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Schöpfungshymne im romantischen Stil

Max Deisenroth spielt Werke von Widor und Debussy

Im Rahmen der Orgelmatinéen im Dom St. Bartholomäus spielt Max Deisenroth, Domorganist am Hohen Dom zu Fulda, am Samstag, 19. September, 12.30 Uhr, Werke von Charles-Marie Widor und Claude Debussy sowie eine improvisierte Phantasie und Fuge im romantischen Stil.

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Max Deisenroth
Foto: Marzena Seidel, Bistum Fulda

Zentraler Bestandteil und Höhepunkt des Programmes wird die improvisierte Phantasie und Fuge im romantischen Stil über „Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht“ sein. Das aus der Zeit der Aufklärung stammende geistliche Lied „Wenn ich, o Schöpfer, deine Macht“ zählt bis heute zu den eindrucksvollsten Schöpfungshymnen der deutschen Kirchenliedgeschichte. Verfasst von dem berühmten Leipziger Dichter Christian Fürchtegott Gellert im Jahr 1757, verbindet das Werk auf einzigartige Weise das rationale Staunen der Aufklärung mit tiefer, persönlicher Frömmigkeit. 

In den Fokus rückt die sprachliche Kraft, mit der Gellert die Wunder der Natur als Beweis göttlicher Weisheit und Liebe beschreibt. Das Lied, das in zahlreichen aktuellen Gesangbüchern verankert ist und zumeist zu der bekannten Melodie von Peter Sohren aus dem 17. Jahrhundert gesungen wird, hat bis heute nichts von seiner zeitlosen Faszination verloren. Es lädt Hörer und Sänger gleichermaßen dazu ein, innezuhalten und die Welt mit offenen, dankbaren Augen zu betrachten.

Das aus dem Stegreif entwickelte Orgelwerk interpretiert also einen aus der Aufklärung stammenden Text mit einer barocken Melodie im Stile der deutschen Spätromantik. 

Max Deisenroth (*1990) ist seit September 2025 Domorganist am Hohen Dom zu Fulda und Orgelsachverständiger des Bistums Fulda. Er studierte von 2012 bis 2019 katholische Kirchenmusik (Bachelor und Master) sowie den Masterstudiengang Orgelimprovisation an der Hochschule für Musik Freiburg. Zu seinen dortigen Lehrern zählten unter anderem Prof. Matthias Maierhofer, Prof. Zsigmond Szathmáry (Orgel), Prof. David Franke, Prof. Karl-Ludwig Kreutz und Stephan Kreutz (Orgelimprovisation). Weitere Studien führten Max Deisenroth in die Meisterklasse von Prof. Wolfgang Seifen an der Universität der Künste in Berlin. Dort legte er im Juni 2021 sein Konzertexamen im Fach Orgelimprovisation „mit Auszeichnung“ ab. Meisterkurse bei Thierry Escaich, Sietze de Vries, Ton Koopman, Daniel Roth und anderen ergänzen seine Ausbildung.  

Für das Studienjahr 2016/17 wurde Max Deisenroth mit dem Deutschlandstipendium sowie 2018 mit einem Stipendium des Albertus Magnus- und Hildegardis-Vereins, der Studienstiftung der Erzdiözese Freiburg, ausgezeichnet. Beim Kölner Wettbewerb für Orgelimprovisation ging er 2021 als Preisträger hervor. Nach Tätigkeiten als Universitätsorganist in Freiburg und Kantor der Kirchengemeinde St. Raphael in Karlsruhe war er von 2022 bis 2025 Regionalkantor im Bistum Aachen, Kantor der Pfarre St. Lukas in Düren sowie Leiter der dortigen Pfarrsingschule. Max Deisenroth pflegt eine rege Konzerttätigkeit im In- und Ausland.  

Seit 2011 findet einmal im Monat eine halbstündige Orgelmatinée im Frankfurter Dom statt, die in der Regel von Dommusikdirektor Andreas Boltz und renommierten Gastorganisten/-musikern gestaltet wird. Die Domorgel mit ihren 116 Registern und ca. 9.000 Pfeifen ist die größte Orgelanlage in Hessen und die siebtgrößte Orgel in Deutschland. Der Eintritt beträgt 5 Euro. Karten gibt es ausschließlich ab 12.00 Uhr an der Tageskasse.

www.domkonzerte.de