Tablettenreste in der Toilette?
Retardpräparate lösen sich im Körper nicht auf
Einmal geschluckt, sieht man sie nie wieder? Das gilt längst nicht für jede Tablette. So ist es ganz normal, dass sich sogenannte Retardpräparate im Körper nicht auflösen, erklärt die stellvertretende Vorsitzende der Interessenvertretung Patienten und Versicherte Bundesverband für Gesundheit und Soziales Mechtild Pfeiffer-Krahl im neuen Infobrief des Vereins "Aufgepasst und Hergehört".
Sie bezieht sich dabei auf die Apothekerin Cornelia Stritzel, die in der „Apotheken Umschau“ (A6/26) den Grund dafür genannt hatte: "Die Tablette ist hier wie ein Transportmittel für den Wirkstoff. Er wird im Magen-Darm-Trakt schrittweise freigegeben, die Tablette wird aber nicht verdaut. Wer sie also nach den Klogang in der Toilettenschüssel wiederentdeckt, muss keine Sorge haben, dass sie nicht gewirkt hat."
Es können Pfeiffer-Krahl zufolge aber auch Medikamente unverdaut im Stuhl landen, die keine Retardpräparate sind. Zum Beispiel, wenn man Durchfall hat: „Die Medikamente wandern dann schneller durch den Verdauungstrakt.“ Das kann dazu führen, dass der Wirkstoff nicht richtig aufgenommen wird, dann wirkt die Tablette womöglich nicht. Auch Apothekerin Stritzel warnt dann davor, Medikamente auf eigene Faust nachzunehmen. Wer sichergehen will, lässt sich also lieber in der Apotheke beraten.
Beratung, ob in der Apotheke oder der Hausarztpraxis, ist auch angesagt, wenn man regelmäßig Tablettenüberreste im Stuhl vorfindet, die keine Retardpräparate sind. Dann ist womöglich eine Option, die Anwendungsform zu wechseln, um sicherzustellen, dass der Wirkstoff auch wirklich im Körper ankommt.
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