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Stabiles Weihnachtsgeschäft erwartet der hessische Handel trotz vorsichtigem Konsumverhalten

Trotz einem verhaltenen Konsumverhalten erwartet der Handelsverband Hessen für das Weihnachtsgeschäft 2025 einen stabilen Verlauf und einen zugewartetes Umsatzplus von 1,7 Prozent. In den Monaten November und Dezember werden im Handel in Hessen voraussichtlich 11,7 Milliarden Euro umgesetzt.

Sehr verhalten zeigte sich der Hessische Handelsverband zum Weihnachtsgeschäft 2025 und prophezeite stabile Umsätze. Unser Bild zeigt bei der Pressekonferenz von links: Geschäftsführer Patrick Peckmann, Vizepräsidentin Tatjana Steinbrenner, Präsident Jochen Ruths und Hauptgeschäftsführer Sven Rohde.
Sehr verhalten zeigte sich der Hessische Handelsverband zum Weihnachtsgeschäft 2025 und prophezeite stabile Umsätze. Unser Bild zeigt bei der Pressekonferenz von links: Geschäftsführer Patrick Peckmann, Vizepräsidentin Tatjana Steinbrenner, Präsident Jochen Ruths und Hauptgeschäftsführer Sven Rohde.
Foto: Ralph Delhees
Herausforderungen der Innenstadtbelebung, hierzu zählen u.a., Begrünung, Sauberkeit, Sicherheit u.v.m.
Herausforderungen der Innenstadtbelebung, hierzu zählen u.a., Begrünung, Sauberkeit, Sicherheit u.v.m.
Foto: Grafik: Hess. Handelsverband
Aufzählung von Ideen für bessere Innenstädte und Stadtteilzentren in Hessen.
Aufzählung von Ideen für bessere Innenstädte und Stadtteilzentren in Hessen.
Foto: Grafik: Hess. Handelsverband
Bei dieser Grafik zeigt sich welch hohe Bedeutung eine weihnachtliche Atmosphäre den Konsumenten in den Geschäften anspricht
Bei dieser Grafik zeigt sich welch hohe Bedeutung eine weihnachtliche Atmosphäre den Konsumenten in den Geschäften anspricht
Foto: Grafik: Hess. Handelsverband

Eine Umfrage hat ergeben, dass der Konsument rund 50 Euro in diesem Jahr für Geschenke ausgibt. Einbezogen sind hier bereits die vorweihnachtlichen Einkäufe der Konsumenten durch die zahlreichen Novemberangebote – wie z.B. Black Friday - getätigt werden. Für das Gesamtjahr 2025 erwartet der hessische Handel ein Umsatzplus von 2,0 Prozent. Sven Rohde, Hauptgeschäftsführer des Hessischen Handelsverbandes berichtete gestern, dass bei der Mehrheit der Einzelhändler die Umsätze im laufenden Jahr zurückgegangen sind, verantwortlich hierfür sind u.a. Kaufzurückhaltung und steigende Personalkosten. Das Onlinegeschäft spielt keine größere Rolle, allerdings bereiten die ostasiatischen Onlinehändler dem Handel gewisse Sorgen, denn hier wird oft Geld für „Nichts“ ausgegeben, was dem Handel fehlt.

Weihnachten bleibt ein hoher emotionaler Anlass
Hohe Lebenshaltungskosten, Unsicherheit durch globale Krisen und eine vorsichtige Konsumhaltung prägen das Jahr. Der GfK-Konsumklima-Index lag im Oktober 2025 bei einem Indexwert von minus 22,5 Punkten. Der Index misst die aktuelle Konsumstimmung der Privathaushalte in Deutschland, im November ist diese nochmals um 1,6 Punkte gesunken. Dennoch bleibt Weihnachten ein emotional stark verankerter Anlass. Die hessischen Verbraucherinnen und Verbraucher bescheren dem hessischen Handel mit Geschenken und Feizeiteinkäufen ein stabiles Weihnachtsgeschäft ist sich der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Sven Rothe sicher.

„Die beliebtesten Warengruppen zeigen, dass die Menschen gezielt nach Dingen suchen, die insbesondere Familien Freude bereiten. Hierzu zählen wie seit Jahren an vorderster Stelle Spielwaren, Bücher, Kosmetik, Uhren und Schmuck, aber auch hochwertige Lebensmittel gehören regelmäßig zu den Favoriten“, erklärt Jochen Ruths. Zu den Umsatzträgern zählen aber auch Unterhaltungstechnik.

„Der Handel ist gut vorbereitet. Gleichzeitig arbeiten viele Betriebe am Limit – steigende Personal -, Energie - und Warenkosten bleiben eine enorme Belastung.“, so Tatjana Steinbrenner, Vizepräsidentin des Handelsverbandes.

Kosten sind die Preistreiber
Über die Hälfte der hessischen Händlerinnen und Händler stellt im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzrückgang fest – so das Ergebnis einer Umfrage des Handelsverbandes Hessen unter mehr als 200 hessischen Handelsunternehmen. Sorgen machen vor allem die Kaufzurückhaltung (89 Prozent), Anstieg der Kosten für Personal (85 Prozent), Wettbewerb durch internationale Onlinehändler (78 Prozent) und Bürokratie mit zahlreichen Dokumentationspflichten und Auflagen (72 Prozent).

„Der Handel spürt, dass die Menschen sich nach stimmungsvollen Momenten, Prozenten und einem schönen Einkaufserlebnis sehnen. Weihnachten lebt von Atmosphäre – und von lebendigen Innenstädten“, ergänzt Tatjana Steinbrenner. „Die Menschen wollen auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten schöne Stunden erleben. Sauberkeit, Sicherheit, Beleuchtung und attraktive Aufenthaltsräume sind keine Nebensächlichkeiten, sondern entscheidende Standortfaktoren“.

Vorsicht bei ostasiatischer Ware
Ein zunehmendes Risiko bleibt der Wettbewerb durch internationale Plattformen wie Temu und Shein, deren Geschäftsmodelle oft auf Dumpingpreisen, mangelhafter Produktqualität und überbordenden Werbemaßnahmen beruhen. Außerdem verstecken sich zumeist dahinter für den Käufer teils fehlerhafte Ware und auch ungewollte Zusatzkosten, Ärger mit Behörden, vor denen der Zoll – hierzu zählen ins besondere gefälschte Produkte, die häufig beschlagnahmt werden, dieser Tage aufmerksam machte.

„Wer unsere Innenstädte stärken will, darf unfaire Wettbewerbsmodelle nicht ignorieren“, schließt Sven Rohde, Hauptgeschäftsführer Handelsverband Hessen, an. „Der stationäre Handel steht für geprüfte Produkte, Beratung und Verantwortung. Dafür braucht es faire Rahmenbedingungen und zukunftsfähige Visualisierungskonzepte. Dies ist nicht nur in der Weihnachtszeit von hoher Bedeutung.“

Der Handelsverband Hessen vertritt die Interessen von rund 7.200 Mitgliedsunternehmen mit etwa 200.000 Beschäftigten in 20.000 Arbeitsstätten auf einer Verkaufsfläche von 22 Millionen Quadratmetern und einem Jahresumsatz der Branche von 58 Milliarden Euro.