Archiv-Kultur

„Selbstverteidigung, literarisch"

Wie J.R.R. Tolkiens „Herr der Ringe“ heute Mut machen kann

Lesung und Gespräch am 10. Februar um 19 Uhr in der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt, Adickesallee 1. Eintritt frei. Anmeldung auf der Veranstaltungswebsite.

Wer heute in die Nachrichten schaut, kann die Hoffnung auf eine gerechte, friedliche Welt verlieren. Was können da Bücher überhaupt noch bewirken? Viel, sagen wir mit J.R.R. Tolkien. Wir lesen den Herrn der Ringe neu, als Buch, in dem Hoffnung ein zentraler Begriff ist, und lassen den Mensch hinter Tolkiens Werk in seinen Briefen zu Wort kommen.

Die Tolkien-Experten Tobias M. Eckrich (Vorsitzender der Deutschen Tolkien Gesellschaft), Annika Röttinger (Militärhistorikerin und Podcasterin) und Lisa Kuppler (Lektorin und Übersetzerin) sprechen darüber, wie Tolkiens „Herr der Ringe“ heute Mut machen kann. Der Schauspieler Timmo Niesner (Frodos Stimme aus der Filmtrilogie) liest aus Texten und Briefen von J.R.R. Tolkien.

In der Eingangshalle gibt es eine Ausstellung, die die Vielfalt der Tolkien-Ausgaben im Bestand der Deutschen Nationalbibliothek zeigt. 

Die Veranstaltung ist Auftakt und Start der Reihe „Selbstverteidigung, literarisch" des Deutschen Literaturarchivs Marbach und findet in Zusammenarbeit mit der Deutschen Nationalbibliothek, der Deutschen Tolkien Gesellschaft und dem Klett-Cotta Verlag statt. 
Die deutschlandweite Veranstaltungsreihe „Selbstverteidigung, literarisch“ lotet am Beispiel literarischer Texte aus unterschiedlichen Epochen aus, wie Bedrohungssituationen wahrgenommen und dargestellt wurden und werden. Wie kann Literatur uns dabei unterstützen, durch Krisenzeiten zu kommen, Bedrohungslagen zu verstehen und auszuhalten? Welcher geistigen Voraussetzungen bedarf es, um konfliktreiche Situationen zu verstehen und entsprechend zu handeln? Was können wir für die Selbstvergewisserung und Selbstverständigung von Gesellschaften mitnehmen?

Was lässt sich etwa von dem Freiheitskämpfer Wilhelm Tell, was aus Theodor Fontanes „Vor dem Sturm“ und Heinrich von Kleists Drama „Die Hermannsschlacht“ lernen? Welche Gültigkeit hat Tolkiens „Herr der Ringe“ für die Diskussion um das Erstarken autoritärer Systeme in der Gegenwart? Wie nah sind uns die Antihelden der Literatur, die letztlich mit ihren Befreiungsversuchen scheitern und mitunter – wie etwa in Orwells „Farm der Tiere“ – neue Formen der Unterdrückung und Herrschaft errichten? – Geplant sind weitere Veranstaltungen in Potsdam, Weimar, Marbach und München.

Die Veranstaltung wird auch im Livestream übertragen. Zugang über die Veranstaltungswebsite. Für den Livestream ist keine Anmeldung erforderlich.

Weitere Informationen Veranstaltungswebsite: dnb.de/tolkien

Hintergrund
Die Deutsche Nationalbibliothek sammelt seit über 100 Jahren alle deutschen und deutschsprachigen Publikationen in Wort und Ton ab 1913, dokumentiert und archiviert sie und macht sie der Öffentlichkeit zugänglich. Ihre umfassenden Dienstleistungen bietet sie an den beiden Standorten in Leipzig und Frankfurt am Main und in digitaler Form global an. Mit dem Deutschen Exilarchiv 1933–1945 und dem Deutschen Buch- und Schriftmuseum verfügt die Deutsche Nationalbibliothek darüber hinaus über wertvolle und reichhaltige Sondersammlungen. Durch Lesungen, Ausstellungen, Vorträge und Konzerte macht sie regelmäßig auf ihre Schätze aufmerksam und fördert Buchkultur, Lesekultur und Musikkultur – mit mehr als 56 Millionen Medieneinheiten, jährlich rund 180.000 Besuchern an den beiden Standorten Leipzig und Frankfurt am Main und mit einem bunten und hochkarätigen Veranstaltungsprogramm.