Stars hautnah erleben
Festival des Deutschen Film in Ludwigshafen startet
Die 22. Ausgabe des Festivals des deutschen Films auf der Parkinsel in Ludwigshafen am Rhein startet am Mittwoch, 19. August. Mit über 130 000 Besuchern ist es inzwischen nach der Berlinale das publikumsstärkste Filmfestival Deutschlands. Die FAZ hat es einmal zum schönsten Festival in unserem Land gekürt. Noch bis zum 6. September laufen hier an 19 Tagen über 70 Produktionen. Auch Frankfurt und Hessen spielen eine Rolle.
Es ist ein Festival der besonderen Art. Es präsentiert sich als Ort der Begegnung von Publikum, Stars und der gesamten Branche unter freiem Himmel und in Kinozelten inmitten einer Parklandschaft mit riesigen Platanen an den Ufern des Rheins. Die Filme sind in diverse Kategorien wie Komödien, Stilbewusste Filmwerke, Unterhaltungsfilme und Eigenwillige Filmwerke untergliedert. Darüber hinaus steht ein Kinderfilmfestival auf dem Programm. Es werden Preise für Schauspielkunst vergeben, und das Publikum erlebt die Stars der Szene hautnah auf dem Roten Teppich. Zahlreiche Filmgespräche mit Darstellern, Regisseuren oder Drehbuchautoren runden das bunte Spektakel ab.
„Ich freue mich auf die tausende Liebhaberinnen und Liebhaber des Filmfestivals, die es genießen, hier zu sitzen und nach dem Kinobesuch in unserer Gastronomie am Rhein auf das Leben anzustoßen, während die Stars des deutschen Films auf dem Roten Teppich begrüßt werden“, erklärte Festivalintendant Dr. Michael Kötz, der mit seiner Frau Daniela die Veranstaltung einst ins Leben gerufen hatte. „Man hat das Gefühl, hautnah dabei zu sein.“
Großes Lob gab es vom rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Gordon Schnieder: „Ludwigshafen wird zu einem besonderen Ort das Festival des deutschen Films jeden Sommer zu einem besonderen Ort der Begegnung für Filmschaffende, Kulturbegeisterte und Gästen aus ganz Deutschland“, sagte der Landesvater. „Die Atmosphäre auf der Parkinsel, die Begeisterung für das Kino und der Austausch machen das Festival zu einem Aushängeschild unseres Landes.“ Und Prof. Dr. Klaus Blettner, Ludwigshafens Oberbürgermeister, betonte bei der Eröffnungspressekonferenz des Filmspektakels: „Das Festival ist ein kulturelles Aushängeschild unserer Stadt und weit über die Region hinaus bekannt.“ Einen wichtigen Aspekt sprach bei der Pressekonferenz Yannick Dillinger, Chefredakteur der lokalen Tageszeitung „Die Rheinpfalz“ an: „Ohne Kunst und Kultur wird es still“, erklärte er und erinnerte an die Corona-Zeit. „Man hat damals gemerkt, dass etwas Wichtiges fehlt. Ein Filmfestival wie dieses ist gesellschaftlich von immenser Bedeutung.“ Menschen kommen hier zusammen, kommen ins Gespräch und tauschen sich aus, sagte Dillinger.
Eröffnung mit einer Zeitgeist-Komödie
Eröffnet wird das Festival des deutschen Films am 19. August mit der Zeitgeistkomödie „Plötzlich Schwiegervater“ mit Hauptdarsteller Uwe Ochsenknacht, der aus der benachbarten Schwesterstadt Mannheim stand und der letztes Jahr den Preis für Schauspielkunst erhalten hatte. Er spielt einen mürrischen pensionierten Baustoffhändler, der mit seinem Schwiegersohn in spe alles andere wie begeistert ist. Sehr anspruchsvoll ist sicherlich die Produktion „Vaterland“, der dem Veranstalter-Team als „Film des Jahres“ geeignet erscheint, ein Meisterwerk der Filmkunst“, ist man sich sicher. Es geht um den Besuch von Thoamas Mann und seiner Tochter Erika 1949 im Nachkriegsdeutschland. Die Reise geht von Frankfurt nach Weimar durch ein zerstörtes Land. Mann ist eingeladen zu Reden anlässlich des 200. Geburtstages von Johann Wolfgang von Goethe.
Frankfurt und Hessen rücken in Ludwigshafen mehrfach in den Blickpunkt: Der Wiesbadener Tatort-Kommissar Murot, gespielt von Ulrich Tukur, hat es mit einem Mord in einer luxuriösen Seniorenresidenz zu tun. In dem Streifen „Bärenjagd“ liegt 1834 in der hessischen Provinz Davon eine Revolution in der Luft. Eine Leiche liegt im Gras, Schafe sind verschwunden, Der Hessische Landbote vermeldet, dass ein Bär sein Unwesen treibe. Ein Minister (gespielt vom früheren Tatort-Kommissar Wolfram Koch als Brix) legt sich mit dem Polizeichef an. Apropos Frankfurter Tatort: Seine frühere Kriminalkollegin Margarita Broich, welche die Kommissarin Anna Janneke verkörperte, ist Mitglied der dreiköpfigen Fachjury beim Ludwigshafener Filmfestival. Der Frankfurter Regisseur Rainer Kaufmann ist mit dem Film „Eine Nacht in Bangkok“ vertreten.
Ehrenpreis für Regisseur Volker Schlöndorff
Und noch einmal Hessen: Der in Wiesbaden geborene und in Schlangenbad im Taunus aufgewachsene Regisseur Volker Schlöndorff erhält den Ehrenpreis des Festivals des Deutschen Films. Der 87-jährige Filmemacher drehte bereits 1960 den Kurzfilm „Wen kümmerts“ über Algerier in Frankfurt. 1975 verzeichnete er mit der Böll-Verfilmung von „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ einen ersten großen Publikumserfolg. Der internationale Durchbruch gelang Schlöndorff 1979 mit dem Streifen „Die Blechtrommel“ nach dem Roman von Günter Grass, erhielt hierfür den Oscar für den besten fremdsprachigem Film.
Ehrenpreise für Schauspielkunst bekommen Annette Frier (gezeigt wird der Film „Mimi und ich“), Christian Redl (es läuft der Spreewaldkrimi „Mein ist der Tod“) und Christian Berkel (mit der Komödie „Ein Nachthemd für zwei“). Sehenswert klingen auch weitere Komödien wie etwa „Mit und ohne Simone“ (Hauptdarstellerin Adele Neuhauser), die Ältern (mit Eberhofer-Kommissar Sebastian Bezzel), „Ein Münchner im Himmel“ nach Ludwig Thoma oder „Fellinger - eiskalter Hund“ (mit dem ebenfalls aus der Eberhofer-Reihe bekannten Michael Ostrowski).
Vielversprechend erscheinen ebenso „Adams Acht“ in der Kategorie Unterhaltungsfilme, eine wahre Geschichte um den sensationellen Ruder-Olympiasieg des „Ratzeburger Achters“ in Rom 1960. Und „Ein Sommer auf Asphalt“ thematisiert nicht ganz leichte Vater-Tochter-Beziehung In der Rubrik Stilbewusste Filme sollte man sich die Uraufführung von „Nichtsnutze“ nicht entgehen lassen, der in der hiesigen Region Kurpfalz - in Mannheim und Heidelberg - spielt und für den Rheingold-Publikumspreis nominiert ist.
Zahleiche Filmstars haben ihr Kommen auf dem Festival des Deutschen Films bereits zugesagt. Wie Andrea Sawatzki, Axel Prahl, Adele Neuhauser, Golo Euler oder Felix Klare. Ebenfalls sind Nina Gummich, Michael Ostrowski, Christiane Paul, Rainer Bock und auch Benjamin Sadler live vor Ort.
Programm und Info unter: www.fflu.de
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