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Letzte Aktualisierung: 22.09.2021

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Schullandheim des Goethe-Gymnasiums feiert 100-jähriges Jubiläum

von Ilse Romahn

(13.09.2021) Wer sich am Frankfurter Goethe-Gymnasium auf das Abitur vorbereitet, für den gehört ein einwöchiger Aufenthalt im Hochtaunuskreis zum Curriculum wie Vokabelheft und die Große Pause. Denn seit nunmehr 100 Jahren entsendet die 1978 aus dem Lessing-Gymnasium hervorgegangene Neusprachliche Reformschule ihre Eleven in das Schullandheim des Goethe-Gymnasiums in Oberreifenberg.

„Es gibt nicht viele Termine, die mich an diesen Ort führen. Aber tatsächlich schreibt das Grundstück, auf dem wir hier stehen, ein Stück Frankfurter Geschichte“, sagte Frankfurts Oberbürgermeisters Peter Feldmann, der das Schullandheim anlässlich seines 100-jährigen Bestehens am Samstag, 11. September, besuchte.

Das Goethe-Gymnasium hat Zeit seines Bestehens viele kluge Köpfe, Theologen, Musiker, Schriftsteller, Ökonomen und Politiker hervorgebracht. Das Portfolio reicht von Physik-Nobelpreisträger Hans Bethe bis zu den Mitgliedern der Eintracht-„Hausband“ Tankard. „So wie das Goethe-Gymnasium Frankfurt entscheidend mitgeprägt hat, so hat das Schullandheim seinen pädagogischen Einfluss auf das Goethe-Gymnasium ausgeübt“, unterstrich Feldmann und betonte: „Ein Stück Frankfurter Geschichte stammt aus Oberreifenberg.“

Denn in Oberreifenberg erhalten die Stadtkinder vom Main die Gelegenheit, bei Wanderungen und Exkursionen in die Natur vor ihrer Haustür einzutauchen – und das Verständnis für Ökologie und Nachhaltigkeit zu schärfen. Doch auch Abiturvorbereitungen und Orchesterproben sind seit 100 Jahren wichtige Ergänzung für den Schulalltag und die persönliche Entwicklung aller Goethe-Gymnasiasten.

1920 erwarb der Verein Ehemaliger Goethe-Gymnasiasten das Grundstück, welches seit dieser Zeit dem Goethe-Gymnasium als Schullandheim dient. Der Verein hält zudem das Grundstück instand und finanziert zusammen mit dem Verein Freunde und Förderer des Goethe-Gymnasium bauliche Veränderungen. „Dieser geschichtliche Abriss belegt, dass Frankfurt eine Stadt des bürgerlichen Engagements ist, dessen wohltuender Einfluss bis weit über unsere Stadtgrenzen hinaus reicht“, sagte Feldmann und wünschte dem Schullandheim, dass die Zukunft der Vergangenheit in nichts nachstehen möge. (ffm)