Sportkreis Frankfurt präsentiert Mitgliederentwicklung
Foto: Kai Peters
Zu Gast bei der TG Bornheim, der nach Eintracht Frankfurt mitgliederstärkste Verein im Sportkreis Frankfurt, sprachen Roland Frischkorn und Dany Kupczik, Vorsitzender und stellvertretende Vorsitzende des Sportkreises Frankfurt, bei der diesjährigen Bilanzpressekonferenz mit Oberbürgermeister und Sportdezernent Mike Josef sowie Thomas Völker, Geschäftsführer der TG Bornheim, über die Mitgliederentwicklung im vergangenen Jahr, die Chancen und Herausforderungen steigender Mitgliederzahlen und die Sportinfrastruktur der Mainmetropole.
Zahlen – Daten – Fakten
Laut der Bestandserhebung des Landessportbundes Hessen waren zum Stichtag 01. Januar 2024 319.312 Frankfurter Mitglied in einem Turn- oder Sportverein. Wie der Landessportbund bereits meldete, stellt der Sportkreis Frankfurt somit auch in diesem Jahr den mitgliederstärksten Sportkreis Hessens. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Mitgliederzahl von 292.707 noch einmal um 9,09 % (26.605 Mitglieder) gestiegen – nicht zuletzt durch die anhaltende Begeisterung für die Frankfurter Eintracht. Doch auch ohne die Eintracht durfte die Frankfurter Sportwelt stolze 12.029 neue Mitglieder begrüßen. Betrachtet man die offizielle Einwohnerzahl der Stadt, sind deutlich mehr als ein Drittel der 770.166 (Stichtag: 31.12.2023) Frankfurter Mitglied in einem Turn- oder Sportverein. In Bezug auf die Geschlechterverteilung innerhalb der Vereinsmitgliedschaft zeigt sich, dass 64,46 % männlich, 35,53 % weiblich und 0,01 % sich unter der Identität "divers" einordneten. Die Auswertung verzeichnet einen Anstieg von 9 % bei den weiblichen Mitgliedern, während dieser bei den männlichen Mitgliedern bei 8,83 % lag.
Spannungsverhältnis Mitgliederwachstum – Infrastruktur
Wie die TG Bornheim vermeldeten nahezu alle der 15 größten Vereine Frankfurts einen positiven Mitgliederzuwachs im Vergleich zur letztjährigen Bestandserhebung. Sinkende oder stagnierende Zahlen bedeuten im Umkehrschluss nicht, dass der Vereinssport oder die Vereine selbst unattraktiv wären, ganz im Gegenteil. Unzählige Turn- und Sportvereine sahen sich gezwungen, einen Aufnahmestopp für neue Mitglieder zu verhängen. „Es ist unmöglich, neue Mitglieder aufzunehmen, wenn die Infrastruktur nicht ausreichend vorhanden ist. Vereine möchten ihren Mitgliedern die bestmöglichen Bedingungen zur Verfügung stellen. Bei stark wachsenden Mitgliederzahlen und gleichzeitig nicht oder kaum steigender Verfügbarkeit von Hallen oder Flächen können sie dieser Verantwortung jedoch nicht gerecht werden“, erklärt Dany Kupczik. Roland Frischkorn ergänzt: „Besonders dramatisch ist die Lage der Schwimmvereine. Denn die Bedingungen sind unumgänglich: Ohne Wasser kein Schwimmsport. Dies betrifft neben dem Schul- und Breitensport vor allem auch die bedeutende Rolle der Stadt Frankfurt als Standort für Spitzen- und Leistungssport. Bieten wir den Athleten keine professionellen Trainingsbedingungen, wandern sie in angrenzende Landkreise oder deutschlandweit zu Standorten mit besseren Bedingungen ab.“
Raumnot nicht nur für Bewegung – eine gesellschaftliche Herausforderung
Roland Frischkorn berichtet in diesem Zusammenhang von seinen Erfahrungen als ehemaliger Büroleiter des Sozialdezernats: „Schon immer wird Wohnraum für Wohnungslose in unserer Stadt gesucht. Das war schon Anfang der 1990er Jahre so. Die Probleme sind also nicht neu, im Gegenteil. Sie haben sich seitdem vervielfacht.“ Flüchtende aus Kriegsregionen verschärfen die Lage zusätzlich. Viele Male wurden Sporthallen zu Unterkünften umfunktioniert, wodurch die Räume weder den Sporttreibenden noch den Schülern zur Verfügung standen. Betroffen waren allein in Frankfurt bereits rund 30 Vereine. „Die Vereine haben geduldig und solidarisch die schwierige Situation angenommen. Sie haben den gesellschaftlichen Zusammenhalt und auch unsere Demokratie, gestärkt, zum Beispiel durch zahlreicheProjekte für Geflüchtete. Wir dürfen diese Solidarität nicht ausreizen. Sport und Bewegung leisten in gesellschaftlichen Krisensituationen eine unverzichtbare Arbeit für den Zusammenhalt und die Integration.“ Daher plädiert er dafür, Vereine bei der Entwicklung der eigenen, aber auch städtischen Sportinfrastruktur zu unterstützen. „Diese Herausforderung können wir nur gemeinsam bewältigen. Als Dachorganisation der Frankfurter Turn- und Sportvereine ist es unsere Aufgabe, mit ihnen gemeinsam den Sport in unserer Stadt weiterzuentwickeln und sie somit aktiv mitzugestalten. Unsere wunderbare Stadt hat so viel zu bieten. Helfen wir ihr dabei.“
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