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Letzte Aktualisierung: 05.08.2020

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Stressvermeidung im Alltag

Nur kurzzeitiger Stress ist gesunder Stress

von Adolf Albus

(23.07.2020) „Den Stress braucht kein Mensch.“ – Doch, manchmal schon. Denn wie vieles im Leben hat auch Stress zwei Seiten: Wir brauchen ihn in gewissen Situationen, sollten ihm aber nicht dauerhaft ausgesetzt sein. Stress kann zum einen unserer Gesundheit helfen, ihr auf der anderen Seite aber auch erheblich schaden. Deshalb gilt es, die Balance zu halten und zu wissen, wie wir nach stressigen Situationen wieder entspannen können.

Stress verbessert zumindest kurzzeitig das Gedächtnis, was es uns zum Beispiel ermöglicht, am Abend vor der Prüfung seitenweise Fachbegriffe auswendig zu lernen. Er stärkt unser emotionales Empfinden, unsere Konzentration und unsere Leistungsfähigkeit. Ist er von kurzer Dauer, aktiviert er sogar Abwehrsysteme im Körper. Das ist zum Beispiel nach einer Infektion oder vor einer Operation wichtig, um den Immunschutz zu stärken. Dauert der Stress über einen längeren Zeitraum an, bewirkt das ausgeschüttete Hormon Kortisol allerdings eine Schwächung des Immunsystems. „Stress ist für uns alle alltäglich. Das Wichtige ist aber, zu erkennen, wann er überhandnimmt. Dann sollten Betroffene sich unbedingt eine Auszeit nehmen, um schwerwiegenden psychischen und physischen Erkrankungen vorzubeugen“, erklärt Philipp Köster, Bezirksdirektor und Krankenversicherungsexperte der Barmenia Versicherungen Frankfurt am Main.

Folgenschweren Krankheiten entgegenwirken
Schneller als viele glauben, kann stressbedingte Anspannung ein Burnout, Depressionen oder andere psychische Folgen nach sich ziehen. Auch körperlich kann sich Stress merklich auswirken: Durch das geschwächte Immunsystem können Bakterien und Viren den Körper leichter angreifen und sich dort länger aufhalten. Infektionskrankheiten wie langanhaltende Erkältungen oder Lippenherpes sind oft das Ergebnis. Aber auch Hörstürze, Muskelverspannungen und Sodbrennen sind keine Seltenheit. Bis hin zu Diabetes, einem Schlaganfall oder Herzinfarkt sind selbst folgenschwere Krankheiten möglich. Bei jedem äußert sich Stress anders.

„Wer permanent unter Stress steht, sollte nicht einfach auf eine Besserung hoffen. Diesen Fehler machen viele Menschen und merken es erst, wenn es zu spät ist. Oft ist bereits eine kleine, einminütige Auszeit zwischendurch hilfreich“, sagt Köster. Vom Bürostuhl einfach mal aufzustehen, kurz innezuhalten und durchzuatmen, kann Wunder bewirken. Es hilft, für einen Moment der Situation zu entkommen, indem man sich auf etwas anderes fokussiert – sei es die Blume auf der Fensterbank, das Muster der Tapete oder bewusst auf sich selbst. Entspannungsübungen wie Meditation schaffen es, Stress bewusst auszublenden und dadurch zu reduzieren – ebenso ein sportlicher Ausgleich nach der Arbeit. Auch die Gedanken haben Einfluss auf den eigenen Stresspegel: Eine negative Einstellung oder Angst vor einem großen Projekt zum Beispiel verstärken den Stress. Hingegen können positive Gedanken bekanntlich Berge versetzen.