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„Tag der Lebensmittelrettung“ mit Aktionen in über 30 Städten: Initiative foodsharing zeigt die Dimension der Verschwendung

Zum Auftakt der Aktionswoche „Zu gut für die Tonne 2025“ machte foodsharing am 27. September bundesweit in über 30 Städten auf die immense Lebensmittelverschwendung in Deutschland aufmerksam. Noch immer werden jedes Jahr entlang der gesamten Wertschöpfungskette 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, so das Statisti­sche Bundesamt. Andere Erhebungen (z.B. WWF 2021) beziehen die Vorernteverluste mit ein – demnach fallen in Deutschland etwa 25 Millionen Tonnen pro Jahr an.

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Zu gut für die Tonne
Foto: Nikolaus Stein

Aber jeder Mensch kann etwas dagegen tun, das zeigen die vielfältigen Aktionen von foodsharing im ganzen Bundesgebiet. Mit öffentlichkeitswirksamen Präsentationen geretteter Lebensmittel, Infoständen und Fairteilungen an zentralen Plätzen zeigen Ehrenamtliche eindrucksvoll, wie viele Lebensmittel innerhalb von 24 Stunden in der Tonne landen würden – wenn sie nicht von den Aktiven gerettet würden: in Supermärkten, Bäckereien und Cafés, Kantinen, Caterings, Kindergärten, Restaurants, Tankstellen, Bioläden und auf Wochenmärkten. Der Tag der Lebensmittelrettung wird in diesem Jahr erstmals bundesweit stattfinden. Beteiligt sind u. a. Berlin, München, Köln, Freiburg, Kiel, Münster, Würzburg und viele weitere Städte.

In Berlin errichtete die Initiative foodsharing vor dem Roten Rathaus eine beeindruckende Installation aus 1.662 Klappkisten, bedeckt mit Früchten, Gemüse und Brot und visualisierte damit die unfassbare Menge von 11 Tonnen Lebensmitteln, die täglich in Berlin von foodsharing ehrenamtlich gerettet und kostenfrei weiterverteilt werden. Alle Lebensmittel konnten auch gleich vor Ort verkostet und mitgenommen werden.

Lebensmittelwertschätzung braucht Sichtbarkeit
„Lebensmittel müssen wieder mehr wertgeschätzt werden. Allein die Lebensmittelverschwendung ist für rund 10 Prozent der globalen Treibhausgase verantwortlich. Alle können etwas für das Klima tun, indem sie weniger Lebensmittel wegwerfen und sorgsamer damit umgehen“, sagt Oliver Weiß, einer der foodsharing-Verantwortlichen in Freiburg. Dort hatte bereits im September 2024 eine Ausstellung aller an einem einzigen Tag geretteten Lebensmittel für große Aufmerksamkeit gesorgt. Kommunalpolitiker und viele Besucher kamen mit foodsharing ins Gespräch – und wurden zum Nach- und Umdenken angeregt.  

Forderungen an die Politik
Verringerung der Lebensmittelverschwendung mittels verpflichtender Regelungen – entlang der gesamten Wertschöpfungskette vom Acker bis zum Teller

  • Abschaffung von Handelsnormen bzgl. Größe, Form und Farbe, die verhindern, dass genießbare Lebensmittel im Handel landen
  • Wegwerfstopp für Supermärkte
  • Mehr Rechtssicherheit für Organisationen und Initiativen, die Lebensmittel retten
  • Reform des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD)
    • Abschaffung des MHD für lang haltbare Lebensmittel (z.B. Reis, Nudeln, Wasser, …)
    • Klare visuelle Unterscheidung von MHD und Verbrauchsdatum             
    • Festlegung des MHD nach wissenschaftlichen statt willkürlichen Kriterien
  • mehr Bildung und Aufklärung zum Thema Lebensmittelwertschätzung

foodsharing engagiert sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und ein nachhaltiges Ernährungssystem. Die Ehrenamtlichen machen auf das globale Problem der Lebensmittelverschwendung aufmerksam und verstehen sich als konstruktive, ökologische Organisation. Sie kooperieren mit anderen Umweltorganisationen sowie den Tafeln und stehen im Dialog mit Unternehmen, Verwaltungen und Politik. Seit 2012 rettet die foodsharing-Bewegung täglich tonnenweise genießbare Lebensmittel vor dem Müll. Dabei gilt: „Tafel first“ – die Tafeln haben bei den Lebensmittelrettungen immer Vorrang. Bei foodsharing verteilen Ehrenamtliche Nahrungsmittel kostenlos und solidarisch von privat zu privat – im Bekanntenkreis, in der Nachbarschaft, in Obdachlosenunterkünften und anderen Einrichtungen sowie über die Plattform foodsharing.de. Über öffentlich zugängliche Regale und Kühlschränke, sogenannte Fairteiler, stehen die Lebensmittel in vielen Städten und Gemeinden allen Menschen zur Verfügung. Bildungs- und Aufklärungsarbeit ist ein zentraler Bestandteil des Engagements. Mit Schnippelpartys vor Ort, Infoständen und öffentlichen Vorträgen sowie Workshops in Vereinen, Schulen und Universitäten fördert foodsharing das Bewusstsein für nachhaltiges Handeln.

www.foodsharing.de