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Letzte Aktualisierung: 05.08.2020

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Streit ums Frühstücksei

Widersprüchliche Studien zum Verzehr dieser „Cholesterinbombe“

von Norbert Dörholt

(27.07.2020) Rund 375 Milligramm Cholesterin bringt das einzelne Ei auf die Waage. Es gilt damit als Cholesterinbombe. Amerikanische Wissenschaftler berhauapten, dass eine tägliche Aufnahme von 3oo Milligramm Cholesterin das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 17 Prozent und das Sterberisiko um 18 Prozent steigert. Sofern man pro Tag zwei oder mehr Eier konsumiert, steige das Risiko entsprechend. Dem entgegen steht eine kanadische wissenschaftliche Untersuchung.

Sie besagt, dass sich der Konsum von sieben und mehr Eiern pro Woche nicht auf die Blutfette, die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder der Gesamtsterblichkeit auswirkt. Dieses Ergebnis wird auch durch zwei multinationale Therapiestudien gestützt.

Experimentelle Studien bestätigen: Bei einem Verzehr von acht Eiern pro Woche über einen Zeitraum von acht Wochen steigt der Cholesterinspiegel zwar an. Die Gefahr, allein durch ein Frühstücksei einen Herzinfarkt bzw. einen Schlaganfall zu erleiden, erscheine jedoch äußerst gering, da hierdurch der LDL-Cholesterin-Wert bei weitem nicht überschritten werde. Für die kanadischen Forscher steht fest: Am Tag ein Ei holt keinen Doktor herbei! Ein Ei am Tag sei völlig unbedenklich.

Das schreibt jedenfalls die Deutsche Gesellschaft für Gefäßerkrankungen – Deutsche Gefäßliga, einer der Kooperationspartner des 11.000 Mitglieder zählenden Bundesverbandes für Patienten- und Versicherteninteressen „Das PatientenForum“ e.V. in Mainz, dessen neues Informationsblatt „Aufgepasst & Hergehört“ sich mit diesem Thema beschäftigt (info@das-patientenforum.de).