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Letzte Aktualisierung: 17.05.2021

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Stadt Frankfurt verleiht Abschlusszertifikate an kommunale Gesundheitslotsinnen und -lotsen

von Ilse Romahn

(26.04.2021) Die Stadt Frankfurt am Main hat 30 neu ausgebildeten kommunalen Gesundheitslotsinnen und -lotsen ihr Abschlusszertifikat verliehen. Die Ausbildung im Rahmen des „KoGi-Projektes“ (Kommunale Gesundheitslotsen interkul-turell) ist eine Kooperation des Gesundheitsamts mit dem Verein Kinder im Zentrum Gallus/Mehrgenerationenhaus Frankfurt.

KoGi-Lotsinnen und -Lotsen des aktuellen Lehrgangs nach der Zertifikatsübergabe
Foto: Stadt Frnkfurt / Gesundheitsamt
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Ziel des KoGi-Projektes, das bereits 2012 vom Gesundheitsamt ins Leben gerufen wurde, ist es, gegenseitige interkulturelle Öffnung zu fördern, mehrsprachige und kul-tursensible Gesundheitsaufklärung anzubieten sowie die direkte Ansprache zu Ge-sundheitsthemen in Frankfurt zu ermöglichen.

Um die Gesundheitskompetenz der Eltern von (Klein-)Kindern zu stärken, sind erstmals in diesem Jahr zusätzlich KoGi-Lotsinnen und -Lotsen zur Elternbildung gezielt für den Einsatz in Krippen, Kitas und Grundschulen ausgebildet worden. Die 30 Männer und Frauen können ab sofort von Krippen, Kitas und Grundschulen eingeladen werden. Dort leisten sie einen wertvollen Beitrag zur interkulturellen Bildung von Eltern und Einrichtungen. Sie verfügen über exzellente Sprachvielfalt und zum Teil langjährige Erfahrungen im Gesundheitswesen. Insgesamt sollen in drei Projektjahren 90 Lotsinnen und Lotsen für diesen Bereich ausgebildet werden. Die Lotsinnen und Lotsen wurden an 14 Terminen in vielen relevanten kinderbezoge-nen Gesundheitsthemen, wie beispielsweise Ernährung, Bewegung, seelisches Wohlbefinden, Medienkompetenz, Sprachkompetenz aber auch hinsichtlich wichtiger Themen wie Covid-19 oder Kinderrechte geschult.

Im Auftrag des Gesundheitsamtes werden sie zunächst vorrangig in den Pilotstadttei-len von „Gut geht’s“, Höchst und Unterliederbach, mit der Durchführung von Veran-staltungen aktiv. Aufgrund der Covid-19-Pandemie werden ab Mai erst einmal vorran-gig digitale Veranstaltungen realisiert.

Bereits ausgebildete KoGi-Lotsinnen und -Lotsen der vorangegangenen Jahre mit generalistischer Ausbildung sind zudem weiterhin aktiv und informieren in diversen Einrichtungen, beispielsweise Vereinen, Moscheen, kulturellen Institutionen, Gemeinschaftsunterkünften, Migrantinnen und Migranten in ihrer jeweiligen Muttersprache unter anderem über das deutsche Gesundheitssystem sowie über Themen der Gesundheitsförderung und Prävention aber auch hinsichtlich der aktuellen Pandemie und der Impfung.

„Wir freuen uns sehr, dass es uns in Kooperation mit dem Mehrgenerationenhaus Frankfurt in diesen schwierigen Zeiten der Covid-19-Pandemie gelungen ist, 30 Menschen mit Migrationsgeschichte zu KoGI-Lotsinnen und -Lotsen auszubilden, die speziell die Stärkung der Gesundheitskompetenz von Eltern durch interkulturelle Gesundheitsaufklärung in Krippen/Kitas und Schulen fördern“, erläutert der Gesundheitsamtsleiter Prof. René Gottschalk. Claus Möbius, ehrenamtlicher Stadtrat der Stadt Frankfurt, fügt hinzu: „Das im Rahmen der Gesamtstrategie von ‚Gut geht’s‘ innerhalb unserer Stadt verfolgte Gesundheitsziel ‚Gesund Aufwachsen‘ wird innerhalb dieses Projektes gezielt und nachhaltig aufgegriffen. Ich wünsche viel Erfolg für den weiteren Verlauf des Projektes.“

„Diese 30 spezifisch ausgebildeten interkulturellen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die ihr gesundheitsbezogenes Wissen niedrigschwellig an vulnerable Familien mit Kindern weitergeben, sind ein unverzichtbarer und wertvoller Baustein zur Herstellung von Chancengleichheit in Bezug auf Gesundheit in der Stadt Frankfurt am Main“, erläutert Manuela Schade, Projektleiterin im Gesundheitsamt.

Martina Makowski, pädagogische Leitung im Mehrgenerationenhaus Frankfurt Gallus, fügt hinzu: „Die mehrsprachige Kommunikation in Gesundheitsthemen unterstützt Eltern und Einrichtungen gleichermaßen. Wir freuen uns sehr, unsere Erfahrungen als Kooperationspartner hier mit einzubringen und hoffen nun auf viele Veranstaltungen mit einer großen Reichweite in der Frankfurter Bevölkerung.“

Das KoGi-Projekt ist in die Gesamtstrategie von „Gut geht’s“ eingebettet und liefert einen wertvollen Beitrag zur Gesundheitsförderung von benachteiligten Kindern und Jugendlichen durch die Stärkung der Gesundheitskompetenz ihrer Eltern. Im Jahr 2019 wurde das Projekt zudem mit dem hessischen Gesundheitspreis ausgezeichnet.

„Gut geht’s“ verfolgt seit 2017 die Herstellung von Chancengleichheit in Bezug auf Gesundheit und Lebensqualität der Frankfurter Bevölkerung. (ffm)