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Letzte Aktualisierung: 22.11.2019

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Schwächelnder Welthandel hinterlässt regionale Bremsspuren

von Ilse Romahn

(25.10.2019) „Die Stimmung im IHK-Bezirk erhält zum fünften Mal in Folge einen Dämpfer. Der IHK-Geschäftsklimaindex sinkt um neun auf 110 Punkte.

Der schwächelnde Welthandel hinterlässt zunehmend regionale Bremsspuren“, fasst Ulrich Caspar, Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main, die neuesten Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage zum Herbst 2019 zusammen.

Die Unternehmen schätzen sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Geschäftserwartungen schlechter ein. Auch die Investitionsabsichten und die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen reduzieren sich. Während sich die aktuelle Geschäftslage weiterhin auf einem relativ hohem Niveau befindet, rechnen mittlerweile aber mehr Unternehmen mit einer ungünstigeren als mit einer günstigeren Entwicklung der Geschäftslage. „Zum ersten Mal seit der Finanzkrise im Jahr 2009 überwiegen damit die Skeptiker. Der schwächelnde Welthandel macht insbesondere der exportorientierten Industrie zu schaffen“, erläutert Caspar.

Derzeit stützen sich die Unternehmen vor allem auf den noch intakten Binnenkonsum. Entsprechend steigt die Angst vor einer abnehmenden Inlandsnachfrage, die mittlerweile als Risiko Nummer eins angesehen wird. An zweiter Stelle sehen die Unternehmen eine Gefahr in ungünstigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Dahinter verbergen sich insbesondere die internationalen Handelskonflikte und die Hängepartie beim Brexit. Der Fachkräftemangel bleibt für fast die Hälfte der Unternehmen ein Risiko.

„Von einer Krise kann derzeit noch nicht gesprochen werden. Die Alarmzeichen sind jedoch deutlich. In Zeiten eines unsicheren internationalen Umfeldes gilt es, die Unternehmen vor Ort zu stärken, etwa über einen Bürokratieabbau oder Steuerentlastungen. Das Planungsrecht zu beschleunigen und mehr Bauland auszuweisen, würde ebenfalls erhebliche Wachstumseffekte auslösen“, so Caspar abschließend.

Zum Hintergrund: Die IHK Frankfurt am Main befragt dreimal jährlich rund 3.000 Mitgliedsunternehmen im Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis sowie in der Stadt Frankfurt am Main zur aktuellen Lage und ihren Erwartungen hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung.

Weitere Ergebnisse, auch aus den einzelnen Branchen, sind im Konjunkturbericht der IHK Frankfurt am Main erläutert. Er steht unter folgendem Link zum Download bereit: www.frankfurt-main.ihk.de/konjunkturbericht