Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 09.04.2021

Werbung
Werbung

Stadtgeläut an Ostern

von Ilse Romahn

(31.03.2021) Bürgermeister Uwe Becker und Stadtrat Stefan Majer begrüßen das Signal der österlichen Hoffnung und Zuversicht.

Zum ersten Mal seit zehn Monaten wird an Karsamstag von 16.30 bis 17 Uhr das Große Stadtgeläut in der Frankfurter Innenstadt erklingen. Für Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker und Stadtrat Stefan Majer stellt das Geläut gerade in dieser schwierigen Zeit einen besonderen Moment österlicher Hoffnung und Zuversicht dar.

„Die Glocken unserer Innenstadtkirchen läuten das bevorstehende Osterfest ein und erinnern an die Auferstehung Jesu Christi von den Toten nach seiner Kreuzigung und damit an den Sieg des Lebens über den Tod. Dieses Jahr sollen die Glocken aber auch ein zusätzliches Zeichen der Hoffnung und der Zuversicht in dieser schwierigen Corona-Zeit sein“, sagen Becker und Majer. „Wer dieses einzigartige Klangerlebnis in Frankfurts Innenstadt erleben möchte, muss auch am Karsamstag an eine Mund-Nasen-Bedeckung und an Abstand denken. Das Läuten lässt sich vom Mainufer bis über die Zeil hinweg hören, so dass genügend Raum für die Anhängerinnen und Anhänger unserer Frankfurter Tradition besteht. Auf das Mitbringen von Speisen und Getränken muss aber auf jeden Fall verzichtet werden, um in dieser besonderen halben Stunde auch die Mund-Nasen-Bedeckung zum Schutz der Mithörerinnen und -hörer durchgehend tragen zu können“, sagten Becker und Majer.

Zehn Kirchen mit insgesamt 50 Glocken sind perfekt aufeinander abgestimmt und bilden dann den Sound von Frankfurt. Den Auftakt macht die Bürgerglocke der Paulskirche. Es schließen sich die anderen fünf Glocken der Paulskirche an. Anschließend folgen die vier Glocken der Katharinenkirche an der Hauptwache, daraufhin stimmen die fünf Glocken der Liebfrauenkirche ein. Nördlich der Liebfrauchenkirche erklingen nun die vier Glocken der Peterskirche sowie die drei Glocken des Dominikanerklosters, der westlichste Punkt des Großen Stadtgeläuts. Mit ihren sechs Glocken fügt sich die Leonhardskirche am Main ein sowie die vier Glocken vom Kamiliterkloster, die auch zum Großen Stadtgeläut gehören. Die vier Glocken der Alten Nikolaikirche am Römerberg vervollständigen die Komposition bevor die südlichste und auf der anderen Mainseite gelegene Dreikönigskirche ins Stadtgeläut mit ihren fünf Glocken einsetzt. Zum Höhepunkt folgen die neun Glocken des Kaiserdoms. Unter ihnen die Gloriosa, die bekannteste Glocke Frankfurts. Sie ist über zweieinhalb Meter hoch und breit und mit 11.950 Kilogramm das Schwergewicht unter den Glocken der Frankfurter Innenstadtkirchen sowie die zweischwerste Bronzeglocke Deutschlands. Gemeinsam wiegen die 50 Glocken des Großen Stadtgeläuts 64.804 Kilogramm.

Im Mai 1856 beschloss der Senat der Freien Stadt Frankfurt, zu Weihnachten, Ostern und Pfingsten ein Geläut zu veranstalten. Die heutige Komposition geht auf den Mainzer Glockensachverständigen Prof. Paul Smets zurück, der das Geläut 1954 komponiert hat. Das erste Geläut aller Frankfurter Glocken ist aus dem Jahr 1347 bekannt, zur Begräbnisfeier von Kaiser Ludwig IV. Später wurden die Glocken bei allen Krönungen geläutet. (ffm)