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Letzte Aktualisierung: 03.07.2020

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Steigende Schuldenquoten bei niedrigem Wachstum - ein Teufelskreis

von Ilse Romahn

(16.06.2020) Die privaten und staatlichen Schuldenquoten werden aufgrund der Coronakrise und des daraus resultierenden BIP-Einbruchs deutlich ansteigen. Das ist insofern akzeptabel, weil der Fokus aktuell darauf liegen muss, ausreichende Liquidität zur Verfügung zu stellen.

Doch wie geht es nach der Coronakrise weiter? Wie nach der Finanzkrise dürften die Schuldenquoten infolge der unterstützenden Geldpolitik und der sich erholenden Konjunktur wieder sinken. Grundsätzlich fließt aber nicht genug Vermögen in die Realwirtschaft. Vielmehr fließen Investitionen zunehmend in die globalen Finanzmärkte, die allerdings nicht für allgemeinen Wohlstand sorgen. Damit wieder zunehmend in die Realwirtschaft investiert wird, gilt es, deren Attraktivität im Vergleich zu Anlagemöglichkeiten im Finanzsektor zu erhöhen.

Dafür ist Vertrauen erforderlich, das die Fiskalpolitik durch ein Konjunkturprogramm kurzfristig wiederherstellen kann. Grundsätzlich sollte aber vor allem die Attraktivität des Investitionsstandorts Europa verbessert werden. Dazu muss die Euro-Zone die anhaltenden Unsicherheiten und Zweifel über ihre zukünftige Ausgestaltung dringend ausräumen. Dies beinhaltet unter anderem eine nachhaltige Lösung der Staatsschuldenproblematik und ein grundsätzlich höheres Maß an politischer Integration.

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