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Letzte Aktualisierung: 26.02.2020

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Tafel erinnert an Ernst Mays Geburtshaus

von Ilse Romahn

(07.02.2020) Kulturdezernentin Ina Hartwig hat eine Informationstafel in der Metzlerstraße 34 der Öffentlichkeit übergeben, die künftig an den Architekten und Städtebauer Ernst May (1886-1970) erinnern soll.

Er hatte hier die ersten Jahre seines Lebens verbracht. Neben der Kulturdezernentin sprach Philipp Sturm, Geschäftsführer des Forums Neues Frankfurt und des Vereins ernst-may-gesellschaft.

Hartwig betonte in ihrer Ansprache: „Ernst May ist einer der wichtigsten Akteure der einzigartigen Moderne-Utopie Neues Frankfurt. Sein Geburtshaus ist daher von Bedeutung für die Frankfurter Stadtgeschichte, auch wenn die Architektur dieses Hauses wenig mit dem Neuen Bauen gemein hat, für das May berühmt war. Mit Informationstafeln wie dieser wollen wir das Neue Frankfurt langfristig in der Stadtlandschaft verankern.“

Philipp Sturm stellte heraus: „Die ernst-may-gesellschaft erfüllt es mit Stolz, dass neben den Siedlungen und Bauten nun auch die Vita Ernst Mays im Frankfurter Stadtbild vollständiger sichtbar wird. Neben seinem Grab auf dem Hauptfriedhof, den zahlreichen Siedlungen und dem Musterhaus in der Römerstadt und dem Holzhausenschlösschen als Ort seines ersten eigenen Büros komplettiert nun die Plakette an Ernst Mays Geburtshaus die Erinnerung an die herausragende Persönlichkeit“

May wurde am 27. Juli 1886 in Frankfurt geboren und wuchs in der Metzlerstraße in einer bürgerlichen Frankfurter Familie auf. Sein Vater Adam May leitete eine Lederfabrik in der Darmstädter Landstraße, sein Großvater Martin May (Namensgeber der Martin-May-Straße in Sachsenhausen) machte sich als Stadtverordneter und Stadtrat in der Kommunalpolitik einen Namen. 1925 bis 1930 war Ernst May als Stadtbaurat einer der maßgeblichen Initiatoren des Projekts „Neues Frankfurt“. Innerhalb dieser kurzen Zeitspanne entstanden in der Stadt rund 25 Siedlungen und etwa 15.000 neue Wohneinheiten. 1930 folgte er einem Ruf in die Sowjetunion und verließ Frankfurt, 1934 bis 1954 wirkte er als Architekt in Ostafrika. 1954 kehrte er in die Bundesrepublik zurück und wirkte bis zu seinem Tod im Jahr 1970 an zahlreichen großen Bauprojekten wie der Siedlung Neue Vahr bei Bremen oder Neu Kranichstein in Darmstadt.

Die Tafel ergänzt die Beschilderung zum Neuen Frankfurt, die bereits heute an vielen Orten in der Stadt an die Frankfurter Avantgarde erinnert. Perspektivisch soll es an jeder der Siedlungen und den bedeutenden Einzelbauten der Frankfurter Moderne Infotafeln zum historischen Hintergrund geben. (ffm)