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Letzte Aktualisierung: 26.10.2020

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Sozialdezenentin Birkenfeld fordert personelle Konsequenzen vom Diakonischen Werk

Elf Familien in Flüchtlingsunterkunft Bonames an Krätze erkrankt

von Ilse Romahn

(19.06.2020) Stadträtin Daniela Birkenfeld hat das Diakonische Werk für Frankfurt und Offenbach nachtrüglich aufgefordert, personelle Veränderungen in der Flüchtlingsunterkunft Bonames vorzunehmen.

Bewohnerinnen und Bewohner hatten am 10. Juni vor Ort demonstriert und sich über die Situation in der Unterkunft beschwert. Bei einem Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt am Montag hatten Bewohnerinnen und Bewohner auch über ein gestörtes Vertrauensverhältnis zu Mitarbeitern des Betreibers berichtet.
 
„Das ist keine Ausgangssituation für ein gutes Miteinander“, sagt Birkenfeld. Die Sozialdezernentin hat aber auch selbst das Vertrauen in Teile der Mitarbeiterschaft verloren. Ein HR-Reporter hatte das Sozialdezernat mit der Information konfrontiert, dass es Skabies-Fälle in der Unterkunft gäbe. Das bestätigte der Leiter der Unterkunft auf Nachfrage des Sozialdezernats und sprach zunächst von bis zu drei betroffenen Familien. Die Bewohnerinnen und Bewohner berichteten in dem Gespräch am Montag aber über deutlich mehr Fälle von Skabies. Birkenfeld ließ umgehend das Gesundheitsamt informieren.
 
Nach einem Besuch des Gesundheitsamtes in der Unterkunft am Mittwochabend muss das Sozialdezernentin jetzt allerdings von mindestens elf Familien mit mehreren Dutzend Betroffenen ausgehen, die an Skabies erkrankt sind. Zwar zeigten sich dem Gesundheitsamt die Familien gut aufgeklärt und ärztlich versorgt. Aber dass die Meldung des Betreibers der bekannten Fälle an das Gesundheitsamt versäumt und das Ausmaß sowie das Risiko der Verbreitung offenbar nicht erkannt wurde, hält Birkenfeld für nicht hinnehmbar.
 
Das Gesundheitsamt ist in engem Kontakt mit den betroffenen Familien und dem Träger der Einrichtung. Kommende Woche ist ein weiterer Besuch der Unterkunft durch das Gesundheitsamt geplant.
 
In dem Gespräch am Montag hatten die Bewohnerinnen und Bewohner auch zahlreiche andere Themen vorgetragen. Das Gespräch dazu setzt das Sozialdezernat wie geplant am Montag fort.