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Spannender Blick hinter die Kulissen des Brass & Drum Corps

Teresa zieht die hellbraunen Lederhandschuhe über. Auf den ersten Blick sehen sie wenig spektakulär aus. Doch das täuscht, denn die Handschuhe sind wichtige Helfer der Color Guard des Krifteler Karneval Klub (KKK). An der Innenseite und am Daumen fällt bei genauem Hinsehen das dicke Polster auf.

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Foto: Gemeinde Kriftel

„Diesen Schutz brauchen wir unbedingt“, erklärt Teresa den Kindern und hält eine der neuen Fahnen hoch, die in schimmerndem Perlmutt und Violett leuchtet. „Wenn wir die Fahnen schwenken, dreht sich die Stange ständig in der Hand. Ohne die Polster würde das nach kurzer Zeit richtig wehtun.“

Dann greift sie die rund zwei Meter lange Fahne, die mit Stange mehrere Kilogramm auf die Waage bringt, und zeigt den Kindern die ersten Bewegungen. Schnell wird klar: Wer zur Color Guard gehört, braucht nicht nur Rhythmusgefühl, sondern auch Kraft, Ausdauer und eine gute Koordination.

Das Haus der Vereine in der Schulstraße 14 ist an diesem Vormittag wieder ganz und gar ein Haus der Musik und des Tanzens. 16 Mädchen und Jungen sind zu den Krifteler Ferienspielen gekommen und dürfen hinter die Kulissen des Brass & Drum Corps schauen. Statt nur zuzusehen, wechseln sie von Station zu Station, probieren Instrumente aus und erleben, wie aus vielen einzelnen Stimmen später ein gemeinsamer Klang entsteht.

Im Hof wirbeln gerade die Fahnen durch die Luft. Teresa zeigt geduldig jede Bewegung, erklärt, wie die Fahne sicher gefangen wird und warum der Blick immer nach oben gerichtet sein muss. Schon nach wenigen Minuten trauen sich die ersten Kinder an kleine Würfe heran. Als eine Fahne sauber wieder in den Händen landet, gibt es anerkennenden Applaus der anderen.

Unter dem Dach geht es deutlich ruhiger zu. Steven und Gudrun nehmen die Kinder mit in die Welt der Musiktheorie. Sie erläutern Notenköpfe und Notenhälse. „Eine ganze Note dauert vier Schläge“, weiß Steven. „Die halbe Note dauert zwei Schläge und die Viertelnote nur einen Schlag.“ Aus diesen Bausteinen entsteht später jede Melodie. Die Kinder dürfen bei Steven und Gudrun die Blechblasinstrumente ausprobieren.

Eine Etage tiefer wartet Felix am Xylophon. Mit den Schlägeln zeigt er zunächst die Tonleiter. Die Kinder dürfen auch hier an die Instrumente. „Ihr wisst jetzt alle, wo das C liegt“, sagt Felix und ermuntert: „Dann spielt doch mal alle das C an.“ Die übrigen Stufen der Tonleiter folgen. Nebenbei erfahren die Kinder, dass das Xylophon zu den Schlaginstrumenten gehört. Die verschieden langen Klangstäbe erzeugen unterschiedliche Tonhöhen. Je kürzer der Klangstab ist, desto höher klingt der Ton.

Am lautesten ist es nebenan bei Jonas. Hier liegen Drumsticks bereit, und weil es ordentlich zur Sache geht, gehören auch Ohrstöpsel zur Ausrüstung. David setzt sie sich auf, nimmt die Sticks in die Hand und findet erstaunlich schnell den Rhythmus. „Das macht Spaß“, ruft er und schlägt den nächsten Rhythmus an. Auch Evelina kommt gut zurecht und spielt schließlich gemeinsam mit Betreuer Jonas ein kleines Duett.

Immer wieder wechseln die Kinder die Stationen. Wer eben noch Trommelstöcke in der Hand hatte, hält wenig später ein Blasinstrument oder probiert sich an den Fahnen. So entdecken sie, wie viele unterschiedliche Aufgaben in einem Brass & Drum Corps zusammenkommen und dass jeder Bereich seinen eigenen Reiz hat.

Der Brass & Drum Corps des Krifteler Karneval Klubs zählt seit vielen Jahren zu den festen Partnern der Krifteler Ferienspiele. Der Verein gehört zu den erfolgreichsten Formationen seiner Art in Deutschland. 2023 wurde das Corps Europameister, 2024 folgte der Titel des Vize-Europameisters – jeweils in der Konzertklasse. Seit dem vergangenen Jahr tritt das Ensemble in der anspruchsvollen „Premier Class“ an und misst sich dort mit den besten Corps Europas. Die Nachwuchsarbeit beginnt bereits im Grundschulalter und reicht bis zu den Erwachsenen. An diesem Vormittag geht es jedoch nicht um Medaillen oder Meisterschaften. Viel wichtiger ist die Begeisterung, die auf die Kinder überspringt.