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Letzte Aktualisierung: 19.04.2024

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Schöner, mobiler und ein bisschen charmanter

von Ilse Romahn

(01.03.2024) Mobilitätsdezernat und ASE geben Überblick zu Straßenbauprojekten für 2024

Das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) ist dafür zuständig, Frankfurts öffentliche Straßen und Plätze in einem verkehrssicheren Zustand zu halten. Das Kerngeschäft ist somit die Bestandspflege. Ergänzend dazu investiert das ASE in den Ausbau und die Umgestaltung der Infrastruktur. So richtet sich der Blick zu Beginn des Jahres 2024 besonders nach Sachsenhausen. Seit Anfang Februar ist der Knotenpunkt rund um Oppenheimer Landstraße und Holbeinstraße eine große Baustelle. Die Stadt Frankfurt am Main baut das unübersichtliche Straßenwirrwarr in einen Kreisel um. Das verbessert den Verkehrsfluss und erhöht zugleich die Sicherheit. Nur wenige Häuserblöcke davon entfernt beginnen ab April weitere Bauarbeiten in der Textorstraße an der Mündung zur Darmstädter Landstraße. Die Stadt modernisiert hier die Infrastruktur grundlegend und baut Haltestellen und Kreuzungspunkte komplett barrierefrei um.
 
„Vor allem die Kreuzung an der Textorstraße ist enorm beansprucht, rund 28.000 Fahrzeuge verkehren hier täglich, hinzu kommen Straßenbahn und Bus in dichter Taktung sowie reger Fuß- und Radverkehr. Es ist grundlegend, dass wir diese Hotspots in einem guten Zustand halten und zugleich für künftige Anforderungen auslegen“, erläutert Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert. Und er ergänzt: „Viele Hauptstraßen sind immer noch sehr auf das Auto ausgerichtet. Beim Umbau von Knotenpunkten planen wir mehr Platz für den Fuß- und Radverkehr ein und setzen selbstverständlich Standards der Barrierefreiheit um, um allen Formen der Mobilität gerecht zu werden. Zudem sorgen wir mit mehr Begrünung für eine lebenswertere Stadt.“
 
Mehr Platz für den Fuß- und Radverkehr – das wünschen sich im Norden Frankfurts die Bewohnerinnen und Bewohner von Nieder-Erlenbach und Nieder-Eschbach, wenn sie von dem einen zum anderen Stadtteil gelangen wollen. Seit Jahrzehnten fordern sie einen eigenen Geh- und Radweg parallel zur verbindenden Landstraße. Im vergangenen Jahr hatte das ASE bereits die Kreuzung am Ortseingang von Nieder-Erlenbach modernisiert. Nun wird der neue Geh- und Radweg auf dem „freien Feld“ gebaut und damit ein großer Wunsch erfüllt. Ergänzend pflanzt die Stadt entlang der Straße über 100 Bäume, wodurch diese den Charme einer Allee bekommt.
 
Mehr Charme: Das wünschen sich im Moment vermutlich viele Frankfurterinnen und Frankfurter rund um den Hauptbahnhof, dieser ist aufgrund des Umbaus der B-Ebene samt Zugängen gefühlt eine einzige Baustelle. Verbunden mit der Fußball-Europameisterschaft wird Frankfurt als Mitausrichterin im Sommer noch mehr internationale Gäste empfangen als sonst. Die Stadt tut ihr Möglichstes, um das Erscheinungsbild zu verbessern. In Vorbereitung auf die EM lässt das ASE weite Teile des Bahnhofsvorplatzes erneuern, denn dieser ist mittlerweile ziemlich abgenutzt und gibt kein schönes Bild ab.
 
Mehr Ordnung: Das wünschen sich die Frankfurterinnen und Frankfurter vermutlich ebenso, wenn sie im Bahnhofsviertel unterwegs sind. E-Scooter sind häufig wild abgestellt, Lieferanten parken, wo immer eine Lücke zu finden ist. In diesen Tagen beginnt das ASE damit, an ausgewählten Punkten Stellflächen für E-Scooter einzurichten sowie Lieferzonen auszuweisen. Priorität haben dabei die Kaiserstraße samt Nebenstraßen sowie die Münchener Straße. Im Idealfall trägt das dazu bei, am Rande der Fahrbahn und auf den Gehwegen für mehr Struktur zu sorgen.
 
Weitere Veränderungen im Sinne einer aufenthalts- und fahrradfreundlichen Stadt nimmt das ASE an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet vor. Der hochfrequentierte Abschnitt des Grüneburgwegs zwischen Eschersheimer Landstraße und Reuterweg wird ab Ende März mit provisorischen Mitteln umgestaltet. Im Frühsommer stehen vergleichbare Arbeiten in der Robert-Mayer-Straße an.
 
In die Zuständigkeit des ASE fallen auch Frankfurts Brücken und konstruktive Ingenieurbauwerke. Im Fokus liegen weiterhin die Brücken rund um das Nordwestzentrum. Der Heddernheimer Steg wird voraussichtlich im Sommer geöffnet werden können, die Feuerwehrbrücke hin zum Einkaufszentrum ist bereits modernisiert. Die Arbeiten an der Brücke „In der Römerstadt“ kommen gut voran und werden fortgesetzt.
 
Fließend weiter gehen auch die Arbeiten in der Camberger Straße. Die direkte Verbindung vom Gallus ins Gutleutviertel ist ein kombiniertes Bauwerk aus Straßenabschnitten und insgesamt fünf Brücken. Vier davon sind mittlerweile instandgesetzt, in diesem Jahr ist nun Brücke Nummer 5 an der Reihe. Die Bauarbeiten erfordern insbesondere vom Durchgangsverkehr nochmals eine Portion Geduld, denn die Straße ist vermutlich noch bis Ende des Jahres gesperrt.
 
Im Frankfurter Westen richtet sich der Blick vor allem auf Griesheim, denn hier war die Stadt im Herbst 2023 gezwungen, die Omega-Brücke unweit des Bahnhofs abreißen zu müssen. „So schnell wie möglich hier eine Lösung zu finden, hat für uns weiterhin oberste Priorität. Die Machbarkeitsstudie für ein neues Bauwerk soll Mitte März in Auftrag gegeben werden“, erklärt Siefert. Parallel arbeitet die Stadt daran, für die Übergangszeit bis zu einem Neubau eine vorübergehende Lösung anbieten zu können. Die Abstimmungen dazu laufen derzeit noch, für eine Erfolgsmeldung ist es an dieser Stelle somit noch zu früh.
 
Um den Verkehrsfluss während der EM nicht zu beeinträchtigen, sind während des Großereignisses keine Maßnahmen in der Innenstadt sowie im Umfeld des Stadions vorgesehen. Auch im Nachgang gilt es, Rücksicht auf die geplanten Veranstaltungen zu nehmen. Das ASE hat in dieser Zeit somit vor, sich auf die Sanierung von Straßenzügen in den Stadtteilen zu konzentrieren. „Mit der Deckenerneuerungsoffensive handeln wir nachhaltig, weil wir die Substanz erhalten und aufwendigen Grundsanierungen vorbeugen“, bringt die Leiterin des ASE, Michaela Kraft, die Vorzüge des Projekts auf den Punkt.
 
In die Zuständigkeit des ASE fällt auch das Thema E-Ladesäulen. Rund 600 öffentlich zugängliche E-Ladestationen auf privaten und öffentlichen Flächen listet die Bundesnetzagentur derzeit auf. Die Stadt errichtet gemäß Beschluss der Stadtverordnetenversammlung selbst keine E-Ladeinfrastruktur, sondern gestattet im Sinne eines Open-Market-Modells gewerblichen Anbietern, Ladesäulen auf öffentlichen Flächen bereitzustellen. In einer ersten Pilotphase wurden bereits 160 AC-Ladestandorte mit 390 Ladeplätzen und sechs Standorte mit schnellen DC-Hochleistungsladern vertraglich genehmigt. Diese werden voraussichtlich bis zum Ende des ersten Quartals 2024 abschließend umgesetzt. Das ASE hat eine externe Firma damit beauftragt, eine wissenschaftliche Bedarfsanalyse – unter Einbeziehung der dynamischen technischen Entwicklungen in allen Bereichen der E-Mobilität – für den zukünftigen Bedarf an E-Ladestationen auf öffentlicher Fläche zu erstellen. „Die Ergebnisse dieser Analyse sollten bald vorliegen. Anschließend werden wir eine externe Ausschreibung zur Standortfestlegung für die dann noch erforderlichen Ladesäulen starten“, kündigt Kraft an.
 
Mobilitätsdezernat und ASE sind überzeugt, mit der Vielzahl der unterschiedlichen Vorhaben die Mobilität in Frankfurt weiterzuentwickeln und zukunftsfähig zu gestalten.