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Sport im öffentlichen Grün – bewegt sich (in) Frankfurt genug?

Vor allem für dicht besiedelte Metropolen wie Frankfurt sind öffentliche Räume lebenswichtig: Sie bieten Flächen für gemeinsames Erleben und Kommunikation, versprechen aber auch Privatheit und Anonymität. Sie sind große Bühne für Kunst und politische Bekundungen. Öffentliche Räume bieten Platz zum Spielen, Erholen, Ausruhen. Sie dienen der Mobilität und der Bewegung. Öffentliche Räume sind das „Betriebssystem“ unseres Lebens im 21. Jahrhundert.
Podiumsrunde mit Frankfurt-Live-Redakteur Helmut Poppe
Podiumsrunde mit Frankfurt-Live-Redakteur Helmut Poppe
Foto: Frankfurt-Live
Moderation Stefanie Kratsch
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Foto: Frankfurt-Live
Alle Referenten
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Foto: Frankfurt-Live
Sponsoren BeActive
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Foto: Frankfurt-Live

Frankfurts Stadträtin Rosemarie Heilig, Dezernentin für Umwelt und Frauen und die Organisatoren der Europäischen Woche des Sports in Frankfurt diskutierten über die Nutzungsmöglichkeiten des öffentlichen Raums für Sport und Bewegung und brachten aus ihren jeweiligen Sichtweisen hochinteressante Perspektiven ein.

Rosemarie Heilig relativierte das Verbot (kommerziellen) Sporttreibens auf öffentlichen Grünflächen mit der Einschränkung, dass solange die Anwohner sich nicht beschwerten es sich eher um „Ge-„ statt „Ver-„ bot handelt. Allerdings sollten in sogenannten „Taschen“ – Parks also in den wirklich kleinen Anlagen , Megafonansagen unterbleiben.

Spannend waren die Ausführungen von Dirk Schellhorn, dermit seinem Team von Landschaftsarchitekten Geographen und Pädagogen das Ziel verfolgt, gesunde Freiräume für alle zu schaffen und  für alle Generationen zu gestalten. Er will Entschleunigung bieten und begleitet in politischen Entscheidungsprozessen. Er sagt, fähig zu sein, an einem Tag 1000 Menschen und mehr freudig  zu bewegen. Er unterstützt jüngste Aktionen wie die Besetzung von Parkplätzen für sportliche Aktivitäten und mahnt zur Entscleunigung im Gehen durch die Stadt.
Marathomann Jo Schindler geht einen ähnlichen  Weg und gibt die einfache Empfehlung,  mit dem Gehen anzufangen dann zu traben und erst später länger zu laufen. Er wünscht sich eine „Kilometrierung“ der Wege und mehr Licht auf den Laufstrecken. Rosemarie Heilig unterstützte ihn hierbei und berichtet von engen schlecht beleuchteten Parkrandwegen, durch die sie sich abend  nur in Begeleitung traut.

Zukunftsaskpekte des Sports wies Anja Kirig vom Frankfurter Zukunftsinstitut auf. Trends wie zunehemende Mobilität der menschen, neue Arbeitsplatzgestaltungen beeinflussen nachhaltig den Sport. Dies drückt sich zum Beispsiel in Arbeitsflächen aus, die gleichtezig viel Raum für Bewegung bis hin zu Kletterwänden vorsehen.

Welche Angebote zumeist am Mainkai hinter dem technischen Museum veranstaltet werden, zeigt ein Auszug des Mittwochprogramms:

Dance Cheerleading - offenes Training, Samsung Frankfurt Universe Cheerleaders

Triathlon - Rad-Parcours mit Kinderrädern, E-Bikes, Rennrädern und MTBs

Parkbenching am Mainkai

Barfußlauf, dieser im Grüneburgpark

Am Hafenpark im Frankfurter Osten vor der eindrucksvollen Kulisse der Europäischen Zentralbank kann man an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr spontan und ohne Kommerz an frischer Luft sich bewegen oder einfach nur in der Natur entspannen. Auch kann man hier an sogenannten Calisthenicsanlagen trainieren. Dies heißt, in einem Komplex aus verschiedenen simplen Übungen, die lediglich mit dem eigenen Körpergewicht durchgeführt werden, Muskelstärke trainieren und die eigene Beweglichkeit entwickeln.
Diese Übungen erfolgen an Stationen mit Stangen, Bänken und Wänden, also nicht mit beweglichen Teilen. Diese Art von Training folgt einem aktuellen Trend, der sich mehr und mehr gerade in Städten durchsetzt. Man kann ihn ohne finanziellen Aufwand und zu jeder Uhrzeit und ohne Bindungen durchführen. Ganz alleine muss man aber nicht bleiben, auch hier geht der Trend zu Verabredungen und zu sportlichem Messen via Apps begleitet durch persönliches gemeinsames Sporttreiben in der Gruppe.