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Letzte Aktualisierung: 12.08.2020

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Sondervermögen sichert Hilfen für Hochschulen, Forschung und Studierendenwerke

Haushaltsausschuss macht Weg frei für zusätzliche Unterstützung

von Ilse Romahn

(30.07.2020) Der Haushaltsausschuss hat heute den Weg frei gemacht für weitere umfassende Hilfen für Hessens Hochschulen und Forschung: Insgesamt 26,7 Millionen Euro fließen in den Aufbau der digitalen Lehre, in die Hilfe für Studierendenwerke, einen neuen Fonds für EU-Forschungsprojekte von Hochschulen sowie ein Netzwerk Pandemie an den Unikliniken.

Alle Hilfen wurden heute vom Ausschuss in einer Sondersitzung bewilligt. Insgesamt hat die hessische Landesregierung 31 konkrete Hilfsmaßnahmen im Volumen von zusammen fast 1,2 Milliarden Euro vorgelegt. 

„Im ersten Nachtragshaushalt und mit unserem Kulturpaket hatten wir die Freiberufler, Solo-Selbständige, Einrichtungen und Kleinstunternehmen im von der Corona-Pandemie besonders betroffenen Kulturbereich im Fokus. Nun konzentrieren wir uns auf Forschung und Innovation – sie sind für die Bekämpfung der Pandemie wichtiger denn je. Unsere Hochschulen haben bei der Schaffung der Strukturen für digitale Lehre großartige Arbeit geleistet und die Studierendenwerke die Studierenden unter schwierigen Umständen hervorragend unterstützt. Mit den Hilfen, die wir ins Sondervermögen eingebracht haben, wollen wir den Studierenden, Hochschulmitarbeitenden, Forscherinnen und Forschern weiter durch diese schwere Zeit helfen und eine gute Zukunft sichern“, kommentierte Wissenschafts- und Kunstministerin Angela Dorn. 

Mit zusätzlichen zwölf Millionen Euro unterstützt das Land Hessen die Studierendenwerke. Sie sind besonders von Liquiditätsengpässen bedroht, da sie weiterhin ihre fixen Kosten wie etwa für Personal, Hygienemaßnahmen und Betrieb unverändert leisten müssen, demgegenüber aber nach wie vor Einnahmen fehlen – etwa durch reduzierten Mensabetrieb und Leerstände in den Wohnunterkünften. 

Zusätzliche 2,3 Millionen Euro fließen in die Ausweitung der digitalen Infrastruktur an den Hochschulen, die ihre Präsenz- durch Online-Veranstaltungen ersetzen mussten. Darunter fallen zum Beispiel Kosten für Livestreaming, Servermieten, Kapazitäten für Home-Office-Aktivitäten sowie Notfonds für studentisches Arbeitsmaterial. 

Mit jährlich zwei Millionen Euro bis einschließlich 2023 wird der neu aufgelegte zukunftsträchtige Fonds „Hessen Horizon“ unterstützt. „Hessen Horizon“ soll vielversprechende hessische Forschungsprojekte voranbringen und dadurch mehr erfolgreiche Forschungsanträge bei der EU ermöglichen. Das Programm wird hessischen Hochschulen und bestimmten hessischen Forschungseinrichtungen helfen, ihr Potential für EU-Forschungsprojekte künftig bestmöglich auszuschöpfen, um damit einen noch stärkeren Beitrag zu regionaler Beschäftigung und Innovation zu erreichen. Ziel ist es, die aktuellen pandemiebedingten Herausforderungen des Arbeitsmarkts mit innovativen Entwicklungen und Forschungsideen aus Hessen zu überwinden, auch in Kooperation mit Unternehmen. Ein besonderer Fokus für Wege aus der aktuellen Krise liegt auf den wichtigen Bereichen nachhaltiges und ökologisches Wachstum, Klimaschutz und Digitalisierung, aber auch auf der Pandemieforschung. Die EU-Kommission setzt im neuen Forschungsrahmenprogramm ab dem nächsten Jahr insbesondere auf diese Zukunftsthemen. 

Zudem wird mit 4,3 Millionen Euro ein Pandemie-Netzwerk unter den hessischen Unikliniken aufgebaut. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Frankfurt, Marburg und Gießen arbeiten mit einander ergänzenden Ansätzen der Grundlagenforschung daran, auf Bedrohungen durch Viren vorbereitet zu sein.