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Letzte Aktualisierung: 30.09.2020

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Schirn-Open-Air-Kino auf dem Wiesenhüttenplatz

von Ilse Romahn

(13.08.2020) Spioninnen und Agenten: Die Schirn präsentiert ein Open-Air-Kino-Programm anlässlich der Ausstellung "We never sleep" vom 19. bis 21. August, jeweils ab 20.30 Uhr, auf dem Wiesenhüttenplatz. Der Eintritt ist frei.

Schirrn-Open-Air-Kino zur Ausstellung "We never sleep"
Foto: Schirn Kunsthalle Frankfurt / Foto: Diana Pflammatter
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Die Schirn Kunsthalle Frankfurt lädt an drei Abenden im August zum Open-Air-Kino auf dem Wiesenhüttenplatz ein. Von Mittwoch, dem 19. August bis Freitag, dem 21. August 2020, jeweils um 20.30 Uhr werden anlässlich der großen Herbstausstellung „We Never Sleep“ (24. September 2020 – 10. Januar 2021) Klassiker des Agentenfilms gezeigt.
 
Die Ausstellung widmet sich der Faszinationskraft der Spionage und beleuchtet sie als Quelle künstlerischer Inspiration. Die Schirn zeigt Gemälde, Fotografien, Videoarbeiten, Skulpturen und Installationen mit Werken von rund 40 zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern. Das Bild und der Mythos des Spions wurde in der Populärkultur maßgeblich durch Spionageromane und Agentenfilme geprägt. In der Ausstellung wird daher auch eine Auswahl originaler Filmplakate sowie Exzerpte bekannter Spionagefilme zu sehen sein.
 
Mit einem internationalen Filmprogramm wird im Schirn Open-Air-Kino der Facettenreichtum dieses Genres beleuchtet. Gezeigt werden die Filme Das Leben der Anderen (2006), Alphaville, une étrange aventure de Lemmy Caution (1965) und The Conversation (1974). Das Programm wird begleitet durch animierte Vorfilme aus der ARTE Reihe „Spioninnen“, in der ehemalige Agentinnen über ihre geheimdienstlichen Aufträge berichten. 
 
Alle Filme werden in der Originalsprache gezeigt, Alphaville und The Conversation mit deutschen Untertiteln. Die Vorfilme der ARTE Reihe beginnen um 20.30 Uhr, der jeweilige Spielfilm um 20.45 Uhr. Ab 18 Uhr bietet das Team von YokYok Kiosk kühle Drinks und Snacks an. Der Eintritt ist frei.  
 
Alle Filme in der Übersicht  
Mittwoch, 19. August, 20.45 Uhr:  Das Leben der Anderen
Das preisgekrönte Drama von Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck widmet sich den systematischen Überwachungs- und Kontrollstrategien des DDR-Staates: Der linientreue Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler wird beauftragt, den Dramatiker Georg Dreyman und seine Lebensgefährtin, die Schauspielerin Christa-Maria Sieland zu beschatten. Die intimen Einblicke in den persönlichen Lebensbereich des Paares lassen ihn zunehmend die Distanz zu seinen Überwachungsopfern verlieren, die Trennung zwischen Täter und Opfer wird aufgelöst.
   
Donnerstag, 20. August, 20.45 Uhr: Lphaville, une Étrange Aventure de Lemmy Caution
In Jean-Luc Godards Neo-Noir-Film begibt sich der Privatdetektiv Lemmy Caution auf die Suche nach dem vermissten Agenten Henry Dickson, der in der Stadt Alphaville verschwunden ist. Alphaville steht unter der Kontrolle eines Zentralcomputers, der dem Gesetz der Logik folgt und Gefühle und freie Gedanken der Bewohnerinnen und Bewohner unterdrückt. Godards dystopische Erzählung kombiniert Stereotypen aus dem Kriminal- und Agentenfilm mit Science-Fiction-Elementen und verweist kritisch auf die Gefahren staatlicher Überwachungsstrategien. 
   
Freitag, 21. August, 20.45 Uhr: The Conversation
Der Überwachungsexperte Harry Caul wird beauftragt, ein junges Paar zu observieren und dabei Zeuge eines Mordes. Francis Ford Coppolas Thriller schildert die moralische Entwicklung seiner Hauptfigur, die zunehmend an Schuldgefühlen und paranoiden Zügen leidet. Die Verflechtung der filmischen Erzählung mit den heimlichen Tonmitschnitten der Überwachung wirft Fragen nach den Grenzen des öffentlichen und privaten Lebens auf.
   
  
Die Ausstellung „WE never sleep“  
Die Schirn Kunsthalle Frankfurt widmet vom 24. September 2020 bis zum 10. Januar 2021 der Faszinationskraft der Spionage eine internationale Gruppenausstellung und beleuchtet sie als aktuelle Quelle künstlerischer Inspiration. So glamou­rös Spio­nin­nen und Spione in der Popu­lär­kul­tur präsen­tiert werden, so gesell­schaft­lich brisant sind ihre in verdeck­ten Aktio­nen gewon­ne­nen Infor­ma­tio­nen. Beim Spionieren geht es um die unberechtigte Beschaffung geheimen Wissens oder vertraulicher Angaben. Wurden in der Vergangenheit Einzelpersonen oder Staaten durch nationale Regierungen ausgespäht, machen in Zeiten der digitalen Kommunikation Bürger Staatsgeheimnisse öffentlich oder Whistleblower prangern die Ausspionierung der Bevölkerung durch die eigene Regierung an. Vor diesem Hintergrund erwacht ein neues Interesse an den Strategien der Geheimhaltung. Die rund 70 in der Schirn präsentierten Gemälde, Fotografien, Videoarbeiten, Skulpturen und Installationen behandeln Aspekte der Spionage wie Überwachung, Paranoia, Verschwörungstheorie, Bedrohung und Tarnung, Kryptographie, Manipulation oder Propaganda. Zu sehen sind Werke von rund 40 zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern, darunter Simon Denny, Thomas Demand, Stan Douglas, Dora García, Rodney Graham, Gabriel Lester, Jill Magid, Metahaven, Trevor Paglen, Cornelia Schleime, Noam Toran, Suzanne Treister sowie Nomeda & Gediminas Urbonas. Mit einer Vielzahl künstlerischer Strategien sowie erstaunlichen Objekten wird in der Ausstellung die Hochzeit der Spionage während des Kalten Krieges genauso sichtbar wie die aktuelle Verhandlung der medialen Durchleuchtung.
  
Um den Besuch des Schirn Open-Air-Kinos auch während der Corona-Pandemie sicher zu gestalten, wurden in Abstimmung mit den zuständigen Behörden umfassende Schutz- und Hygienemaßnahmen entwickelt. Es gilt u. a. die Abstandsregel von mindestens 1,5 Metern, die Nies- und Hust-Etikette einzuhalten und vor Ort die Kontaktdaten zu hinterlassen.
 
Das „Schirn Open-Air-Kino“ wird unterstützt durch die SCHIRN ZEITGENOSSEN, einem Kreis privater Förderer junger Kunst an der Schirn Kunsthalle Frankfurt. Die Schirn dankt Jan Bauer und Lena Wallenhorst, Oliver und Nicole Behrens, Olaf Gerber und Nicole Emmerling de Oliveira, Markus Hammer und Birgit Heller, Hartmuth und Lilia Jung, Shahpar Oschmann, Björn und Kim Robens, Jörg Rockenhäuser und Vasiliki Basia, Reiner Sachs und Brigitta Bailly sowie Julia Schönbohm und Ralf Böckle für ihr Engagement. ­

www.schirn.de­
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