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Theaterfestival „Barock am Main“ gestartet

Bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen ist am Samstag das Theaterfestival "Barock am Main" mit der Komödie "Schule der Frauen" von Wolfgang Deichsel nach Molière in hessischer Mundart von Michael Quast, dem Leiter des Festivals und Direktor der Volksbühne im Großen Hirschgraben gestartet worden.


Foto: Brigitte Albus

Foto: Andreas Malkmus

 In seinen Grußworten wünschte der Frankfurter Oberbürgermeister Mike Josef den Festspielen einen guten Verlauf und freut sich, dass mit dem „Westcoast“ in Griesheim ein Gelände gefunden wurde, an dem "Barock am Main" aktuell gut aufgehoben ist. Bereits vor dem Spielbeginn waren die Tische und Bänke neben der Tribüne gut besetzt. Die anspruchsvolle Gastronomie hat regionale Angebote vor der Vorstellung und in der Pause mit freier Platzwahl angeboten, dazu gab es barocke Platzmusik.

„Der Deiwel, isch verplatz!“

Der reiche Bürger Arnold hat die fixe Idee, sich eine ideale Ehefrau zu erschaffen. Zu diesem Zweck lässt er das Mädchen Agnes in der Obhut eines einfältigen Dienerpaares aufziehen, unberührt von Bildung und allen weltlichen Einflüssen. Horazius, der Sohn eines Geschäftsfreundes von Arnold, kommt in die Stadt und verliebt sich in ein Mädchen, das von einem alten Sonderling streng bewacht wird. Das Mädchen ist Agnes. Horazius vertraut sich Arnold als seinem väterlichen Freund an, und Arnold, der sich Horazius gegenüber nicht offenbaren kann, muss durch die brühwarmen Berichte des jungen Mannes über dessen Fortschritte bei Agnes durch alle Höllen der Eifersucht gehen. Sein Weltbild gerät ins Wanken: „Warum setzt mein Verstand, durch den ich reich bin, bei diesem Unternehmen aus?“ Verzweifelt kämpft Arnold für seinen absurden Lebenstraum, doch die vorsätzlich dumm gehaltene Agnes erweist sich als erstaunlich gewitzt.

Wolfgang Deichsels geniale Übertragung des Klassikers Molière ins Hessische bringt die Figuren ganz nah an uns heran. Der Kontrast zwischen Mundart und strengem Versmaß ist eine explosive Mischung, die das Vergnügen an dieser Komödie noch einmal steigert.

Unter der Regie von Sarah Groß spielen Michael Quast den Arnold oder Herr von Strunk, eine Rolle in der er sein ganzes schauspielerisches Können ausspielen kann, Pirkko Cremer, Agnes ein junges Mädchen, Jochen Döring, Horazius Liebhaber der Agnes, Ulrike Kinbach, Babette Dienerin des Arnold und Hilda Christophs Schwägerin, Alexander J. Beck, Albert Diener des Arnold und Oront enger Freund Arnolds, Vater des Horazius, Rainer Ewerrien, Christoph Arnolds Freund. Maskenbild Katja Reich Technische Leitung Bruno Briggmann

Das Publikum belohnte das Ensemble mit langem und stehenden Applaus.