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Letzte Aktualisierung: 01.03.2024

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Sinnvoll oder zu teuer?

Mobile Raumluftfilter für Schulen

von Miriam Hegner

(13.07.2021) Seit dem Sommer 2020 sind sie im Gespräch: mobile Raumluftfilter, die einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung des Infektionsrisikos mit dem SARS-CoV-2-Virus leisten. Trotzdem sind die Geräte bisher nicht flächendeckend angeschafft worden. Als Grund werden vornehmlich zu hohe Kosten angegeben.

Anna Rohlfing-Bastian, Professorin für Rechnungswesen an der Goethe-Universität Frankfurt, hat gemeinsam mit ihrem Kollegen Gunther Glenk von der Universität Mannheim berechnet, wie hoch die Kosten für die Anschaffung und den Betrieb der Geräte sind und ein Online-Tool entwickelt, mit dem Schulen die kosteneffiziente Ausstattung von Räumen berechnen können (www.airfiltercalculator.com).

Optimierung der Lebenszykluskosten und Verringerung der Aerosolbelastung

Aerosole gelten als einer der Hauptübertragungswege für das SASR-CoV-2-Virus. Mobile Raumluftfilter sollen diese virenbeladenen Partikel aus der Luft filtern und damit das Infektionsrisiko deutlich verringern. Neben den Kosten für die Anschaffung der Geräte entstehen laufende Kosten für Wartung, Filterwechsel und Strom. Mit einem Lebenszykluskostenkonzept werden sämtliche Kosten erfasst, die über die Nutzungsdauer eines Raumluftfilters anfallen, und ins Verhältnis zur notwendigen Filterleistung gesetzt, um unterschiedliche Geräte miteinander vergleichen zu können.

In der Grundschule: Kosten von unter 50 Euro pro Person pro Jahr

In einer Grundschule mit einem Klassenraum von 66,66 Quadratmetern Grundfläche und drei Metern Raumhöhe, 21 Schülern und einem Lehrer sowie fünf Schulstunden täglich über vier Schuljahre hinweg liegen die Kosten für die notwendige Filterausstattung bei knapp 50 Euro pro Person und Jahr. Dabei wird eine empfohlene Lärmbelastung von 40 Dezibel für ruhiges Arbeiten durch die mobilen Raumluftfilter nicht überschritten.

Raumluftfilter senken auch langfristig Gesundheitsrisiken

Es stellt sich die Frage, ob in Anbetracht der sinkenden Inzidenzzahlen und der voranschreitenden Impfungen die Anschaffung mobiler Raumluftfilter überhaupt noch sinnvoll ist. Zwar sind erste Impfstoffe für Kinder ab zwölf Jahren zugelassen, eine flächendeckende Impfung ist jedoch angesichts der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) nicht zu erwarten. Für Kinder unter zwölf Jahren gibt es aktuell keinen zugelassenen Impfstoff. Mobile Raumluftfilter sind zudem nicht nur bei SARS-CoV-2 effektiv, sondern auch bei Grippeviren, Schadstoffen und Pollen. Die Anschaffung mobiler Raumluftfilter in Schulen kann daher wesentlich dazu beitragen, die Corona-Inzidenzen in der Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen nicht nur nach den Sommerferien niedrig zu halten, sondern auch langfristig die durch Schadstoffe entstehenden Gesundheitsrisiken für Schüler und Lehrer zu reduzieren.