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Stadträte Birkenfeld und Oesterling besichtigen B-Ebene am Eschenheimer Tor

Winteraktion für obdachlos lebende Menschen in Frankfurt beginnt

Zum Auftakt der kalten Jahreszeit informiert die Stadt Frankfurt über von ihr bezuschusste Angebote, mit denen Träger der freien Wohlfahrtspflege obdachlos lebende Menschen begleiten. Neben Tagesangeboten und anderen ambulanten Hilfen wie Beratung, Information und Vermittlung, Essen- und Getränkeausgabe, Dusch- und Waschmöglichkeiten, Kleiderkammern und der medizinischen Grundversorgung kommt im Winter dem Schutz in der Nacht eine besondere Bedeutung zu.

Zusätzlich zu den regulären 270 Betten in Notübernachtungsstätten und Einrichtungen stehen deshalb während des Winters 75 Schlafplätze in Tagestreffs des Caritasverbands und des Diakonischen Werks zur Verfügung. Der Frankfurter Verein für soziale Heimstätten bietet vom 1. November an außerdem für bis zu 150 Personen in der B-Ebene der U-Bahn-Station Eschenheimer Tor einen geschützten Schlafplatz an. Die frühere Übernachtungsmöglichkeit in der B-Ebene der Hauptwache entfällt dafür.

Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld und Verkehrsdezernent Klaus Oesterling haben sich in Abstimmung mit der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) und dem Frankfurter Verein auf diese Lösung verständigt, weil an dem neuen Standort die Übernachtung und das Wintercafé in den Morgenstunden zusammen organisiert werden können. Gemeinsam haben sie den dafür in den vergangenen Wochen hergerichteten Bereich in der B-Ebene der U-Bahn-Station Eschenheimer Tor besichtigt.

„Wir haben jahrelang nach einer Möglichkeit gesucht, in der Nähe der Hauptwache den obdachlos lebenden Menschen nach dem Wecken ein Angebot machen zu können“, sagt Birkenfeld. In den meist noch empfindlich kalten Morgenstunden sind die Tagestreffs nach der Notübernachtung für Reinigungsarbeiten geschlossen. Die Sozialdezernentin ist deshalb froh, dass es jetzt eine Lösung für das Wintercafé gibt.

Die Bündelung der Übernachtungsmöglichkeit und des Wintercafés an einem Standort sorgt zudem für kurze Wege und ermöglicht eine lückenlose Betreuung der Menschen durch den Frankfurter Verein. Aber auch mit Blick auf die perspektivisch geplante Brandschutzsanierung der B-Ebene Hauptwache freut sich Oesterling über den neuen Standort: „Für die Zeit der Sanierung hätten wir auf jeden Fall eine Alternative für die Winterübernachtung finden müssen.“

Das Team vom Kältebus des Frankfurter Vereins, der bereits seit dem 1. Oktober wieder jede Nacht in Frankfurt rund 120 Kilometer unterwegs ist, bereitet die obdachlos lebenden Menschen seit Tagen auf den Standortwechsel vor. Das Angebot in der B-Ebene der Station Eschenheimer Tor richtet sich vor allem an diejenigen unter ihnen, die nicht in eine reguläre Notunterkunft gehen wollen, und Menschen aus Ost- und Südosteuropa, die aufgrund rechtlicher Gegebenheiten nur einen befristeten Anspruch auf soziale Hilfen haben.

Die Zahl der Menschen, die das Team des Kältebus auf Frankfurts Straßen, Plätzen, in Parks und unter Brücken in den vergangenen vier Wochen angetroffen hat, bewegt sich im Rahmen der Vorjahreswerte. In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November waren es 139 Personen, darunter 112 Osteuropäer und insgesamt 26 Frauen.

„Die Träger sind gut vorbereitet, um die obdachlosen Menschen in der kalten Jahreszeit gezielt anzusprechen, ihnen die notwendige Unterstützung anzubieten und ihnen in ihrer schwierigen Situation zu helfen“, sagt Birkenfeld. Die Sozialdezernentin lobt die gute Zusammenarbeit: „Wir kooperieren in Frankfurt sehr eng, damit uns niemand durchs Netz fällt.“ Wenn es in diesem Winter erforderlich würde, könnten gemeinsam auch kurzfristig zusätzliche Notübernachtungskapazitäten geschaffen werden.

Birkenfeld und Oesterling appellieren an Bürgerinnen und Bürger, sich an den Kältebus des Frankfurter Vereins zu wenden, wenn Sie obdachlos lebende Menschen nachts an abgelegenen Orten beobachten. Das Team ist telefonisch zu erreichen unter der Nummer 431414, aber auch die Notrufnummer 112 kann gewählt werden. Die meisten Menschen auf der Straße sind bereits bekannt. Die Träger führen gemeinsam eine Liste der Personen, die sich draußen aufhalten, kennen ihre typischen Schlafplätze und suchen sie dort regelmäßig auf. Aber es kann immer jemand Neues dazu kommen, deshalb wird jedem Hinweis aus der Bevölkerung nachgegangen.

In diesem Winter wird erstmals die Abteilung Presse und Citymarketing im Hauptamt und Stadtmarketing die gesamte Winteraktion mit mehreren Video- und Textbeiträgen zum Thema begleiten, um Bürgerinnen und Bürger zusätzlich über soziale Medien über das Hilfesystem für obdachlos lebende Menschen zu informieren. Der erste Videobeitrag ist hier abzurufen: https://youtu.be/ur824hTruR4