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Letzte Aktualisierung: 22.09.2021

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Spurensuche Gustav Gerst – Ein Kaufmannsleben in Frankfurt

von Ilse Romahn

(06.09.2021) Gustav Gerst war Frankfurter Unternehmer, Mäzen, Stifter des Goetheturmes und Teil der weitverzweigten Familie Tietz, die fast 100 Kaufhäuser führte, darunter auch das „Tietz auf der Zeil“. Er selbst besaß Kaufhäuser in Bamberg und Chemnitz, engagierte sich für das Gemeinwohl, den Pferdesport und war ein bedeutender Kunstsammler.

Erst nach dem Brand des Goetheturmes erinnerte sich die Stadt an ihn und ging – auch anlässlich seines 150. Geburtstages 2021 – auf Spurensuche. Kaum etwas war über sein Leben und das seiner Familie bekannt. Nun werden die Ergebnisse der Forschung zu seinem Wirken in Frankfurt, zur Warenhauskultur in der Weimarer Republik, der Verfolgung und Enteignung durch die Nationalsozialisten bis hin zur Flucht über Schweden in die USA erstmalig in einem ganztägigen Kolloquium im Karmeliterkloster vorgestellt und diskutiert.

Umweltdezernentin Rosemarie Heilig lädt Interessierte zu der Veranstaltung am Mittwoch, 29. September, ins Institut für Stadtgeschichte ein: „Nachdem wir mit dem Festakt am Goetheturm den Stifter und Mäzen Gustav Gerst anlässlich seines 150. Geburtstages gewürdigt haben, freue ich mich nun, dass so viele Forscher uns helfen, die Spurensuche wissenschaftlich zu vertiefen. Insbesondere der Aspekt der Kaufhauskultur in der Weimarer Republik und das Schicksal der großen jüdischen Warenhäuser auf der Zeil während der NS-Zeit verdienen größerer Beachtung.“

Die Veranstaltung "Spurensuche: Frankfurt stellt sich seiner Geschichte" am 29. September von 10 bis 18 Uhr im Karmeliterkloster, Münzgasse 9, wird von Umweltdezernentin Rosemarie Heilig eröffnet.

Veranstalter ist das Dezernat für Umwelt und Frauen der Stadt Frankfurt am Main in Kooperation mit dem Institut für Stadtgeschichte.

Der Eintritt ist frei. Anmeldungen sind ab sofort online unter pretix.eu/isgfrankfurt/gustav-gerst/ möglich. Es wird um Beachtung gebeten, dass Besucherinnen und Besucher getestet, geimpft oder genesen sein müssen. 

Unterstützt wird das Kolloquium vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain und der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main. (ffm)
 
                 
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