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Letzte Aktualisierung: 04.12.2020

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Straßenverkehrsamt testet umweltorientiertes Verkehrsmanagement

Verkehrsdezernent Oesterling: Schutz der Bevölkerung vor Abgasen durch Digitalisierung im Verkehr

von Ilse Romahn

(16.11.2020) Digitale Verkehrstechnik an Ampelkreuzungen und ein rechnergestütztes Verkehrsmanagement über eine der modernsten Verkehrsleitzentralen Deutschlands sind in Frankfurt am Main schon lange selbstverständlich.

„Doch neben einem möglichst gut koordinierten Fluss des Autoverkehrs haben wir ein zweites Ziel im Blick“, sagt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling: „Zum Schutz der Bevölkerung vor Abgasen testen wir die Möglichkeiten umweltorientierten Verkehrsmanagements, auch das ist Digitalisierung im Verkehr.“

Im Rahmen der Forschungsinitiative mFUND fördert das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) seit 2016 Forschungs- und Entwicklungsprojekte rund um digitale datenbasierte Anwendungen für die Mobilität 4.0. Das geförderte Projekt trägt den Namen SCHOOL, was für „Strategiewechsel durch Open Data orientierte Lösungen“ steht, und befindet sich in einer der letzten Projektphasen. „Jetzt geht es in die Realität“, freut sich Petra Lau, Leiterin des Straßenverkehrsamtes: „Im Bereich der Friedberger Landstraße wird ab Montag, 16. November, der Testbetrieb aufgenommen.“

Auf Gesundheit und Umwelt belastende Verkehrssituationen wird dann mit Verkehrsinformationen und einer angepassten Verkehrssteuerung reagiert und die eingeleiteten Maßnahmen werden erprobt und ausgewertet. Auf Basis der fortlaufend ermittelten Verkehrs- und Umweltsituation auf der Strecke zwischen Alleenring und Friedberger Tor wird durch Verkehrssteuerung sowie durch Verkehrsinformationen versucht, zur Reduzierung der NOx-Luftschadstoffbelastung beizutragen. Dazu sind mehrere Strategien als Pilotinstallation und Demonstrator entwickelt worden.

Abhängig von aktuellen und historischen Verkehrsdaten sowie aktuellen Meteorologie- und Umweltdaten wird unter Einbeziehung von Verkehrs- und Umweltmodellen bei der Berechnung einer prognostizierten Überschreitung der Schadstoffkonzentration für den Folgetag ein „Umwelt-Alarm“ angekündigt. Dieser Schritt steht unter dem Fokus der Informationsverbreitung und dem Aufzeigen von möglichen Alternativen zur Pkw-Nutzung.

Die Veröffentlichung erfolgt durch die Integrierte Gesamtverkehrsleitzentrale (IGLZ) über folgende Kanäle:
• die dynamischen Informationstafeln,
• den Mobilitäts Daten Marktplatz (MDM),
• die Website https://www.mainziel.de
• Weitergabe an die ivm GmbH für das stadtverträgliche Routing.

Mit dieser Maßnahme wird die Öffentlichkeit über die Schadstoffproblematik informiert. Darüber hinaus werden die Verkehrsteilnehmer mit dem Ziel angesprochen, eine Veränderung der Verkehrsmittelwahl zu erreichen. Jeder Autofahrer kann seinen Beitrag zur Verkehrsentlastung, zur Verringerung der Schadstoffkonzentration und zur Begrenzung drohender Fahrverbote leisten.

Im nächsten Schritt werden, neben der Veröffentlichung und Informationsweitergabe über die oben genannten Kanäle mit Hinweis auf den belasteten Straßenabschnitt, zusätzlich folgende Maßnahmen aktiviert:

• Situationsabhängige Anpassung der Ampelsteuerungen, um eine Verstetigung des Verkehrsflusses und eine Reduzierung von Anfahrvorgängen zu erzielen.

• Alternativroutenempfehlungen über virtuelle Informationstafeln, die im stadtverträglichen Routing der Anwendung vielmobil der ivm GmbH angezeigt und berücksichtigt werden.

• Weitergabe der Alternativrouten an die im Projekt entwickelte App myTraQ mit dem Ziel, die Befolgung der Alternativrouten zu incentivieren, das heißt zu belohnen.

Das Straßenverkehrsamt leistet mit diesen umweltorientierten Verkehrsmanagementstrategien neben vielen anderen Maßnahmen einen weiteren Beitrag zur Reduzierung der Schadstoffbelastung in Frankfurt am Main. Sollten die Strategien und Maßnahmen sich als erfolgreich erweisen, so ist eine Ausweitung auf das gesamte Stadtgebiet der nächste Schritt.


Im Rahmen der Forschungsinitiative mFUND fördert das BMVI seit 2016 Forschungs- und Entwicklungsprojekte rund um digitale datenbasierte Anwendungen für die Mobilität 4.0. Neben der finanziellen Förderung unterstützt der mFUND mit verschiedenen Veranstaltungsformaten die Vernetzung zwischen Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Forschung sowie den Zugang zum Datenportal mCLOUD.

Weitere Information finden such unter https://www.mfund.de sowie unter https://mainziel.de/projekte/school im Internet. (ffm)