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Letzte Aktualisierung: 27.05.2022

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Start zum Bau der Jüdischen Akademie in Deutschland

von Ilse Romahn

(30.06.2021) Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker enthüllt gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des Zentralrats der Juden das Bauschild.

Mark Dainow, Sabena Donath, Uwe Becker, Prof. Doron Kiesel, Harry Schnabel
Foto: tadt Frankfurt / Rafael Herlich
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„Ich freue mich sehr, dass die Umsetzung der Jüdischen Akademie mehr und mehr Gestalt annimmt und nun auch das bauliche Startsignal erfolgt. Frankfurt knüpft damit umso mehr an seine historische Bedeutung als geistiges Zentrum jüdischen Lebens im deutschsprachigen Raum Europas an. Die Jüdische Akademie wird die Bandbreite einer lebendigen Religion einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich machen, die jüdische Sicht auf die Entwicklung der Gesellschaft aufzeigen und so das religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Leben in Frankfurt am Main, Hessen und Deutschland insgesamt bereichern und mit prägen können. Gerade in einer Zeit vielfältiger Umbrüche kann dieser besondere jüdische Thinktank in der internationalsten Stadt Deutschlands ein ganz besonderer Ort für den Diskurs über die die Zukunft unserer bunten und vielfältigen Gesellschaft werden“, sagte Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker bei der Enthüllung des Bauschildes als Start der Bauarbeiten der Jüdischen Akademie. „Jüdisches Leben und jüdische Traditionen sind Teil der Identität unserer Stadt und Frankfurt am Main verdankt seine heutige Bedeutung in vielerlei Hinsicht gerade auch dem Wirken großer jüdischer Familien in Geschichte und Gegenwart.“

Der Standort der Jüdischen Akademie ist im südlichen Bereich des Kulturcampusareals auf dem Eckgrundstück an der Senckenberganlage. Das Grundstück wurde von der ABG Frankfurt Holding zur Verfügung gestellt. Mit Unterstützung von Bund, Land und der Stadt Frankfurt am Main wird der Bau ermöglicht. Die Jüdische Akademie wird sowohl aus einem Neubau als auch aus der denkmalgeschützten Bestandsvilla entstehen. Das Gebäudeensemble wird im Erdgeschoss miteinander verbunden sein.

Harry Schnabel vom Zentralrat der Juden in Deutschland sagt: „Es ist kein Zufall, dass Frankfurt am Main zum Standort der Jüdischen Akademie geworden ist. Die städtischen Entscheidungsträgerinnen, allen voran Uwe Becker, haben uns von Beginn an bei der Grundstückssuche unterstützt und das Entstehen dieser richtungsweisenden Bildungseinrichtung ideell und finanziell gefördert. Die Jüdische Akademie wird die Frankfurter Bildungslandschaft um eine weitere Facette bereichern!”

Die neue Akademie besetzt die Südspitze des Kulturcampus und entwickelt aus dieser Position heraus ihre Fernwirkung. Die Akademieräume sind auf die bestehende Professorenvilla und einen Neubau verteilt. Zwischen Neubau und Bestand ist ein eingeschossiges, verglastes Foyer eingefügt, das zur Senckenberganlage den Haupteingang formuliert.

Während im neoklassizistischen Altbau unter anderem ein Café, Besprechungs- und Verwaltungsräume vorgesehen sind, nimmt der Neubau auf insgesamt fünf Ebenen ganz unterschiedliche Nutzungen auf. Im Untergeschoss befindet sich ein Speisesaal mit festeingebauten Sitzmöbeln, das Erdgeschoss beinhaltet einen multifunktionalen Akademiesaal. Im ersten Obergeschoss befindet sich ein großer Veranstaltungssaal für rund 200 Personen, der in Teilbereichen zwei Geschossebenen einnimmt. Seine Besonderheit liegt in der großzügigen Höhe von 5,50 Metern und einer in Sichtbeton gehaltenen, plastisch herausgearbeiteten Decke. Eine massive, gewendelte Treppenanlage führt auf eine großzügige Dachterrasse mit Blick auf die Frankfurter Skyline. Das prägnante Gebäudeprofil stellt die Besonderheit der öffentlichen Institution heraus.

Die künftige Jüdische Akademie wird die erfolgreiche Arbeit der Bildungsabteilung erweitern und als intellektueller Mittel- und Anziehungspunkt die Diskurse über jüdische Geschichte und Gegenwart über ihr Seminar-, Konferenz-, Vortrags- und Fortbildungsangebot in die Bevölkerung hineintragen. Die Eröffnung ist voraussichtlich für Ende 2023 geplant. (ffm)