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Letzte Aktualisierung: 13.04.2021

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Schauspiel digital im April

Der Spielplan beginnt mit »Lieblose Legenden« am 2. April

von Ilse Romahn

(31.03.2021) Seit Januar lag der Fokus des Schauspiel Frankfurt auf einer Wiedereröffnung mit sieben Premieren ab Anfang April. Aus heutiger Sicht können leider keine verlässlichen Aussagen darüber getroffen werden, wann und wie die Möglichkeit besteht, wieder zu spielen.

Aus diesem Grund verfolgt das Schauspiel Frankfurt derzeit zwei Strategien: Solange geprobt werden kann, werden alle Neuproduktionen frisch gehalten, in der Hoffnung, diese in näherer Zukunft präsentieren zu können. Parallel dazu entstehen weiterhin eigenständige Online-Formate, die über die digitale Sparte SF DIGITAL ausgestrahlt werden.

Der Spielplan im April beginnt mit »Lieblose Legenden« am 2. April
Peter Schröder liest Wolfgang Hildesheimer am Freitag, 2. April, ab 20.00 Uhr, bis Sonntag, 4. April,on demand verfügbar. Aufzeichnung / kostenfreies Angebot.

In seinen satirischen Kurzgeschichten »Lieblose Legenden«, die erstmals 1952 erschienen sind, beschreibt Wolfgang Hildesheimer unterschiedlichste Charaktere, die in die absurdesten Gedankenwelten und Situationen geraten und entlarvt dabei uns wohl bekannte Kulturklischees. Ensemblemitglied Peter Schröder nimmt uns mit in diese grotesken Welten und stellt drei der Geschichten von Hildesheimer vor.

Wolfgang Hildesheimer war ein deutscher Romancier, Essayist, Hörspiel- und Theaterautor. Als Sohn jüdischer Eltern emigrierte er während des Nationalsozialismus nach England und Palästina. Studium der Malerei und Bühnenbild in London. Nach Kriegsende kehrte er aus dem Exil zurück und wurde Mitglied der Gruppe 47. Er erhielt u. a. 1966 den Büchner-Preis und 1982 den Literaturpreis der Bayrischen Akademie der Schönen Künste. Einen seiner größten Erfolge erlangte er mit seinem 1977 erschienen biografischen Essay über Mozart.

»Diese Erzählungen haben bei aller Ironie, aller bezaubernden parodistischen Spiegelfechterei, allem Sinn fürs offenbar Groteske, fürs Satirische jenen unbedingten geistigen Charme, jene Grazie, jene musische Heiterkeit, die sie bis in die Nuancen hinein zu legitimen Dichtungen machen.« Karl Krolow