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Starkes Ergebnis trotz(t) Immobilienkrise

Taunus Sparkasse meistert Krisen – Operative Leistung unter Beweis gestellt

Überaus zufrieden zeigte sich auf der Bilanzpressekonferenz der Taunus Sparkasse Vorstandsvorsitzender Oliver Klink bei der Vorlage des Geschäftsberichtes für das Jahr 2023. Das Geschäftsjahr 2023 schloss mit einem „starken operativen Ergebnis“, so der Vorstandsvorsitzende, in Höhe von 85,9 Millionen Euro (Vorjahr: 86,7 Millionen Euro) – vor Zinsen und Steuern – ab, was die operative Leistungsfähigkeit als Kundenbank gerade in Krisenzeiten unter Beweis stellt.
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Vorstandsvorsitzender Oliver Klink (Mitte) trug die Bilanz des Geschäftsjahres 2023 vor und stand wie auch die beiden Mitglieder des Vorstandes Cristina Mussenbrock und Markus Franz Rede und Antwort.
Foto: Ralph Delhees

Aber auch von einem „hervorragenden Ergebnis“ wurde gesprochen durch die fast vollständige Rückführung des durch die Europäische Notenbank initiierten langfristigen Offenmarktgeschäfts (TLTRO) zur Stimulierung des Kundenkreditgeschäfts und nach einigen mit der Rückkehr des Zinses zu erwartet gewesenen Umschichtungen von zinslosen Sichteinlagen ins Wertpapiergeschäft ist die Bilanzsumme mit 7.346 Millionen Euro auf das langfristige Niveau zurückgekehrt. Unverändert sind einmal mehr die Refinanzierung aus dem Kundengeschäft und die in der Region ausgereichten Kredite im Gleichgewicht.

Das Geschäftsjahr 2023 war von gestiegenen Zins- und Baukosten geprägt, wobei die Darlehensnachfrage der Kunden massiv zurückgegangen ist.  Erhebliche Wertberichtigungen wurden im Kreditportfolio vorgenommen.

Immobilienkrise lässt Nachfrage nach Krediten erheblich zurückgehen
Die Darlehenszusagen fielen im Geschäftsjahr 2023 mit 712 Millionen Euro um 42 Prozent geringer aus als im Vorjahr. Gegenüber 2021 halbierte sich die Nachfrage nach Krediten. Die hohe Zurückhaltung der Kunden ließ erstmals den Kreditbestand insgesamt von 6.000 Millionen Euro im Jahr 2022 um sechs Prozent auf aktuell 5.651 Millionen Euro zurückgehen. „Der Traum von den eigenen vier Wänden sei 2023 vielerorts vorerst geplatzt“, so Klink.

Als Vorsichtsmaßnahme für drohende Rückgänge bei den Immobilienwerten ihrer Kunden hat die Taunus Sparkasse in 2023 erheblich vorgesorgt und da einen Teil der umfangreichen Rücklagen der vergangenen Jahre genutzt, um Wertberichtigungen in Höhe von 48,3 Millionen Euro vorzunehmen. Mit nur 1,3 Millionen Euro tatsächlicher Abschreibungen war ein sehr überschaubarer Ausfall in 2023 zu verzeichnen in 2023.

Zinsüberschuss steigt – Provisionsüberschuss auf hohem Niveau stabil
Der Zinsüberschuss stieg gegenüber dem Vorjahr um drei Prozent auf 150,5 Millionen Euro. Zudem hat die Taunus Sparkasse die Zinswende an ihre Kunden weitergegeben, was den Zinsaufwand von 5,7 Millionen Euro im Jahr 2022 auf jetzt 65,2 Millionen Euro deutlich ansteigen ließ.

Der Provisionsüberschuss liegt mit 41,7 Millionen Euro leicht über dem Vorjahresniveau. Durch den kräftigen Zuwachs bei den Giro- und Wertpapiererträgen konnten die deutlich eingebrochenen Provisionserträge aus dem Bauträgergeschäft kompensiert werden.

„So herausfordernd das Zinsumfeld für unser Immobiliengeschäft war, so attraktiv und reich an Chancen war die Entwicklung des Kapitalmarktes“, kommentierte Oliver Klink. Ihre Stärke zeigte die Taunus Sparkasse in der Wertpapierberatung auch durch die Zuwächse im Renten- und Zertifikate-Geschäft mit einem Plus von 147 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurde das Wertpapiergeschäft um 30 Prozent auf jetzt 2.913 Millionen Euro gesteigert und damit stieg auch das Kundenvermögen um drei Prozent auf 8.158 Millionen Euro.

Solides Kostenmanagement – Sinnvolle Zukunftsinvestitionen
Mit einer Aufwands-Ertrags-Relation (Cost-Income-Ratio) von 54,8 Prozent liegt die Taunus Sparkasse weiterhin auch im Wettbewerbsvergleich auf sehr gutem Niveau. Dies wird durch zahlreiche Zukunftsinvestitionen, wahrscheinlich zu einem dem modernsten Filialnetze Deutschlands und tarifvertragsbedingt gestiegenen Personalkosten, untermauert.

Der Sachaufwand ist von 42,7 Millionen um 2,5 Millionen Euro auf 45,2 Millionen angestiegen (+6 % gegenüber Vorjahr). Höhere Kosten ergaben sich aus den Grundstücks- und Gebäudeaufwendungen, der Ausgabe von Kunden- und Kreditkarten sowie aus Investitionen in IT und durch Aus- und Fortbildungen an Mitarbeitern. Der Personalaufwand hat sich von 58,5 Millionen Euro um 2,6 Millionen Euro auf 61,1 Millionen Euro erhöht (+4 % gegenüber Vorjahr).

Ergebnis nach Steuern auf Rekordniveau – erstmals Ausschüttung an ihre Träger
Das Ergebnis nach Steuern liegt mit 50,9 Millionen Euro auf einem in der Vergangenheit nur über Sondereffekte erreichten Niveau und zeigt die Stärke der Sparkasse im operativen Kundengeschäft. In den vergangenen zwei Jahren war das Ergebnis stark von Sondereffekten aus Immobilienverkäufen beeinflusst.

Der Bilanzgewinn beträgt wie in den Vorjahren acht Millionen Euro. Erstmals in ihrer Geschichte wird die Taunus Sparkasse hieraus zwei Millionen Euro an ihre Träger, den Main-Taunus-Kreis und den Hochtaunuskreis, auszahlen.

Rückblick auf 2023
„Als Sparkasse stehen wir in der Verantwortung gegenüber unseren Kunden, unseren Mitarbeitern und unseren Trägern. Und wir tragen auch diese Verantwortung. Geprägt von Chancen und Marktwegebenen Schwierigkeiten war das Geschäftsjahr 2023. Die Nachfrage nach intensiver Beratung war enorm. Wir konnten uns als Taunus Sparkasse nicht zuletzt durch unsere Präsenz vor Ort im Wettbewerb gut behaupten. Die Marktanteilsgewinne der vergangenen Jahre haben wir uns hart erarbeitet“, so das Fazit von Oliver Klink.

Ausblick – Zuversichtlich trotz herausforderndem Umfeld
Zur Jahresmitte 2024 lässt sich kein grundlegender Vorzeichenwechsel an den Märkten konstatieren. „Die Immobilienkrise ist nach wie vor da und wird uns möglicherweise noch länger fest im Griff haben“, sagte Oliver Klink. "Wir sind gut vorbereitet und fühlen uns solide aufgestellt, um mit unseren Kunden bis zum Wieder-Anspringen des Marktes abwarten zu können. Auf den Kapitalmärkten herrschen weiterhin Zinssenkungsfantasien und geben den Kursen weiteren Schub. Vor diesem nach wie vor herausfordernden Marktumfeld sind wir als Taunus Sparkasse weiterhin optimistisch, auch 2024 ein gutes Geschäftsergebnis erzielen zu können“, so Oliver Klink.

Erstmals Ausschüttung an die Träger
Die Taunus Sparkasse mit Sitz in Frankfurt/-Höchst, Bad Homburg v.d.H. und Hofheim am Taunus gehört mit einer Bilanzsumme von über 7,3 Milliarden Euro zu den erfolgreichsten Sparkassen im Sparkassenverband Hessen-Thüringen. Mit 712 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und 52 Filialen und Geschäftsstellen im Hochtaunuskreis und Main-Taunus-Kreis hat sie sich in den vergangenen Jahren eine besondere Marktposition in der Region erarbeitet. Dies wird auch durch die seit Jahren kontinuierlich steigenden Kundenzahlen und eine sehr hohe Kundenzufriedenheit bestätigt. Die Taunus Sparkasse engagiert sich seit vielen Jahren in der Region bei der Förderung von Sozialeinrichtung, Vereinen und Organisationen – zuletzt im Jahr 2023 mit knapp 2,6 Millionen Euro.