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Letzte Aktualisierung: 27.02.2021

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Runder Tisch zum Online-Handel mit Tieren

Folgen auf große Worte nun endlich Taten?

von Ilse Romahn

(15.02.2021) Beim digitalen Runden Tisch des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) tauschten sich Tierschutzorganisationen, Online-Plattformen und Zuchtverbände mit Ministerin Julia Klöckner über Probleme und Lösungsansätze zum illegalen Handel mit Tieren im Internet aus.

Online-Handel mit Tieren boomt
Foto: TASSO e.V.
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Klare Forderung des Bündnisses aus den Tierschutzorganisationen VIER PFOTEN und TASSO e.V. sowie den Online-Plattformen Deine Tierwelt und e-dogs: Die Bundesministerin muss dringend Gesetze erlassen, die den Online-Handel mit Tieren sicher machen und kriminelle Händler vom Markt ausschließen. Nur so kann massives Tierleid verhindert, kriminelles Handeln strafrechtlich verfolgt sowie Verbraucher geschützt werden. 

Im Austausch mit der Bundesministerin zeigte sich deutlich, dass großer Handlungsbedarf besteht. Ebenso war eine klare Mehrheit überzeugt, dass ein zentrales Register insbesondere für die Online-Plattformen hilfreich wäre, um den illegalen Handel mit Tieren zu unterbinden. Bundesministerin Klöckner muss die ihr verbleibenden wenigen Monate im Amt nun sinnvoll nutzen, indem sie wirkungsvolle Maßnahmen zum Schutz tausender Tiere erlässt. Sie darf keine wertvolle Zeit mehr verlieren. 

Ungeachtet dessen wird der Zusammenschluss von engagierten Organisationen und Unternehmen voraussichtlich noch in diesem Jahr ein Lösungsmodell umsetzen. Demnach dürfen nur noch registrierte Tiere von identifizierten Personen online inseriert werden.  

Stimmen aus dem Bündnis
Mike Ruckelshaus, Leiter Tierschutz Inland bei TASSO e.V: „Wir brauchen endlich strenge gesetzliche Regelungen, die den Online-Handel mit Wirbeltieren aus der Anonymität holen und kriminellen Händler die Verkaufsplattform entziehen. Dazu ist es erforderlich, dass Anbieter verifizierbar sind und nur registrierte Tiere angeboten werden dürfen, deren Herkunft sich so zurückverfolgen lässt. Darüber hinaus müssen die Vorschriften des Hundeverbringungsgesetzes konsequente Anwendung im Vollzug finden. Eine weitere flankierende Maßnahme zur Eindämmung des illegalen Welpenhandels ist die Einführung des Hundeführerscheins. Dieser Nachweis würde verhindern, dass man mit wenigen Klicks einen Welpen aus dem Internet erwerben kann.“ 

Daniela Schneider, Kampagnenverantwortliche für Heimtiere bei VIER PFOTEN: „Der heutige Austausch war ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber längst überfällig. Dass nahezu alle Teilnehmer am Runden Tisch auf eine Gesetzesänderung drängen, verdeutlicht die traurige Schattenseite des Online-Handels: Das Tierleid dahinter ist immens. Wenn die Bundesministerin das Problem wirklich beenden will, dann muss sie jetzt sehr schnell eine gesetzliche Regelung mit einer Verifizierungspflicht für alle Tierverkäufer sowie eine Rückverfolgbarkeit der Tiere auf den Weg bringen. Sonst wird das in dieser Legislatur nichts mehr. Und auch die Ankündigung aus dem Koalitionsvertrag, Vorschläge für konkrete Maßnahmen oder sogar ein Verbot zu erlassen, wäre somit hinfällig.“

Daniel D’Amico, Geschäftsführer von Deine Tierwelt: „Wir sind mit unseren umfangreichen Tierschutzmaßnahmen nicht am Ende, wohl aber auf dem richtigen Weg – und als Marktführer in der seriösen Tiervermittlung bereit Verantwortung zu übernehmen. Deshalb möchten wir die Modelllösung weiter treiben bzw. als erste Online-Plattform umsetzen. Die Unterstützung der Ministerin und ein entsprechender Gesetzesentwurf für einheitliche Standards in Tiervermittlung würden Klarheit schaffen und uns auch Sanktionsmöglichkeiten an die Hand geben, die sich eben nicht nur auf das Hausrecht als Betreiber beschränken.“

Nadine Götzen, Geschäftsleitung edogs: „Als Online-Plattform steht für uns eine 100% seriöse Vermittlung von Tieren an erster Stelle. Der heutige Termin hat den dringenden Handlungsbedarf in Richtung einer gesetzlichen Regelung noch einmal deutlich unterstrichen. Wir fordern eine zeitnahe Verifizierungspflicht für gehandelte Tiere. Unserer Meinung nach stellt gerade eine konsequent betriebene, transparente Online-Plattform eine Chance dar, mit einer entsprechenden Gesetzesgrundlage lediglich registrierte Tiere sowie verifizierte Anbieter zuzulassen. Aber auch ohne die Unterstützung durch die Bundesministerin werden wir diesen Weg konsequent weiterverfolgen und im Sinne der Tiere handeln.“ 

Das grausame Geschäft des illegalen Welpenhandels 
Seit Jahren nutzen Kriminelle vor allem Online-Plattformen und soziale Medien, um anonym kranke, viel zu junge und traumatisierte Tiere – vornehmlich Welpen aus Osteuropa – äußerst gewinnbringend zu verkaufen. Die Tiere werden unter grausamen Bedingungen produziert: Sie werden in dreckigen Verschlägen und Kellern geboren, bekommen keine Impfungen oder Zuneigung und müssen dann in engen Käfigen den Transport quer durch Europa ertragen. Viele sterben nach nur wenigen Tagen oder Stunden bei ihren neuen Besitzer. Die Corona-Krise und das damit verbundene riesige Interesse nach Heimtieren lässt den illegalen Welpenhandel boomen. Schon vor der Krise konnte der Bedarf an Welpen nicht durch seriöse Angebote gedeckt werden. Nun ist die Nachfrage so hoch wie nie.

 

Weitere Informationen zum Thema illegaler Welpenhandel finden Sie hier.