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Letzte Aktualisierung: 21.06.2021

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Sonnenhut, Präriekerze und Gundermann sorgen in Kriftel für Furore

Brücke neu bepflanzt

von Adolf Albus

(02.06.2021) Wer im Sommer von Hofheim kommend nach Kriftel fährt und mit Blick auf die katholische Kirche St. Vitus die Brücke über den Schwarzbach passiert, der bekommt angesichts der üppigen Bepflanzung des Brückengeländers sofort gute Laune.

Der Erste Beigeordnete Franz Jirasek mit dem Pflanzteam des Bauhofs: Thomas Metz, Samir und Kujton Latifi sowie Markus Tänzer.
Foto: Gemeinde Kriftel
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Schon in den letzten Jahren war sie so imposant, dass etliche positive Rückmeldungen und E-Mails bei der Gemeinde eingingen. „Das freut uns natürlich sehr“, so der Erste Beigeordnete Franz Jirasek, der das Pflanzteam des Bauhofs am Montag vor Ort besuchte. „Uns ist die Bepflanzung zentraler Flächen und Beete im Ort auch weiterhin wichtig.“ In immer mehr Kommunen in der Region werde dagegen an ihr gespart.

In diesem Jahr konnte das Pflanzteam wetterbedingt erst zwei Wochen später als sonst mit der Bepflanzung der Blumenkästen beginnen. Für die kreative Komposition der Pflanzen ist Landschaftsgärtner Thomas Metz zuständig: Er wälzt seit über 30 Jahren schon im Winter Kataloge. Ihm ist wichtig, dass es jedes Jahr ein anderes Bild gibt und dass die Kästen bis in den Herbst bunt leuchtend jeden anstrahlen, der vorbeikommt oder –fährt. Diesmal hat sich Metz für insektenfreundliche Stauden wie den Sonnenhut, Präriekerze und Gundermann entschieden - ergänzt durch Gräser und andere Schmuckstauden. Die Pflanzen stammen aus dem Gartencenter Tropica in Kriftel.

Damit die Pflanzen sich gut entwickeln, muss einiges getan werden: „Wichtig ist es, vor dem Einpflanzen den Wurzelstock auseinander zu ziehen“, sagt Landschaftsgärtner Metz und demonstriert, wie das geht. Im unteren Teil der Kästen befinde sich ein Tongranulat, in dem sich pro Kasten bis zu 30 Liter Gießwasser sammelt. So müsse, je nach Wetter, das Pflanzteam nur zweimal in der Woche zum Gießen vorbeikommen, erklärt er. Dünger sei im Wasser immer enthalten.

Verblühtes müsse regelmäßig abgeknipst werden. „Auch dabei helfen uns Bürgerinnen und Bürger mit. Auch an der Erde sollte man nicht sparen“, rät Metz allen, die sich eine schöne Balkonbepflanzung wünschen. „Sie sollte eine gute Qualität haben und unbedingt torffrei sein.“ Denn um Torf für Blumenerde zu gewinnen, würden Moore trockengelegt und damit vielen Pflanzen sowie Tieren der Lebensraum genommen.

Die Reaktionen der Bürgerinnen und Bürger freuen ihn ganz besonders. „Immer wieder sprechen uns Bürger auf die Bepflanzung der Brücke an, einige fotografieren die Kästen sogar ab und gehen damit zum Gartencenter, um genau dieselbe Anordnung zu bekommen“, erzählt Metz und strahlt. Sogar Mitarbeiter anderer Kommunen schauten regelmäßig in Kriftel vorbei, um sich Anregungen zu holen. Kosten der Brückenbepflanzung: etwa 1.200 Euro.