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Letzte Aktualisierung: 12.08.2022

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Tests der Wasserstoffzüge im RMV starten in diesem Jahr

von Helmut Poppe

(29.07.2022) Der erste Wasserstoffzug der zukünftig weltgrößten Flotte ist für Tests im Rhein-Main-Gebiet angekommen. Der Hersteller ALSTOM macht das Fahrzeug des Typs Coradia iLint 54 mit den zukünftigen Strecken und den Betankungsprozessen vertraut.

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Bahnhof Königstein
Foto: Poppe frankfurtlive
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Die Zeiten der Dampflok sind vorbei
Foto: Poppe frankfurtlive
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27 Wasserstoffzüge sollen zukünftig im Taunusnetz fahren. Im Spätsommer werden die ersten fabrikneuen Fahrzeuge an den RMV übergeben. Über die Hälfte der Züge werden ab Betriebsstart im Dezember unterwegs sein.

„Die 27 Wasserstoffzüge machen den Taunus zur Vorreiter-Region in Deutschland und darüber hinaus“, so stellvertretender RMV-Aufsichtsratsvorsitzender und Landrat des Hochtaunuskreises, Ulrich Krebs.

„Mit dem Eintreffen der ersten Fahrzeuge im RMV-Gebiet steigt unsere Vorfreude auf die größte Wasserstoffzugflotte der Welt nochmal. Ab Dezember fahren die ersten dieser Züge im Taunusnetz. Für die Fahrgäste bedeutet das mehr Sitzplätze und kostenloses WLAN. Außerdem fahren die Wasserstoffzüge lokal emissionsfrei“, so RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat. „Mit Wasserstoff als schadstoffarmer Technologie investieren wir in die Zukunft mit klimaneutralem ÖPNV. Unser ambitioniertes Ziel ist es, mit den passenden Finanzierungsrahmen und Verfügbarkeiten ab dem Jahr 2030 auf Dieselfahrzeuge zu verzichten!“

Flotte Ende des ersten Quartals 2023 vollständig

„Die Kombination aus Ukraine-Krieg hinsichtlich Zulieferung von Fahrzeugteilen sowie die immer noch angespannte Corona-Lage stellen für die gesamte Bahnindustrie eine nie dagewesene Herausforderung dar. Dadurch verzögert sich die Lieferung der Züge um wenige Wochen. Dennoch freuen wir uns sehr, dass nun die ersten Fahrzeuge für den RMV den Testbetrieb auf den späteren Betriebsstrecken im Rhein-Main-Gebiet aufnehmen“, sagt Müslüm Yakisan, Präsident von Alstom in Deutschland, Österreich und der Schweiz. „Unser Ziel ist es bis Ende März 2023 alle 27 Fahrzeuge zu liefern. Erst kürzlich haben wir für die 14 Wasserstoff-Züge für Niedersachsen die Zulassung des Eisenbahn-Bundesamts erhalten.“

Auf vier Linien durch den Taunus

Ab Dezember starten die Fahrzeuge auf dem Taunusnetz. Dann fahren erstmals Wasserstoffzüge im RMV-Gebiet. Zur Überbrückung bis zur schrittweisen Komplettierung der Wasserstoffflotte organisiert Alstom gemäß den Vertragsregelungen mit Unterstützung des RMV Ersatzfahrzeuge und einen Übergangsbetrieb.

Das Taunusnetz umfasst vier bislang teilweise nicht elektrifizierte Strecken:

RB12 (Frankfurt – Königstein)
RB15 (Frankfurt – Brandoberndorf)
RB16 (Bad Homburg/ Friedrichsdorf – Friedberg)
RB11 (Frankfurt-Höchst – Bad Soden)

Die Linien werden von der DB-Tochter Regionalverkehre Start Deutschland GmbH (start) betrieben. Das Unternehmen setzte sich in einer europaweiten Ausschreibung durch und löst im Dezember die bisherige Betreiberin, die Hessische Landesbahn GmbH, ab.