Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 15.10.2021

Werbung
Werbung

Starker Sport – starke Stadt – starkes Europa

Die „Europäische Woche des Sports“ bewegt Frankfurt

von Ilse Romahn

(16.09.2021) Unter dem Motto #BeActive steht in Frankfurt die siebte Europäische Woche des Sports bevor. Das aus dem vergangenen Jahr erprobte Frankfurter Konzept setzt vor allem auf dezentrale Veranstaltungen der Vereine und Organisationen, rund 165 Angebote von 75 Ausrichtern gilt es zu entdecken. Die große freie Sportszene der Stadt wird sich ebenfalls präsentieren, dazu wird der Hafenpark seinem Ruf als Sportarena wieder gerecht werden.

Standen bei der Pressekonferenz anlässlich der Europäischen Woche des Sports #BeActive Rede und Anwtort. Von l.n.r: Jens-Uwe Münker, Hessisches Ministerium des Innern und Sport, Roland Frischkorn, Vorsitzender Sportkreis Frankfurt e.V., Mike Josef, Stadtrat der Stadt Frankfurt am Main, Dezernent für Planen, Wohnen und Sport, Michaela Werkmann, Vizepräsidentin Deutscher Turner-Bund e.V., und Ferdinand Huhle, Mainova, Leiter Konzernkommunikation und Public Affairs.
Foto: Sportkreis Frankfurt e.V.
***

Die Europäische Woche des Sports findet jährlich vom 23. bis 30. September statt und ist eine Initiative der EU gegen den Bewegungsmangel der Europäerinnen und Europäer.

Mit den dauerhaften Angeboten während der ganzen Aktionswoche in Kitas, Schulen und bei Vereinen sowie mit speziellen Thementagen werden Personen aller Generationen und in allen Lebenslagen erreicht – von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Handicap über Familien, Frauen, Arbeitnehmern bis zu Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen.

Zu den Highlights gehört das in die Woche integrierte 9. Frankfurter FamilienSportFest am Samstag, 25. September, von 11 bis 17 Uhr in der Fabriksporthalle Fechenheim (Wächtersbacher Straße 80). Für das Fest ist ein neues Konzept erarbeitet worden, um sportliche Familienduos herauszufordern, ihr Bestes zu geben und in Teamarbeit Spaß an Bewegungsaufgaben zu erleben.

Mit der Zukunft der Stadt- und Sportentwicklung beschäftigt sich eine Fachtagung bei Radio Frankfurt am 28. September, für die der Sportkreis die Planungs- und Baufachleute des namhaften Frankfurter Büros Proprojekt gewinnen konnte. Die Gesellschafter von Projekt sind Dipl.-Ing. Stefan Klos und die AS+P Albert Speer + Partner GmbH mit viel Erfahrung in der Planung und Beratung von Großereignissen wie Olympischen Spielen und internationalen Fußball-Turnieren.

Seit der Pressekonferenz im MyZeil am 15. September läuft der Countdown. „Die Europäische Woche des Sports ist seit 2015 eine tolle Initiative, die Menschen dazu ermuntert und ermutigt, aktiv zu werden und etwas zu finden, das sie gerne tun, um fit zu bleiben oder es zu werden“, sagte Jens-Uwe Münker als Vertreter des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport bei der Pressekonferenz. „Im letzten Jahr hat der Sportkreis mit Beharrlichkeit und Kreativität erreicht, dass die Veranstaltung nicht einfach abgesagt, sondern anders organisiert wurde, nämlich dezentral. Diese Neuaufstellung hat dazu geführt, dass die Europäische Woche die erste ‚Großveranstaltung‘ Frankfurts nach dem Lockdown war. Und vielleicht etwas überraschend haben viel mehr Akteure mitgemacht als in den Jahren zuvor. Für dieses Jahr wünschen wir uns, dass dieser Trend sich noch verstärken wird. Dabei ist das Land Hessen gerne Partner und Förderer.“

Mike Josef, der im neuen Magistrat Planungs- und Sportdezernent ist, sagte: „Frankfurt am Main hat gerade Bilanz ziehen können, was der 2010 initiierte Sportentwicklungsplan in einem Jahrzehnt bewirkt hat: Die Vereine haben beeindruckend viele Mitglieder gewinnen können. Gab es 2010 knapp 155.000 Sportvereinsmitgliedschaften, so zählten die Vereine kurz vor der Corona-Pandemie über 262.000 Mitgliedschaften. Damit waren noch nie so viele Frankfurterinnen und Frankfurter Mitglied in Sportvereinen. Perspektivisch wichtig: Von Mädchen und Jungen zwischen sieben und 14 Jahren sind drei Viertel in Sportvereinen aktiv. Für diese Entwicklung sind rund 250 Millionen Euro in Sportstätten und Bäder investiert worden. Auf eine Formel gebracht: Frankfurt ist und bleibt natürlich eine Sportstadt.“

Roland Frischkorn, der Vorsitzende des Sportkreises, ergänzte: „Sport wird immer gesehen als Wettkampf. Oder als Olympische Spiele. Da schalten ganz viele Menschen schon ab. Ihnen wird gar nicht bewusst, dass Sport so viel mehr ist. Er ist Treffpunkt, er ist Fitness, körperlich und geistig, er ist Prävention und Rehabilitation, das wird deutlich mit der Europäischen Woche des Sports und mit unserer Idee, Frankfurt mittelfristig zu Europas ‚bewegungsfreundlichster Stadt‘ zu machen. Blicken wir auf die Pandemie, so ist doch gerade in Lockdown-Zeiten deutlich geworden, was fehlt, wenn kein oder kaum Sport ausgeübt werden kann. Eines ist klar: Ob jung oder alt, wir bewegen uns viel zu wenig. Die Turn- und Sportvereine in Frankfurt sind im Grunde die Gesundheitsanbieter Nummer eins, der Gesundheitssport steht im Vordergrund. Wenn wir Anwalt des ganzen Sports sein wollen, müssen wir gleichzeitig dafür sorgen, dass es in Frankfurt Bewegungsangebote gibt, die im Park, beim Spaziergang, ungebunden einfach zum Mitmachen verlocken.“

Für den Premiumpartner Mainova AG spielt auch die gesellschaftliche Bedeutung des Sports eine zentrale Rolle. „Mainova hält die Region mit ihrer Energie am Laufen und die Menschen in Bewegung. Dies ist auch der Spirit der Europäischen Woche des Sports“, sagte Ferdinand Huhle, Bereichsleiter Konzernkommunikation und Public Affairs. “Sport ist gesund und verbindet Menschen. Zudem vermitteln Sportvereine Werte wie Fair Play, Teamgeist und Toleranz und fördern die soziale Integration. Unsere Gesellschaft lebt von dem Zusammenhalt – deshalb ist Mainova sehr gerne als Partner dabei.“

„Wir sitzen zu viel und bewegen uns zu wenig“, bringt es Katrin Jaenicke, beim Deutschen Turner-Bund Projektleiterin der Europäischen Woche des Sports, auf den Punkt. „Das hat sich – dafür braucht man keine wissenschaftliche Untersuchung - durch Homeoffice und Homeschooling eher noch verfestigt. Deshalb ist es gut, dass europaweit über 40 Länder beteiligt sind an der Aktionswoche, um der Bevölkerung zuzurufen: ‚Bewegt Euch!‘, findet Spaß durch Sport, entdeckt, was die Gesundheit stärkt. Unsere digitalen Formate sind von überall abzurufen, es sind Bewegungstipps dabei, Best Practice für Vereine und Gruppen, Fortbildungen etwa für Betreuer aus dem Alten- und Pflegebereich. Und wir freuen uns, mit der TG Bornheim im Rahmen der #BeActive Night am 25. September ein Dance- und Bewegungsevent umzusetzen, das wir über sportdeutschland.tv streamen. Ein weiterer Beleg dafür, wie alle an einem Strang ziehen“.

Roland Frischkorn sagt: „Die Europäische Woche ist eine große Entdeckungsreise, deren viele, viele Angebote man einfach erforschen muss. Wir als organisierter Sport haben einen Grund mehr, uns anzustrengen, da wir in der Pandemie 10.000 Mitglieder verloren haben, insbesondere im Kinder- und Jugendbereich. Vor allem die Vereine in den Stadtteilen sollen gestärkt werden, aber genauso machen wir auf die freie Szene aufmerksam. Das verstehen wir unter ‚Sportfamilie‘.“

Im Vorfeld haben sich schon bekannte Persönlichkeiten für die Bewerbung der Europäischen Woche des Sports engagiert, das ehemalige Frankfurter Stadtoberhaupt Petra Roth, Susanne Fröhlich, die Autorin und Moderatorin, EZB-Basketballer Thorsten de Sousa, dazu Topsprinterin Lisa Mayer und der Leichtathletik-Erfolgstrainer Günter Eisinger.

Unter www.beactive-frankfurt.de können sich Vereine und Interessierte weiter anmelden.

Für das Familiensportfest sind Anmeldungen möglich unter www.frankfurter-familiensportfest.de.