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Letzte Aktualisierung: 26.10.2020

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Seriös, anarchistisch und komisch

Cartoon-Duo Hauck & Bauer im Caricatura Museum

von Karl-Heinz Stier

(01.10.2020) Die einen bezeichnen sie als „Geburtshelfer des extrovertierten Humors“, die anderen als „Lithographen des gezeichneten Humors“. Das Caricatura Museum Frankfurt würdigt den großen Strich und feinen Witz der beiden Cartoonisten in einer Ausstellung mit über 250 Darstellungen von morgen an bis 7. März im Weckmarkt 17.

Bildergalerie
Plakat des Museums zur Ausstellung
Foto: Caricatura Museum
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Die Protagonisten der Ausstellung: Elias Hauck (links) und Dominik Bauer.
Foto: Karl-Heinz Stier
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Cartoon „Eine fünf in Religion“
Foto: Abbildung Hauck & Bauer
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Cartoon „Ist Isabell da?“
Foto: Abbildung Hauck & Bauer
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Cartoon „Welcher Verein?“
Foto: Abbildung Hauck & Bauer
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Kennengelernt haben sich Elias Hauck und Dominik Bauer im Altgriechisch-Kurs ihrer Schule im unterfränkischen Alzenau. Beide, Jahrgang 1978, machten am dortigen Spessart-Gymnasium ihr Abitur und schätzten gleich wechselseitig ihren Sinn für Komik. Ihre ersten gemeinsamen Carrtoons sind in der Berliner Kneipe „Zwiebelfisch“ so entstanden: Dominik Bauer testet einen Witz, Elias Hauck zeichnet ihn, anschließend werden Details wie Bildaufbau oder Mimik der Figuren gemeinsam besprochen. Kommuniziert wird via e-mail und am Telefon, denn inzwischen lebt Hauck in Berlin und Bauer in Frankfurt.

In ihren minimalistischen Cartoons und Strips in Schwarz-Weiß zeigen beide überwiegend Alltagsmenschen in Alltagssituation. Meist sind es kleinbürgerliche Beispiele, Millionäre kommen so gut wie gar nicht vor. „Während die Zeichnung die Figuren eher als Typen erscheinen lässt, verleihen mimische Details und lebensnahe Dialoge ihnen Individualität und Charakter. In den knappen Wortwechseln, die von der Sportleidenschaft über die Zwischenmenschlichkeit bis zur Politik eine Vielzahl möglicher Themen behandeln, offenbaren die Protagonisten fast immer irgendetwas, was üblicherweise unausgesprochen bleibt“, so Kurator Mark-Stefan Tietze.  Damit gelingt es Hauck & Bauer, den „sozialen deutschen Kosmos“ an jenen Stätten abzubilden, wo sich ihre Bewohner zu flüchtigen Begegnungen treffen: im Wirtshaus, auf der Straße, beim Abendbrot. Was diese denken oder sagen, ist das, was man normalerweise nicht ausspricht oder was die Situation auf einen komischen Punkt bringt.

Zu den Besonderheiten beider Kunst-Werke zähle die eigentümliche Spannung zwischen roher, skizzenhafter Zeichentechnik und präzise gesetztem Text und Thema, die sich im Regelfall in einer herausragenden Pointe auflöse - betont Museumsleiter Achim Frenz. Der karge Filzstrich lasse viel Raum für großnasige Figuren und Einfühlungsvermögen der Zuschauer oder Leser. Die soziale Verortung spiele in einer Welt der Klein- und Vorstädte, in der man den Fortschritt weder umarmt noch ablehnt, sondern ihn abwartend gegenübersteht. „Wer sich davon angesprochen fühlt, lacht immer auch ein bisschen über sich selbst“.

Mit ihren Comicstrips erlangten Hauck & Bauer unter dem Titel „Am Rande der Gesellschaft“ bundesweite Bekanntheit durch die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, die seit 2003 wöchentlich in der Lage „Leben“ veröffentlicht werden. Im Satiremagazin TITANIC  tragen sie seit Juli 2008 allmonatlich zur Rubrik „Hier lacht der Betrachter“ bei. Es folgten Cartoons in zahlreichen anderen Publikationsforen, zum Beispiel in Cicero und auf Spiegel Online. Beteiligt waren sie mit ihren Cartoon-Filmen in Anke Engelkes TV-Show „Anke hat Zeit“ im WDR. Außerdem wurden sie mit dem Deutschen Karikaturenpreis  ausgezeichnet zweimal in Silber und zuletzt 2018 mit dem Geflügelten Bleistift für eine besondere Leistung.

Die Sonderausstellung über Hauck & Bauer wird ergänzt durch Skulpturen des Kasseler Bildhauers Sigi Böttcher, der Cartoons von Hauck & Bauer in die dritte Dimension überführt. Ausgestellt werden überdies ein Gemälde von Michael Sowa, das einen Cartoon des Duos adaptiert sowie etliche andere Objekte und Erinnerungsstücke aus dem Besitz der Künstler.

Weitere Infos unter Tel. (069)21230161 oder www.caricatura-museum.de

Öffnungszeiten: DI-SO 11-18 Uhr. Eintritt 6 Euro, 3 Euro ermäßigt. Freier Eintritt für Kinder und  Jugendliche bis 18 Jahren.

Zur Ausstellung erscheint auch das Buch „Hauck & Bauer: Cartoons“ zum  Preis von 18 Euro. ISBN 978-3-95614-399-1. Verlag Antje Kunstmann