Das Online-Gesellschaftsmagazin aus Frankfurt am Main

Letzte Aktualisierung: 08.02.2023

Werbung

Sonderausstellung „Hans Leistikow – Zurück in die Moderne“ im Dommuseum

von Ilse Romahn

(16.01.2023) Besucher haben zwei Wochen länger die Möglichkeit, den unkonventionellen, grenzüberschreitenden Meister der Vielfalt, Hans Leistikow, im Sakristeum im Haus am Dom und im Kreuzgang von St. Bartholomäus zu entdecken und kennenzulernen. Denn die Ausstellung „Hans Leistikow (1892-1962) – Zurück in die Moderne“ wurde bis Sonntag, 29. Januar, verlängert.

Leistikow war Maler, Gestalter, Bühnenbildner, Gebrauchsgraphiker, Autor und Lehrer. Er unterrichtete an der Werkakademie Kassel und an der Frankfurter Kunstschule. Er gestaltete Ausstellungen, Buchumschläge und Plakate, entwarf Tapeten, Lampen und Teppiche. Und er war virtuoser Schöpfer grafischer Blätter und Objekte. Sein Lebensweg führte ihn von Breslau nach Frankfurt, Moskau, Berlin und Kassel.

Zu den großen Raumgestaltungen Leistikows zählen der Innenraum und die Fenster der Westend-Synagoge in Frankfurt, deren Fenster und Kuppel in verschiedenen Blautönen unverändert erhalten sind, sowie die Glasfenster des Frankfurter Doms als sein größtes erhaltenes Werk, die Chorfenster der Klosterkirche Maulbronn sowie vieler weiterer Kirchen.

Jahrzehnte zuvor war er in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts im städtebaulichen und sozialen Programm des „Neuen Frankfurt“ von Ernst May eine der prägenden Figuren und der wichtigste Grafikdesigner. Er leitete das städtische Drucksachenbüro und war vor allem für die Typografie und Gebrauchsgrafik zuständig. Sein radikal reduzierter Stadtadler rief Proteststürme hervor.

Als Teil der Ausstellung zeigt das Dommuseum eine Auswahl aus der fotografischen Serie „Regenerating Permanence“ der Künstlerin Laura J. Padgett, die sich zwischen 2019 und 2021 auf die Spuren Leistikows in der Westend-Synagoge begab. 1950 hatte Leistikow den Auftrag erhalten, den im Nationalsozialismus zerstörten Innenraum der 1910 eingeweihten Synagoge neu zu gestalten.

Die Öffnungszeiten des Dommuseums während der Ausstellung sind Dienstag von 10 bis 17 Uhr, Mittwoch von 10 bis 19 Uhr, Donnerstag und Freitag von 10 bis 17 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 17 Uhr. An Montagen ist geschlossen. Führungen durch die Sonderausstellung gibt es jeweils mittwochs um 17.30 Uhr und sonntags um 14 Uhr. Die Teilnahme ist im Eintritt von 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, inbegriffen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Treffpunkt ist das Sakristeum im Haus am Dom, am Domplatz 3. Weitere Informationen gibt es unter dommuseum-frankfurt.de. (ffm)