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Letzte Aktualisierung: 23.02.2024

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Silberregion Karwendel: Frühlingserlebnis zu Fuß und im Sattel

von Adolf Albus

(24.01.2024) Der Inn prägt das Tal – die sanften Höhen der Tuxer Voralpen und der markante Naturpark Karwendel die Etagen drüber. Mit dem Frühlingsbeginn bringen in der Silberregion Karwendel 400 Kilometer Wanderwege und 250 Kilometer Rad- und Bikewege in die Gänge.

Kinder beim Rodeln in den Bergen
Foto: Angélica Morales (TVB Silberregion Karwendel
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Ein unüberhörbares Zeichen für den Frühlingsbeginn in der Silberregion Karwendel ist das Grasausläuten am Ostermontag. Mitglieder der ersten Schwazer Schützenkompanie rütteln frühmorgens in Stans, Terfens und Schwaz mit 40 großen und 20 kleineren Kuhglocken die Erde auf und läuten das Gras heraus. Ist der Schnee tatsächlich auf dem Rückzug und die ersten Frühlingsboten zeigen sich, lockt die Natur auch schon Wanderer nach draußen. Die sanften Schieferberge im Süden und das schroffe Kalkmassiv im Norden durchziehen 400 Kilometer Wanderwege in allen Höhenlagen.

Weitwandern mit Zwischenstopps am Inn
Azurblauer Himmel, blühende Wiesen und Bäume begleiten im Frühling die Weitwanderer auf dem neuen, 86 Kilometer langen Tiroler Silberpfad. Die fünf Tagesetappen sind jeweils 13 bis 20 Kilometer lang und führen in mittleren Höhenlagen durch alle zwölf Gemeinden der Silberregion Karwendel. Wer in Jenbach einsteigt, passiert auf seiner Tour flussaufwärts am Fuße des Karwendel Stans, Vomp und Terfens. Alle paar Kilometer locken Sehenswürdigkeiten und Abstecher ins Karwendel. Gleich zu Beginn lässt das Heimat- und Naturmuseum Jenbach in die Vergangenheit der Region eintauchen und das bildschöne Renaissance-Schloss Tratzberg versetzt zurück in die Zeit des „letzten Ritters“ und Kaisers Maximilians. Die Wolfsklamm (geöffnet ab 01.05.24) bei Stans ist für viele die schönste Schlucht Tirols. An ihrem oberen Ende, auf einem steilen Felskegel im Karwendel, liegt das über eintausend Jahre alte Felsenkloster St. Georgenberg. Die barocke Wallfahrtskirche und das gotische Lindenkirchlein bilden den ältesten Wallfahrtsort Tirols. Ein Stück weiter westlich zählt das Stallental mit seiner imposanten Karwendelkulisse zu den Kraftplätzen der Region. Diese einzigartige Ruheoase der Natur ist im Frühling mit einem bunten Farbteppich überzogen und der geschützte blaue Enzian blüht großflächig. Am Vomperberg bringt ein Klimalehrpfad den Wanderern die Geschichte unseres Planeten und unserer Umwelt näher. In Terfens lädt das Haus steht Kopf zum Perspektivenwechsel und auf dem Planetenlehrpfad im Terfner Talwald ist das Sonnensystem der Begleiter.

Flussabwärts zwischen Weer und Buch
Bei Terfens wechselt der Tiroler Silberpfad auf die gegenüber liegende Seite des Inn. Weitwanderer bewegen sich hier am Fuße und auf den Hochebenen der Tuxer Voralpen. Sie passieren Weer, Kolsass, Kolsassberg, Weerberg, Pill, Schwaz, Gallzein und Buch in Tirol und werden mit immer neuen Perspektiven belohnt, mit schönen Rastplätzen und gemütlichen Unterkünften. Auch hier gibt es alle paar Kilometer kurzweilige „Ablenkungen“: Die Ruine Rettenberg in Kolsass ist der Startpunkt für die Ritter-Waldauf-Runde, auf deren zehn Stationen die Geschichte des Burgherrn erzählt wird. Erfrischend ist die große Hängebrückenrunde am Kolsassberg. Es geht den Weerbach entlang über zwei schwindelerregende Brücken. Am Pillberg lädt der „Weg der Sinne“ mit seinen Baumhütten, einem Baumstamm-Labyrinth und einem Holzthron zum Abstecher. In Schwaz führt das größte Silberbergwerk des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation unter Tag.

Je später der Frühling, desto höher die Ziele
Später im Frühling können auch die größeren Höhen angegangen werden. Eine Etappe über dem Silberpfad, an der Zweitausendermarke zwischen Loassattel und Kellerjochhütte, verläuft der Inntaler Höhenweg durch die Tuxer Voralpen. Die Tiroler bezeichnen die sanften Höhen mit ihren Wäldern, Almböden und saftig grünen Wiesen als „Grasberge“. Auf den sechs, meist mittelschwierigen Tagesetappen wird man ab dem Sommer mit Almblumen in allen Farben, traumhaften Aussichten ins Inntal und urigen Hütten belohnt, die noch regionaltypisch aufkochen. Ebenfalls ab dem Frühsommer zählt auch der der etwa 730 km² große Naturpark Karwendel mit seinen Zweitausendern, Urwäldern, Wildflüssen, 100 Almen und ungezählten Kraftplätzen zu den beliebtesten Wanderrevieren Tirols. Ein ganz besonderes Erlebnis verspricht die Tour zum Naturdenkmal Großer Ahornboden, einer Hochebene mit über 2.000 Bergahornbäumen und dem ältesten Almdorf Europas auf rund 1.300 Metern. Die Almwiesen rund um die Ahornbäume sind mit frischem Grün überzogen und die Butterblumen blühen. Ab Juni verbringen bis zu 600 Kühe ihre Sommerweidezeit in der Eng. silberregion-karwendel.com

Raderlebnis von klein bis groß
Auch Radfahrer und Mountainbiker haben ab dem Frühling wieder alle Möglichkeiten zwischen Karwendel, Inntal und dem Tuxer Voralpen: 250 Kilometer Radwege und Biketrails bringen sie in allen Höhenlagen in die Gänge. Unzählige Sehenswürdigkeiten, schöne Wirtshäuser und Almen schaffen Gelegenheiten für einen Zwischenstopp. Zum Kennenlernen der Region bietet sich die Inntaltour Light an, eine familientaugliche Rundfahrt von Schwaz über Vomp nach Terfens und retour. Durch die parallel verlaufende Bahnstrecke ist ein Umstieg einfach, wenn Kondition und Motivation sinken. Die Ehrgeizigen haben bergwärts in den Tuxer Voralpen einiges vor sich: Weerberg, Pillberg und Kolsassberg bieten lohnende Touren. Für einen Höhenmeter-Rausch von der Kellerjochbahn-Talstation hinauf zum Hecherhaus sind stramme 550 Höhenmeter zu bewältigen. Zum Glück gibt es in der Silberregion Karwendel mittlerweile zwei Verleihstationen und ab April 2024 erstmals einen neuen 24-Stunden-Radverleih im Tourismusbüro in Schwaz. Silbercard-Inhaber können hier zu günstigeren Konditionen ausleihen. silberregion-karwendel.com