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Letzte Aktualisierung: 01.07.2022

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Sommer, Sonne – Hitzeschlag?

So bleiben Senioren trotz steigender Temperaturen fit

von Ilse Romahn

(15.06.2022) Sommer bedeutet nicht nur Badespaß und Eis essen – für Senioren bringt die sonnige Jahreszeit auch einige Schattenseiten mit sich. In den letzten Jahren sind die Temperaturen immer weiter gestiegen und Hitzewellen mit über 30 Grad Celsius stellen schon länger keine Seltenheit mehr dar.

Besonders ältere Menschen belastet das, denn ihre Körper reagieren meist stärker auf die extremen Temperaturen. „Viele Senioren unterschätzen die Auswirkungen der prallen Sonne. Gehen sie unbedacht vor, führt das häufig zu Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden und allgemeiner Verwirrung. Dadurch steigt das Sturzrisiko enorm“, warnt Markus Küffel, Gesundheitswissenschaftler, examinierte Pflegefachkraft und Geschäftsführer der Pflege zu Hause Küffel GmbH.

Tipp 1: Trinken, trinken und noch mehr trinken
Bei Senioren nimmt der Drang, etwas zu trinken, generell immer weiter ab, da alternde Sinneszellen das Durstempfinden unterdrücken. Sie nehmen also in der Regel zu wenig Flüssigkeit zu sich, was im Sommer noch extremer wird. Das Problem: Auch wenn Betroffene kein Durstgefühl haben, benötigen sie dennoch ausreichend Wasser um den Körper zu versorgen. „Mindestens zwei Liter sollten am Tag getrunken werden“, empfiehlt Markus Küffel und rät weiter: „Wer ein wenig Abwechslung braucht, kann sein Wasser auch mit etwas Saft vermischen. So bekommt der Körper wichtige Elektrolyte zurück, die er beim Schwitzen ausscheidet.“ Hilfreicher Trick: Morgens schon die gewünschte Menge abfüllen, das spornt zum Trinken an.

Tipp 2: Richtige Kleidung wählen
Viele ältere Menschen frieren schnell und tendieren dazu, sich wärmer anzuziehen als notwendig. Im Sommer kann das zum Problem werden: Dicke und enganliegende Kleidung erhitzt den Körper zusätzlich. Bei hohen Temperaturen eignet sich deshalb dünne und weite Kleidung aus Leinen oder Baumwolle. Diese bietet Schutz vor leichtem Wind und starker UV-Strahlung, erlaubt aber dennoch eine optimale Luftzirkulation und kühlt den Körper so ab. Synthetische Textilien, die die Wärme am Körper stauen, sollten hingegen vermieden werden.

Tipp 3: Leichte Kost als Entlastung
Zum Verdauen von schweren Gerichten muss der Körper viel Energie nutzen. Leichte Mahlzeiten helfen im Sommer dabei ihn zu entlasten. Optimal sind zum Beispiel Salate, Obst und Gemüse. Diese Lebensmittel liegen nicht schwer im Magen, halten lange satt und geben dem Körper ausreichend Nährstoffe. Im Sommer darf das Essen ausnahmsweise auch etwas mehr gesalzen werden als sonst. So werden dem Körper wieder wichtige Mineralien zugeführt, die er beim Schwitzen ausscheidet.

Tipp 4: Richtiger Sonnenschutz
Mit dem Alter reagiert die Haut immer empfindlicher auf Sonneneinstrahlung, da der Körper schützende Hautpigmente nur noch sehr langsam bildet. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann die Reaktion auf zu viel Sonne negativ beeinflussen. Bluthochdruckmittel, Cortison oder Rheumamittel können zum Beispiel nach Sonneneinstrahlung für brennende Schmerzen oder stark gerötete Haut sorgen. Daher sollten Senioren sich besonders gut vor Sonnenbrand schützen. „Ausreichend Sonnenschutz für Haut und Lippen stellt ein Muss bei Senioren dar, um die UV-Strahlen abzuwehren. Ein 1,80 großer Mensch benötigt etwa 40 Milliliter Creme. Bei zweimal täglichem Eincremen reicht eine 250-Milliliter-Flasche drei Tage. Außerdem empfehlen sich ein Hut, am besten mit einer Nackenkrampe, sowie eine Sonnenbrille zum Schutz der Augen“, appelliert Markus Küffel. Auf ausgiebiges Sonnenbaden sollte generell verzichtet werden.

Tipp 5: Hilfe holen
Wenn Angehörige bemerken, dass Senioren diese Maßnahmen nicht mehr alleine bewältigen, kann eine sogenannte 24-Stunden-Kraft helfen. Dabei zieht eine meist osteuropäische Kraft bei den Betreuungsbedürftigen zu Hause ein und unterstützt sie im Alltag. „Gerade im Sommer ist es wichtig, dass Senioren präventive Maßnahmen gegen einen Hitzschlag treffen. Eine Betreuungskraft vor Ort unterstützt sie dabei und erinnert sie zum Beispiel daran, ausreichend zu trinken. Auch für Angehörige stellt es eine enorme Entlastung dar, wenn sie wissen, dass ihre Lieben gut versorgt werden“, sagt Markus Küffel abschließend.

Weitere Informationen unter www.pflegezuhause.info