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Letzte Aktualisierung: 31.05.2020

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Seltener Käfer „Walker“ in der Schwanheimer Düne

von Ilse Romahn

(19.05.2020) Die Biologin Heike Zimmermann-Timm staunte nicht schlecht als sie bei einer Wanderung durch die Schwanheimer Düne die Blütenstände eines Hartriegelgewächses absuchte und einen fast 3,5 cm großen Käfer fand.

Seltener Käfer „Walker“
Foto: Dr. Heike Zimmermann-Timm
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Dieser schwarz-braune Käfer, größer als ein Maikäfer, an der Oberfläche weiß befleckt, begann beim Berühren zu zirpen. 

Der Käfer, genannt „Walker“, ist äußerst selten und streng geschützt. Sein Lebensraum sind Kiefernbestände auf sandigem Gelände. In den Abendstunden warmer Mai- und Junitage kann man „Walker“ bei Dämmerung in der Luft beobachten. Ansonsten sind die Tiere in den Baumkronen von Kiefern anzutreffen, wo sie Kiefernadeln fressen. Die Eibablage erfolgt in den Boden, die Entwicklung von der Larve bis zum fertigen Insekt dauert 3-4 Jahre. Der „Walker“ kommt in Nordafrika und Europa, v.a. Mittel- und Südeuropa, vor. „Walker“ lieben warmes und trockenes Klima.

Die Schwanheimer Düne ist eine der wenigen Binnendünen in Deutschland, die durch einen sandigen Boden mit Silbergras, Kiefern, Streuobstwiesen und Hecken bestimmt ist. Die nährstoffarmen Böden und das trockene, sowie warme Klima bieten solchen Pflanzen und Tieren ein Zuhause, die an diesen extremen Lebensraum angepasst sind.  Ein besonderer und extremer Lebensraum am Rande der Mainmetropole, im Frankfurter Grüngürtel.