorstellung kaufen können. Dass die Tribüne unüberdacht ist, gehört zum Charme der raschen Umsetzung. Auf allen Plätzen wird ein Einheitspreis erhoben (Vvk 26 Euro, Normalpreis an der Abendkasse 30 Euro).   

Es wird, auch hier den Corona-Regeln folgend , ein Gastronomie-Angebot geben für die Verweildauer vor der Vorstellung und in der Pause. 

Das entworfene und genehmigte Hygienekonzept wird Auswirkungen auf die Proben hinter der Bühne haben und auch die Regisseure werden genauestens darauf achten, dass in ihren Inszenierungen die SchauspielerInnen sich nicht zu nahe zu kommen.

Ausgesprochen detailliert ist es formuliert und hat z. B. zur Folge, dass es keine von allen genutzte Kaffeemaschine auf der Probenbühne geben wird."Aber das ist  vor allem den DarstellerInnen komplett nebensächlich: "Hauptsache, wir können spielen, heißt es unisono." 

Claus Kunzmann hat zwei Inszenierungen herausgesucht, die in gewisser Weise leichtfüßig daherkommen, um dem Publikum einen entspannenden Genuss zu bieten.

Ladies Night nach dem Film Ganz oder gar nicht (Full Monty) ist die eine Komödie, die mit Rückgriff auf ein Bühnenbild, das vor 13 Jahren bereits einmal für das Stück genutzt wurde, relativ rasch umgesetzt  werden kann. Regie und SchauspielerInnen und damit die Inszenierung ist allerdings komplett neu und Regisseur Christian H. Voss wird mit eigenen Ideen an die Umsetzung gehen. 

Die zweite Komödie, Mondschein und Magnolien, spielt  im Hollywood der späten Dreißiger. In bester Hollywood-Rasanz geschrieben, beschreibt es überspitzt die Querelen im Produktionsfieber für den dann so erfolgreichen Film „Wom Winde verweht“. Tatsächlich herrschten 1939 große Irritationen um die Dreharbeiten, keiner gab dem Film eine Chance, aber der dickköpfige Produzent tauschte Drehbuchautoren und Regisseure so lange aus, bis die Dreharbeiten ihr „gutes' Ende fanden. Ein Stück, das den Erfolgsdruck in Hollywood aufs Korn nimmt und gleichzeitig die Frage stellt, warum das Buch und der Film so unglaublich erfolgreich waren – trotz der uns heute so unglaublichen Verhaltensweisen der Protagonisten. Die Diskussion darum ist keineswegs abgeschlossen. 

Die Burgfestspiele hatten ihren SchauspielerInnen zu Beginn der Corona-Krise und als klar war, dass es keinen Spielplan wie sonst geben würde, das Angebot der Kurzarbeit gemacht (für ca. 5-6 Monate stehen sie in der Regel im Arbeitsverhältnis mit der Stadt Bad Vilbel) und auf 80 Prozent aufgestockt. Es gab keine Kündigungen. Gleichzeitig wurde mit dem Verschieben des Spielplans auf 2021 der Vorschlag gemacht, den Vertrag für die jeweilige Rolle für 2021 abzuschließen.

Nun gibt es für 9 SchauspielerInnen, zwei Regisseure, zwei Ausstatterinnen, einer Choreographin, zwei Regieassistentinnen, der Maskenbildnerin und den MitarbeiterInnen in der Schneiderei (u.v.a.m.) seit letzter Woche die konkrete Arbeitsmöglichkeit. Alle sind froh und glücklich, auch wenn Entscheidungen quasi im Stundentakt gefällt werden mussten. 

Für das Publikum bedeutet das, ab Ende Juli jeden Abend eine Vorstellung in der Burg besuchen zu können bis zum 13. September. Es wird keine Doppelvorstellung an einem Tag geben, es wird vieles nicht geben, was sonst zu einem Abend in der Burg dazugehört. "Aber wir machen THEATER! Das ist die Hauptsache", so Intendant Claus Kunzmann.

Burgfestspiele Bad Vilbel, Friedberger Straße 6,  61118 Bad Vilbel